Kinder in Deutschland; Teil 38: Vereinsmeierei

verein_titelEs gibt kaum einen Eltern‐Stammtisch, bei dem nicht irgendwann das Vereins‐Thema angesprochen wird. Für viele Mütter und Väter scheint es heutzutage essentiell zu sein, dass ihr Kind ein vorzeigbares Hobby hat. Ein pädagogisch‐wertvolles, berufsvorbereitendes und sozial geachtetes Interesse, welches mit Disziplin, Sorgfalt und Regelmäßigkeit betrieben wird. Hier sollen schon früh die marktwirtschaftlich relevanten Skills ausgebildet werden: Eigenverantwortung, Teamfähigkeit, Disziplin, Belastbarkeit und Gewissenhaftigkeit. Wenn Kinder eine selbstbestimmte Leidenschaft entwickeln, ist das auch durchaus begrüßenswert. Sehr viel häufiger wird es ihnen jedoch aufgeschwatzt und aufgezwungen.

Fallbeispiel 1
(auf dem Spielplatz)

Mutter: Und was macht Dein Kind so?

Vater: Er spielt gerne mit Autos, Sammelkarten, der Holzeisenbahn oder auch mit Lego.

Mutter: Nein, ich meine, macht er einen regelmäßigen Sport oder lernt er ein Musikinstrument?

Vater: In einem Verein? Nein, das will er nicht.

Mutter: Aber warum? Vielleicht hat er noch nicht das Richtige für sich entdeckt?

Vater: Wir haben ausführlich darüber gesprochen. Wir waren beim Fußball‐, Hockey‐ und Kletter‐Training. Er sagt ganz klar und eindeutig, dass er in keinen Verein möchte. Ich vermute, das wird ihm mit Schule, Hausaufgaben und Hort einfach zu viel.

Mutter: Naja, vielleicht kommt das ja noch.

Vater: Und wenn nicht, ist das auch okay.

Mutter: Ach, das kommt bestimmt noch!

Fallbeispiel 2
(bei einer Familienfeier)

Oma: Du Jakob, hättest Du Lust auf einen Fußballverein?

Jakob: Nein, ich will das nicht.

Mutter: Aber schau, da lernst Du andere Kinder kennen, hast regelmäßig coole Turnierspiele und machst sicher auch mal eine Sportreise!

Jakob: Nein, ich will das nicht.

Tante: Ach komm, wir gehen da am Mittwoch einfach mal hin und dann kannst Du ja sehen, ob es Dir gefällt oder nicht.

Jakob: Nein, ich will das nicht.

Oma: (flüstert zu Tante und Mutter) Wir gehen da jetzt am Mittwoch hin und dann wird das schon was.

Fallbeispiel 3
(Im Hort. Zur Abholzeit.)

Mutter 1: Du, mein Sohn Luis möchte sich gerne mal mit Deinem Sohn Leon verabreden. Wie wäre es mit diesem Montag nach dem Hort, so gegen 16 Uhr?

Mutter 2: Das geht leider nicht. Da geht Leon zum Hockey.

Mutter 1: Und wie wäre es mit Mittwoch?

Mutter 2: Da geht er zum Tennis. Und am Freitag wieder zum Hockey. Tut mir leid.

Mutter 1: (resigniert) Na ok, wir werden schon irgendwann einen Termin finden.

Mutter 2: (mit einem geheuchelten Lächeln) Na klar! Du, wir müssen jetzt aber dringend los. Zum Klavierunterricht.

