Seine letzte Rede im saarländischen Landtag. Hört sie euch an! Diese Ehre sollte man ihm wirklich erweisen! Er hat die Partei, die Linke, verlassen. Ja, darüber haben die Medien berichtet. Aber seine Motive haben sie, wie üblich, unterschlagen. Inhalte, Argumente, Kontexte und Hintergründe interessieren im Befindlichkeits- und Haltungszeitalter Niemanden mehr. Dabei wäre es ein Leichtes gewesen. Denn er hat auf seiner Homepage seine Gründe ausführlich begründet.
Für ihn ist die Linke keine friedenspolitische Partei mehr, nachdem die Parteiführung angekündigt hat, dem militärischen Aufrüstungsprogramm der Bundesregierung zuzustimmen. Die Linke sei auch keine Partei der Rentner, Geringverdiener und »kleinen Leute« mehr, sondern verliere sich in »woken Themen«, welche eher die grüne Anhängerschaft bewegt. Gender statt Soziale Gerechtigkeit.
Oskar Lafontaine ist auch für mich (Liebe Grüße an den Maschinisten!) einer der letzten aufrechten, linken Politiker in Deutschland. Ein echter Nachkomme von Willy Brandt. Jemand, mit Charakter, Prinzipien, einer friedlichen Vision und dem festen Willen, dem Volk zu dienen. Bei den gruseligen Gestalten der aktuellen Ampel-Regierung oder auch bei der Mister-Blackrock-Merz-CDU-Opposition, wird mir dagegen speiübel.
Visionäre Rede von Lafontaine zum Afghanistan-Einsatz (2009)
Tatort: Grundschule in Berlin. Im Jahr 2022.



Deutschland zeigt ‑wieder einmal- seine fest verankerte Kinderfeindlichkeit. Hätte ich hier nicht meinen privaten Lebensmittelpunkt, wäre das schon länger ein Grund für mich, nach Skandinavien auszuwandern. Denn pädagogische, empathische und entwicklungsfördernde Analysen und Perspektiven für Kinder und Jugendliche, können weder Journalisten, Politiker noch viele Erwachsene in Deutschland einnehmen. Sie behandeln Kinder nicht als selbstbestimmte Mitmenschen, die Rechte haben und mit Würde zu behandeln sind, sondern vielfach als Objekte, die man, je nach eigenen Interessen und Bedürfnissen, formen, biegen und benutzen kann.


