Der rosarote Duckblick (4)

Der überwiegende Teil sozialer Interaktionen besteht darin, sich gegenseitig zu bestätigen. Sich in Sicherheit zu wiegen. Die eigenen Unsicherheiten zu kompensieren. Dazugehören und geliebt werden zu wollen. Die rhetorischen und subtilen Vehikel dafür sind Humor, Empörung und Lästerei.

Am Ende geht es fast immer um die Befriedigung von, oft neurotischen, Befindlichkeiten und fast nie »um die Sache«. Auf der Lohnarbeit ebenso, wie im Privatleben. Der weit um sich greifende Fühli-Fühli-Diskurs blockiert effektiv jede Form von Horizonterweiterung und Erkenntnis.

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Der rosarote Duckblick (3)

Die Altmedien sowie die Politik behaupten seit Jahren, dass die System- und Machtkritiker in einer »Filterblase« leben und denken würden. Sie hätten festgefahrene, mentale Wahrnehmungs- und Denkmuster, würden sich ständig gegenseitig bestätigen und sich nur einseitig informieren.

Ich behaupte, es ist genau umgekehrt: die Tagesschau-und-Mainstream-Anhänger leben und denken in einer hermetisch abgeschirmten, ideologischen Matrix. Alles, was dort nicht hineinpasst, wird mit aller Macht ignoriert, verdreht oder umgedeutet.

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Propaganda (14)

Wenn die AfD an die Macht kommt, wird sie...

1.) ...die Meinungsfreiheit durch den Digital Service Act (DSA), durch Meldestellen, die Landesmedienanstalten, Chatkontrollen, »Faktenchecker«, Trusted Flagger, YouTube-Zensur, gezieltes Weglassen und vielem mehr stark einschränken.

2.) ...Journalisten, Künstler, Wissenschaftler, Anwälte, Mediziner, Schauspieler usw., die nicht »auf Linie« sind diffamieren, ausgrenzen, politisch verfolgen oder gleich kündigen wollen.

3.) ...willkürliche Hausdurchsuchungen wegen Beleidigungen wie »Schwachkopf« oder »Pinocchio« anordnen lassen.

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Zwangsharmonie (2)

Vor rund 7 Jahren wies ich darauf hin, dass die ehemaligen »Gesellschaftskritiker« heute selbst die größten Spießer und Realitätsverleugner sind. Es herrscht eine regelrechte Allergie gegen (Gesellschafts- und Medien-)Kritik sowie gegen Andersdenkende. Um sich vor solchen »Gedanken« zu schützen, wird sich ideologisch und mental eingebunkert und abgeschottet.

Ich erlebe das nicht nur auf der Lohnarbeit und in der Familie, sondern überall. Sobald sich alle bei einem Thema einig sind, haben sich auch alle bei dem Thema einig zu sein! Basta. Aus. Bitte keine weiteren Diskussionen. Die sind anstrengend und gefährden nur unnötig die mühsam aufgebaute Zwangsharmonie. Weiterlesen →

Filmtipp: »Triangle of Sadness«

Von wegen »Gleichberechtigung«! Wenn es um weibliche Privilegien geht, werden Emanzipation und Feminismus gerne beiseite geschoben. Schwere Sachen tragen. Wehrpflicht. Oder eben das Essen im Restaurant bezahlen. Denn obwohl weibliche Models dreimal so viel wie männliche Models verdienen, erwartet sie ganz selbstverständlich, dass er die Rechnung bezahlt. So beginnt »Triangle of Sadness« und macht damit schon mal ein großes Minenfeld auf.

Weiter gehts mit einer reichen Gesellschaft auf einer Yacht. In Form einer indirekten Sozialstudie wird hier das verkommene, verklemmte, übergriffige und stellenweise völlig asoziale Verhalten der Oberschicht gezeigt. Die einfachen Lohnarbeiter sind hier quasi das Spielzeug der »Eliten«. Sie werden wie Objekte eingekauft und für ihre eigenen Zwecke benutzt.

»Was für Produkte verkaufen Sie?«

»Weltweite Produkte zur Aufrechterhaltung der Demokratie!«

»Und welche Produkte sind das?«

»Nun, unser meist verkauftes Produkt ist die Handgranate.«

Als die Insassen der Yacht auf einer Insel stranden, drehen sich die Klassenverhältnisse um. Die Angestellte Abigail hat die ausgeprägtesten Survival-Skills und wird dadurch zur neuen Anführerin der Gruppe. Leider verhält sie sich letztendlich genauso egoistisch und rücksichtslos, wie die Reichen auf der Yacht.

Hollywoke, Intellektuelle sowie Filmkritiker lieben solche klassenkritischen Filme (»Triangle of Sadness«: Für 3 Oscars nominiert, 25 Gewinne und 81 Nominierungen insgesamt), wie beispielsweise auch »Snowpiercer« oder »Parasite«. Sie fungieren wie ein öffentlicher Ablasshandel, bei dem die »Elite« vermeintlich selbstkritisch ist, aber gleichzeitig die sozialen Verhältnisse zementiert und als naturgegeben darstellt. Der Film ist dennoch sehenswert, weil er unbequeme Themen anspricht und satirisch provoziert.