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Eine Zusammenfassung der ersten zehn Teile der Kinderserie ist auf www.zeitgeistlos.de zu finden. Alle bisherigen 37 Folgen können im ZG‐Blog in der Rubrik Kindheit gefunden werden. Eine Auswahl bisheriger Teile:

» Folge 34: Erwachsen werden
» Folge 27: Kontaktabbruch
» Folge 20: Konsequenzen
» Folge 12: Der Pädagogik‐Sarrazin

22 Gedanken zu “Kinder in Deutschland; Teil 38: Vereinsmeierei

  1. Das Beispiel Musikunterricht passt nach meinem Empfinden nicht so recht in diese Aufzählung. Der findet — zumindest in sinnvoller Form — ja gerade nicht in »Vereinen« statt und hat auch nichts mit dem neoliberal erwünschten Wettkampfs‐ bzw. Konkurrenzgehabe zu tun.

    Das ändert freilich nichts daran, dass allzu viele Eltern das heute — warum auch immer — anders sehen und ihre Kinder auch dann in den Musikunterricht schicken, wenn diese das gar nicht möchten und/oder keinerlei Begabung dafür aufweisen.

    Abgesehen davon gilt der ganze Popanz ja nur für Kinder, deren Eltern sich diese Eskapaden finanziell erlauben können — gerade die Klavier‐, Gitarren‐ oder Saxophonstunden im Einzelunterricht (und nur der ist trotz aller Unkenrufe aus Musikschulenkreisen sinnvoll) sind ziemlich teuer und werden auch für Kinder von finanziell schwachen Eltern nicht staatlicherseits bezahlt. Die teils immensen Kosten für ein angemessenes Musikinstrument kommen noch hinzu.

    So bitter, traurig und himmelschreiend das auch ist: Ernsthafter Musikunterricht ist im Kapitalismus eine äußerst elitäre Angelegenheit.

    Liebe Grüße!

  2. Es geht beim Musikunterricht vielleicht nicht ums Wettkampf– bzw. Konkurrenzgehabe aber um die neoliberal genau so erwünschte (oder geforderte) Selbsoptimierung (Steigert den IQ, optimiert die geistige Kraft, stoppt Alterungsprozesse). Und sei es nur um verwertbares »Material« für den Lebenslauf anzusammeln.

  3. Hmmm… Ich würde das Vereinsthema gar nicht soo negativ sehen, aber ich bin auch Dorftrottel.
    Schon die einleitende Zeile: »Elternstammtisch«! Was ja bereits eine Art Verein ist. Bei uns heißt das Gartenzaun oder Bushaltestelle, was aber auf das selbe hinausläuft.
    In irgend einem Verein ist hier beinahe jeder. Fußball, Junggesellenschaft, Chor, freiwillige Feuerwehr… und wenn sich kein Verein findet, wird einer gegründet. Gerne auch, um lokal etwas zu bewegen, wenn die Gemeinde nicht mitspielt. Zum Beispiel gab es mal den Fahrradwege. e.V., der sich für selbige Wege zwischen vier Dörfern einsetzte. Oder den für ein Natur‐Freibad (den es seit ca. 10 Jahren gibt und der mittlerweile das Bad unterhält, für dessen Gründung die Gemeinde zu träge war).

    Der Druck auf die lieben Kleinen, einem dieser Vereine beizutreten, hält sich in Grenzen. Es reicht ja, wenn Sohn 2 sieht, daß sich die Kumpels am Sonnabend zum Grillen an der Brandwache treffen. Und ins Feuerwehrauto darf man nicht nur klettern, sondern sogar richtige Schläuche ausrollen und Sachen naßspritzen.
    Fußball ist ohnehin der Selbstläufer und bei den Junggesellen gibt’s Bier.

    Sicherlich wird da elterlicherseits gelegentlich sanfter Druck ausgeübt, die Pansen vom Fernseher weg und in den Judo‐Anzug (Ju‐Jutsu und Judo lehrt die örtliche Polizeidienststelle) hinein zu bekommen. Aber daß nun mit aller Macht versucht wird, das Kind irgendwo unterzubringen…? Die Hauptmotivation ist eher, daß die Freunde bereits irgendwo untergekommen sind und da will man dann auch mitmachen.

