Filmzitate raten (15)

Aus welchem New-Hollywood-Film aus dem Jahr 1973 stammt dieses Zitat?

»Wer traut schon einem Bullen, der nicht bestechlich ist?«

Ich hole gerade sämtliche »New Hollywood« Filme nach, die ich verpasst habe. Die Marvel-Blockbuster-Hirn-Aus-Aktschään-Filme gehen mir langsam aber sicher auf den Sack.


»Filmzitate raten«

BVG: »Weil wir Dich lieben«

Im Marketing-PR-Werbe-und-Medien-Zeitalter dreht sich alles nur um Aufmerksamkeit, Reichweite, Quote, Marktanteil, Aufrufe und Klickzahlen. Die erreicht man mit Provokation, Polarisation, Populismus und popkulturellen Referenzen. Wie man Emotionen ausbeutet und die Sprache vergewaltigt, zeigt seit einigen Jahren die Werbekampagne der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) mit ihrem absurden Slogan »Weil wir Dich lieben«. Mit vermeintlich witzigen, sexistischen und diskriminierenden Werbemotiven (das ist also »Liebe«?), soll das Image der BVG (jung, frech, satirisch) aufpoliert werden. Nicht nur das hat viele verärgert, sondern auch, dass einigie Ideen und Bildmotive von Bloggern geklaut wurden. Aber egal, alles wurscht! Hauptsache wir reden drüber! :jaja:

Es geht eben nicht um Inhalte, also um mehr Busse, Züge und Personal, reparierte Gleise und Bahnstrecken, eine bessere Bezahlung der BVG-Arbeitskräfte, pünktliche Züge und Busse, günstigere Ticket-Preise, saubere Bahnhöfe, funktionierende Fahrkartenautomaten oder freundlicheres Personal — Haha! Wir sollen via Markenbildung ein positives Bild von der BVG bekommen, auch wenn die tägliche Nutzung der öffentlichen Verkehrsbetriebe in Berlin uns häufig das exakte Gegenteil beweist. Böse Zungen würden so etwas Gehirnwäsche oder kommerzielle Propaganda nennen. Dabei ist das doch alles nur Spaß! Oink, oink! Hihi, Haha! Lach doch mal mit! Du Blindfisch! :)  :)  :sick:


Ziegenjournalismus (1): Advertorials
Werbung — die Geißel der Menschheit

»Konzerne sind unsere Freunde!«

Der Links- und Rechtspopulismus sind sich, nach der Extremismustheorie, in mehr inhaltlichen Punkten einig, als beiden politischen Richtungen wohl lieb ist. Beispielsweise schimpfen beide Strömungen ständig gegen »die da oben«, gegen »das Kapital« oder »die Reichen«. Das ist (laut unabhängigen Experten) purer Populismus! Nur die bürgerliche Mitte-Mainstream-Mentalität aka CDU/CSU/SPD/FDP/GRUENE ist menschenfreundlich! Außerdem haben die Extremisten nicht verstanden, das Unternehmen, Banken und Konzerne unsere Freunde sind! Ohne sie gebe es keine Gerechtigkeit, keinen Frieden, keine Arbeitsplätze und kein Glück auf dieser Welt! Wir brauchen sie! Sie machen unseren Planeten schöner! :jaja:  Weiterlesen

Der pädagogische Happen (30)

Erzieher und Pädagogen sollen...

    • ...die Resilienz der Kinder fördern.
    • ...die Kinder für Nachhaltigkeit, gesundes Essen und kulturelle Vielfalt begeistern.
    • ...die Kinder in allen Vorläuferkompetenzen (Mathe, Deutsch, Naturwissenschaften) stärken, fördern und bilden, damit sie gut auf die Schule vorbereitet werden.
    • ...ein Musikinstrument spielen, sich für Sport interessieren und eine klare deutliche Sprache haben.
    • ...die Kinder in ihren Ich‑, Sach- und Sozial-Kompetenzen stärken.
    • ...perfekte Diplomaten sein, damit sie auch bei schwierigen Elterngesprächen absolute Ruhe bewahren können.
    • ...mit einem unendlichen Vorrat an Empathie, Einfühlungsvermögen und sozialem Bewußtsein ausgestattet sein.
    • ...sich ständig in Inklusion, Sprachförderung, Partizipation und Gender fortbilden.
    • ...sich sowie die eigenen Handlungen jeden Tag selbst reflektieren können.
    • ...mit jedem Kind sichere sozial-emotionale Bindungen eingehen können.
    • ...perfekt basteln, malen und zeichnen können.
    • ...den Kindern Medien, Fremdsprachen und demokratische Werte näher bringen können.
    • ...Feste und Feiern organisieren sowie mit anderen Sozialpartnern kooperieren können.
    • ...
    • ...