Filmtipp

Der rosarote Duckblick (2)

Vor bald zehn Jahren verfasste ich ein Gedankenpamphlet über die kognitive Dissonanz und den Zwangsoptimismus von Eltern:

»Wir rasen mit Volldampf auf den Abgrund zu (Krieg mit Russland, Umweltzerstörung, Weltwirtschaftskrise, Rohstoffmangel, weltweite Enteignung der Bevölkerung, Lebensmittel-Gifte etc.) und wir benehmen uns weiterhin so, als wäre das alles gar nicht existent.«

Obwohl wir heute, im Jahr 2024, mitten in multiplen Krisen, Lügen und Skandalen leben (C‑Maßnahmen, RKI-Leak, Ukraine, Gaza, Inflation, Migration, Cum-Ex, NS‑2, drohender Weltkrieg, Zensur, Cancel-Culture, Repressionen etc.) — wird sich weiterhin mit aller Macht die Augen und Ohren zugehalten. Ob auf der Lohnarbeit oder bei Familienfeiern: Niemand will mehr über das Offensichtliche reden. Weiterlesen →

Verschwörungsleugner (10)

Es gibt keine geheimen Absprachen, Planungen oder Treffen von Reichen, Mächtigen, Kriminellen und Eliten. Hat es nie gegeben und wird es niemals geben. Alles ist zugänglich und transparent. Vielleicht gibt es sozioökonomische Sachzwänge von Politikern, aber eben keine versteckten Seilschaften, Zirkel oder gar Geheimdienste, die eigene Interessen haben oder subversive Ziele verfolgen.

Wer so etwas behauptet, ist ein Verschwörungsideologe, Schwurbler, Nazi, Antisemit, Sexist, Transfeind, Aluhut, Covidiot, Putinknecht und Spinner. Alles gleichzeitig. Wer das denkt, glaubt auch an die flache Erde und an Echsenmenschen. Folgende Ereignisse sind ohne Absprachen, geheime Treffen und eben rein zufällig passiert: Weiterlesen →

Verschwörungsleugner (9)

1.) Kann man die Denkfabrik »Liberale Moderne« (LibMod), die »Gegneranalysen« betreibt und sehr großzügig von der Bundesregierung finanziell gefördert wird, überhaupt noch als eine Nicht-Regierungsorganisation (NGO) bezeichnen?


2.) Kann man die »Amadeu Antonio Stiftung«, die überall Rechte, Verschwörungstheoretiker, Sexisten, Antifeministen, Rassisten, Transfeinde und Antisemiten sieht — und sich primär durch Steuermittel finanziert — überhaupt noch als eine Nicht-Regierungsorganisation (NGO) bezeichnen?


3.) Kann man ein journalistisches Produkt, wie beispielsweise »correctiv«, überhaupt noch als konzern- und regierungsunabhängig bezeichnen, wenn es sich über diverse politische und konzernnahe Gelder finanziert?


Weshalb sollten wir also davon ausgehen, dass alle diese Denkfabriken, Stiftungen und »Faktenchecker« regierungsunabhängig, und nur der Wahrheit verpflichtet, berichten?


Interessant ist auch, dass jetzt schon Dokumentationen über die Zusammenarbeit der Finanzindustrie mit kriminellen Organisationen subtil als Verschwörungstheorie geframt werden. Da bringt ARTE einen Dreiteiler über »Banken und Mafia« und unter dem Video steht: »Kontext — Neue Weltordnung (Verschwörungstheorie). Quelle: wikipedia.« Also nein, die Finanzindustrie hat nie niemals mit irgendeiner kriminellen Organisation zusammengearbeitet. Wer das behauptet, glaubt eben auch an die »Neue Weltordnung«.


Verschwörungsleugner

»Westliche Werte«

- Eine Antwort auf Robert Misik und Stefan Rose -

Ich möchte weder saudi-arabische, chinesische, noch russische Verhältnisse in Deutschland haben. Ich halte den Rechtsstaat, die Gewaltenteilung, den Medienpluralismus, die Partizipation sowie die Grund- und Menschenrechte für großartige zivilisatorische Errungenschaften. Und gerade deshalb, darf und sollte man nicht die Augen davor verschließen, wenn genau diese Errungenschaften scheibchenweise abgebaut werden.

Wer im »Westen«, den »Westen« kritisiert, wünscht sich in aller Regel eben keine diktatorischen Verhältnisse, sondern will primär nichts Anderes, als das die demokratischen Versprechen endlich eingelöst werden. Ständig mit dem moralischen Zeigefinger auf andere Länder zu zeigen, verharmlost und relativiert regelmäßig die Verbrechen des »Westens«. Nur Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und Selbstreflektion können dazu beitragen, Vertrauen und Glaubwürdigkeit zurück zu gewinnen.

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Kontrollierte Kritik (2)

Die Demokratie-Simulation benötigt dringend die Inszenierung eines offenen und kritischen Diskurses. Viele Journalisten, Politiker und Bürger können den Vorwurf der Cancel-Culture, der (Selbst-)Zensur und Meinungsunterdrückung überhaupt nicht nachvollziehen:

»Alle können immer und überall sagen, was sie wollen.«

- Katrin Göring-Eckardt, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages

Hierbei werden zwei elementare Aspekte komplett unterschlagen. Zum Einen haben Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen und eine gewisse Reichweite aufweisen, immer wieder starke Repressionen erfahren (Ganser, Guerot, Jebsen etc.), wenn sie Regierungs-Erzählungen widersprochen haben (beispielsweise zu den Themen Corona, Ukraine, Klima oder Gender).

Zum Anderen ist Kritik nicht gleich Kritik. Denn Fundamentalkritik, die eine komplett andere Sichtweise zu Grunde legt, die Systemfrage stellt oder eine andere Wirtschaftspolitik fordert — wird selten geduldet, wenn sie denn überhaupt erst zugelassen wird. Im besten Fall gibt es ein Polit-Talk-Tribunal im ÖRR (Lanz, Anne Will etc.) wo fünf Menschen mit der gleichen Meinung ‑inklusive der Moderation- gegen eine Person schießen dürfen. Weiterlesen →