    Bei meinen vier Kindern durchlief das regelmäßig die Phasen, daß man etwas murrend dem Vorschlag der doofen Alten folgte, das eine Zeitlang machte und sich dann etwas suchte, was einem besser gefiel. Nachdem sich jeder von ihnen eine mehr oder weniger lange Zeit vereinslos beschäftigte, haben sich alle irgendwann wieder mit anderen zusammengefunden. Tochter 1 zum Beispiel beim Wikingerverein »nordisch saufen« (oder so ähnlich) mit richtigen Schwertern und Bogenschießen.

    In den Vereinen davor haben sie nämlich etwas gelernt: Daß es auch Spaß machen kann, zusammen mit anderen einem Hobby nachzugehen oder überhaupt Gemeinschaft zu erleben.

    Ohne »sanften Druck« wäre das nichts geworden. Die Geige hat dankenswerterweise mein Haus wieder verlassen (war nicht unsere Idee! Das war ein Terroranschlag der Schule!) und auch Fußball‐Länderspiele sind kein Gesprächsthema am Tisch.
    Vereinsmeierei? Die Gefahr, daß Eltern ihre Sprößlinge mit aller Gewalt zum Wunderkind erziehen wollen – Stichwort Musikunterricht – oder den Verein mit einer Wehrsportgruppe verwechseln, existiert natürlich. Genau wie Vereine, in denen ich meine Brut nicht so gerne sehen würde.

    Auf der anderen Seite aber gibt es Dinge, die man ihnen zu Hause nicht beibringen kann. Dazu müssen sie raus in die Welt und die zusammen mit anderen erfahren. Wenn man das grundsätzlich als Vereinsmeierei und frühkindliche Kapitalismuserziehung betrachtet, macht man es sich etwas zu einfach. Dann müssen wenigstens Alternativen genannt werden. Und genau da wird es nämlich eng (oder wurde es in unserer Familie). Auf der anderen Seite steht und stand ein Schulsystem, das grundsätzlich nicht für Kinder geeignet ist. Genau dort finde ich ein »ein pädagogisch‐wertvolles, berufsvorbereitendes und sozial geachtetes Interesse, welches mit Disziplin, Sorgfalt und Regelmäßigkeit betrieben wird.«

    Diesem schulischen Kindesmißbrauch muß man etwas entgegensetzen. Vereine können (aber müssen nicht zwangsläufig) ein Teilbereich davon sein.

  4. @pantoufle

    Wenn man das grundsätzlich als Vereinsmeierei und frühkindliche Kapitalismuserziehung betrachtet, macht man es sich etwas zu einfach.

    Och mensch. Wenn man mich zitiert, dann bitte auch das: »Wenn Kinder eine selbstbestimmte Leidenschaft entwickeln, ist das auch durchaus begrüßenswert.«

    Ich sehe es in meinem Umkreis (Großstadt Berlin) sehr viel häufiger, dass die Eltern in gar keinem Verein sind, den Kleinen aber etwas aufdrücken wollen/müssen. Dann kann man den anderen Eltern/Verwandten/Freunden was erzählen, ist »dabei« und die Kinder sind für einige Tage in der Woche »untergebracht«. Das ist mein Punkt. Denn prinzipiell ist doch gegen einen Sportverein und/oder Musikunterricht nichts einzuwenden. Sofern es die Kinder selbst auch wollen.

  5. Die deutsche Vereinsmeierei ist ein Phänomen für sich. Als Nicht‐Deutscher oder Zugezogener kann man dieses Vereinstum nicht wirklich nachvollziehen. Ich wohne bereits sehr lange in Deutschland und bin hier aufgewachsen, kann aber mit diesem Druck gemeinsam in irgendwelchen Vereinen irgendwelchen Hobbys nachzugehen nicht wirklich was anfangen.

    Ich glaube, das ist auch stärker auf dem Land ausgeprägt, als in der Stadt. Ich hatte immer den Eindruck, es besteht dort schon ein regelrechter Zwang sich irgendwelchen Gruppen anzuschließen, weil man sonst im sozialen Abseits steht.