...mit einer niedrigen Bezahlung und einer geringen Wertschätzung zufrieden sein! :jaja:


Berliner Bildungsprogramm
Der pädagogische Happen (1−29)

NATO-Medien

Zwei Meldungen vom gleichen Tag (16.11.2019) aus der gleichen Zeitung. Beide Male geht es um Demonstrationen und Protestbewegungen. Während dort die Polizei auf Demonstranten losgehen würde, ist sie hier stets das Opfer von gewaltbereiten Chaoten. Zumindest sagt uns das unsere Wahrheitspresse. Und nein, das ist kein Einzelfall, sondern kann systematisch immer und immer wieder genau so beobachtet werden:

»Gelbwesten-Proteste in Paris — Krawalle zum Jahrestag«

»Gewalt und Krawalle wieder aufgeflammt [...] massiven Ausschreitungen [...] Die Polizei wollte Krawalle wie in der Vergangenheit unbedingt verhindern [...] Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein«

Proteste in Hongkong: »Ich bin bereit, heute Nacht zu sterben«

»Die Polizei wurde schon gewalttätig, als wir noch friedlich auf die Straße gegangen sind und nichts als unsere Stimme erhoben haben. Das waren Demonstrationen, kein Krawall [...] eine unabhängige Untersuchung der Polizeigewalt und freie Wahlen.«

Merke: Protestbewegungen in China, Russland, Iran oder Nordkorea kämpfen immer für mehr Demokratie und Freiheit. Demonstranten in Deutschland, Frankreich oder Spanien hingegen, sind stets gewaltbereite Chaoten, die den Verkehr blockieren und Vandalismus betreiben würden. :jaja:


whataboutism
Kultivierte Doppelmoral

Ziegenjournalismus (3): Kriegspropaganda

Haben Journalisten den Mut, die Hand zu kritisieren, die sie füttert?

Inwiefern die bürgerlichen Massen- und Leitmedien überhaupt ein intrinsisches Interesse an Objektivität, Sachlichkeit, Menschenrechte und der Suche nach der Wahrheit haben, erkennt man spätestens bei der Kriegsberichterstattung. Werden hier beide Seiten des Konflkts möglichst wertneutral beschrieben? Wird zur Diplomatie und zum Frieden aufgerufen oder für den Krieg getrommelt? Werden Meldungen und Informationen doppelt und dreifach geprüft oder einfach übernommen, weil sie in das eigene ideologische Narrativ passen? Wie viele Quellen, Kriegsreporter und Informanten gibt es? Werden diese dem Leser transparent gemacht, sind sie womöglich selbst in den Konflikt involviert oder eher ideologisch voreingenommen? Weiterlesen

Eskapismus

Als Eskapismus bezeichnet man eine Realitäts- oder Wirklichkeitsflucht, die meist negativ konnotiert ist. Der Begriff stammt aus dem Englischen „escapism“, welches übersetzt Wirklichkeitsflucht bedeutet und damit eine Tendenz meint, durch Illusionen, Scheinwelten und Zerstreuungen der Realität auszuweichen. Der Eskapismus wird zwar im Medienzeitalter vielfach bedient, existiert aber schon seit Jahrhunderten in Form von Büchern, Theater, Rollen‑, Brett‑, Karten- oder Würfelspielen. Dabei muss der Eskapismus nicht zwingend eine Selbst-Flucht darstellen, sondern kann auch Selbst-Erweiterung bedeuten. André Peschke und Jochen Gebauer haben auf gamespodcast.de eine ganze Reihe von positiven Merkmalen des Eskapismus beschrieben:

• Eskapismus ist intrinsisch motiviert
• Eskapismus ist Alltagsbewältigung und Kompensation
• Eskapismus befreit von sozialen und gesellschaftlichen Normen
• Eskapismus trainiert Kompetenzen und Fertigkeiten in einer Scheinwirklichkeit
• Eskapismus ist die Abwesenheit von Stress, Unruhe und Leistungsdruck
• Eskapismus fördert die Kreativität und das bildliche Vorstellungsvermögen

Leider wird der Eskapismus nicht wertfrei behandelt, sondern in der öffentlichen Wahrnehmung unterschiedlich be- und verurteilt. So soll die Realitätsflucht in ein Theater oder eine Oper (lern-)nützlich und pädagogisch wertvoll sein, während das Ein- und Abtauchen in ein P&P‑Rollen- oder Computerspiel als soziale Verwahrlosung und Amoklauf-Training abgewertet wird.

Bürgerlicher Neorassisliberalismus

Anfang September 2019 bezeichnete die MDR-Moderatorin Wiebke Binder, im Zuge der Landtagswahlen in Sachsen, eine mögliche Koalition zwischen CDU und AfD als »bürgerlich«. Es dauerte nicht lange und der Chefredakteur des MDR entschuldigte sich für den vermeintlichen »Versprecher«.

»Der befragte sächsische Politiker Marco Wanderwitz (CDU) hatte Binder in der Sendung geantwortet: Eine Koalition mit der AfD wäre keine bürgerliche Koalition. Wir haben von vornherein gesagt, dass wir mit den Rändern nicht koalieren, nicht zusammenarbeiten, und dabei wird es auch bleiben.«

Das war Anfang September. Und in Sachsen. Nun haben wir Anfang November und die Landtagswahl in Thüringen. Jetzt heißt es:

»Nach der Wahlschlappe in Thüringen beleben 17 CDU-Funktionäre eine alte Debatte in der Union neu: Wie umgehen mit der AfD? Die Funktionäre appellieren in dem Papier an die eigene Partei, die bisher ablehnende Haltung zu überdenken und ergebnisoffene Gespräche mit der AfD zu führen.«

Es kommt wohl zusammen, was zusammen gehört. Lieber mit den Rassisten, als mit den Sozialisten. Und wen interessiert schon das Geschwätz von gestern? :pfeif:

whataboutism

In der Politikwissenschaft gibt es eine wissenschaftlich anerkannte und weitverbreitete Methode: die Komparatistik oder vergleichende Politikfeldanalyse. In allen Bereichen von der politischen Theorie, der Wahlforschung, der politischen Systeme, der Medien‑, Bildungs- oder Umweltpolitik bis zur internationalen Politik, spielt der analytische Vergleich eine immanent wichtige Rolle. Wer aber nun Strukturen, Berichterstattungen, Wertungen, Präsidenten, Regierungsformen oder politische Fakten miteinander vergleicht, die nicht in das eigene ideologische Narrativ und/oder Wertesystem passen bzw. über die man einfach nicht sprechen will, dem wird als Totschlagargument »whataboutism« vorgeworfen. Weiterlesen

Der Reichstagsbrand von 1933

»Auf eine Beteiligung der Nationalsozialisten am Reichstagsbrand von 1933 deutet eine neu aufgetauchte eidesstattliche Versicherung eines SA-Mannes hin [...] Augsteins Dogma von der Unschuld der Nazis [...] alleinigen Täterschaft Marinus van der Lubbes nicht zu zweifeln ist.«

Otto Köhler in: Junge Welt vom 18. Oktober 2019

Anmerkung: Wenn sich ein Narrativ erst einmal jahrzehntelang in den Köpfen verfestigt hat, können selbst handfeste Beweise, Dokumente oder Fakten nicht dazu beitragen, der »Wahrheit« näher zu kommen. Selbst der SPIEGEL (»Sagen, was ist«) schafft es nicht, Größe zu zeigen, in dem Fehler eingestanden werden. Relotius scheint schon wieder in der Schublade verschwunden zu sein. Und dann wundern sie sich, dass die Glaubwürdigkeit der bürgerlichen Massenmedien immer weiter sinkt?


Presseblick
Ziegenjournalismus