    Eine gute Karikatur der deutschen Vereinszwangsbespassung liefert für mich die Serie »Hausmeister Krause‐ Ordnung muss sein«. Dort ist der spießige Hausmeister in einem Dackelclub organisiert, dessen Spruch lautet: »Alles für den Dackel, alles für den Hund. Unser Leben für den Club.« Wikipedia fasst das gut zusammen: https://de.wikipedia.org/wiki/Hausmeister_Krause_%E2%80%93_Ordnung_muss_sein#Der_Dackelclub

    Ich schätze mal, die Ordnungs‐ und Gesetzesliebe »der Deutschen« wird hier schon von klein an »geübt«.

  6. Ich bin auch auf’m Dorf groß geworden. Es gab zwar einen gewissen Druck, z. B. doch in den Fußballverein zu gehen. Aber als Kinder der 80er (gar noch ohne Handys) haben wir es auch so geschafft, uns immer wieder mal zum bolzen zu treffen. Ich hatte schlicht keine Lust, mich zeitlich so fixieren zu lassen, dass ich ins Training gehen oder spielen muss — auch wenn ich an dem Tag schlicht gar keinen Bock habe. Dann die Rumfahrerei — nä. Mir war meine Freiheit da wesentlich lieber. Und davon hab ich mich bis heute nicht entfernt — mich nervt eigentlich jede Form von Termin. Ich lebe einfach gerne in den Tag, die Woche, das Jahr hinein... ;)

    Dass heute viele Eltern ihre Kinder in diverse Vereine stecken dient schon einmal genau der Konditionierung auf das spätere Leben — wenn unzählige »Termine« die Zeit und Freiheit eines Jeden einschränken und man ständig Kompromisse suchen muss. Die Woche vieler Kinder ist heute oft schon total verplant. Wer es nicht anders gewohnt ist, nach der Ganztagsschule gleich in diverse Vereine oder Freizeiten gesteckt zu werden — hat auch keine Probleme, das Lebenszeitraubende Hamsterrad »Beruf« später zu akzeptieren. Manch Kind wird es mit seiner 50‐Stunden‐Woche vielleicht wie Urlaub vorkommen. ;) Diese ganzen Vereine haben nebenbei für die hart schuftenden Hamstereltern noch den Vorteil, dass sich um die Brut in der Zeit eben jemand anders kümmern muss. Zeit ist knapp...!

    Musikunterricht dient in meinen Augen in den überwiegenden Fällen nur der Distinktion; damit die gut‐situierten Eltern damit vor anderen Eltern protzen können (gilt auch für so abgehobenes Zeug wie Reitunterricht, Golf oder Bogenschießen etc.). Wer ne musikalische Ader hat, findet denke ich auch Abseits des »formellen Wegs« zu seinem Können. Ich z. B. bin vollkommen unmusikalisch — aber wenn, dann stelle ich mir vor, dass doch gerade da Autodidaktik besonders wichtig ist!?

    Was Vereinsmeierei betrifft habe ich auch in politischer Hinsicht (z. B. aktuell dem Erhalt und der Förderung einer Eisenbahnlinie) von außen betrachtet viel Abschreckendes mitbekommen. Da wird es dann oft sehr schnell sehr schmutzig und persönlich, wenn man sich mal nicht einig ist oder der Vereinsführung widerspricht. Sicher — ein formeller Verein kann für bestimmte Zwecke die richtige Wahl sein. Aber leider werden viele dieser auch zum Selbstzweck — was dann eben in der typisch deutschen Vereinsmeierei ausartet... Ich halte lose Zusammenschlüsse für die bessere Wahl. Man muss doch nicht wirklich immer alles gleich institutionalisieren...! Deutsche Gründlichkeit eben... :d

  7. @ Dennis82:

    Ich z. B. bin vollkommen unmusikalisch

    Ja, das merkt man. ;) Ich wiederhole es also auch für Dich noch einmal: Wenn jemand die Beherrschung eines Musikinstrumentes erlernen möchte, ist dazu zwingend teurer Einzelunterricht nötig. Der Quatsch vom »autodidaktischen« Lernen ist hier genauso sinnvoll wie beispielsweise bezüglich des Spracherwerbes in einer Einzelzelle.

    Ein solcher Individualunterricht bietet in der Regel aber auch nur das Erlernen des »Handwerks«. Wenn jemand auch verstehen möchte, was er da tut und wieso das so klingt, wie es klingt, sind weitergehende Studien (beispielsweise Harmonielehre, Instrumentenbau, Musikgeschichte etc.) unverzichtbar.

    All das hat aber nichts mit der hier diskutierten »Vereinsmeierei« zu tun, weshalb ich dieses Beispiel für unpassend halte. Die zweifellos vorhandenen »Distinktions«-Sehnsüchte mancher Mittelschichts‐Deppen sind schließlich ein völlig anderes — nicht minder kritikwürdiges — Thema. ;)

    Liebe Grüße!

  8. @Charlie — merkt man woran? Nä, spar dir die Antwort. Dass ich selbst nicht musiziere heißt noch lange nicht, dass ich nicht gerne Musik höre und mir auch die Botschaften wichtig sind. Ich überlasse es aber selbst gerne Leuten, die’s können. Mich hat in dieser Hinsicht der Blockflötenunterricht in der Grundschule für’s Leben traumatisiert...

    Jedenfalls interessant, dass du dich so für die Institutionalisierte (und vermarktwirtschaftetete...) Form des musikalischen »Einzelunterrichts« einsetzt? :d Du gibst nicht zufällig selbst solchen Unterricht...? ;) »Zwingend« / »alternativlos« sehe ich als Laie daran nichts — grade nicht bei der Musik, bei der es wichtig ist, seinen eigenen(!) Weg zu gehen. Ein Instrument richtig zu erlernen braucht kein »Meister‐Lehrling‐System«, um es sich bei wirklichem Interesse auch selbst anzueignen. Es gibt z. B. auch nicht wenige Leute, die behaupten, man müsse unbedingt (teure) Kurse besuchen, um zu lernen, wie man »richtig« fotografiert. Da wird Kunst in ein Schema gepresst... Wenn’s nicht doch OT wäre, würde mich interessieren, welchen Standpunkt da andere Musiker vertreten.

    Und doch, ich finde auch Formen von Musikunterricht passen ins Vereinsgemeiere rein. Es wird ja eben auch nicht immer nur elitär einzeln herummusiziert.

  9. @ Dennis: Ich geb’s endgültig auf — bei Dir sind Hopfen und Malz unwiederbringlich verloren. ;)

    P.S. @ Epikur: Das ist einer dieser — zum Glück eher seltenen — Fälle, in denen der Versuch eines kritischen Diskurses sinnfrei ist.

    Liebe Grüße!

  10. Einspruch.

    Musik zu erlernen ist billig geworden. Die Produktionsmittel sind in Volkes Hand. Wer einen Rechner vor sich stehen hat, der einigermaßen aktuell ist (Baujahr > 2005), kann darauf Software installieren, die vom einzelnen Instrument bis zur kompletten Produktionsumgebung reicht. Es gibt viele freie Software in diesem Bereich.

    Entsprechende Keyboards zur Ansteuerung gibt es ab 50 Euro.

    Externe Soundkarten sind auch nicht mehr so richtig teuer. So kann man auch Mikrophone oder andere Instrumente an das System anstöpseln.

    Insgesamt ist das wahrscheinlich billiger als eine Ausrüstung für Eishockey oder Fußball. Ein Mensch, der sich künstlerisch verwirklichen kann — sei es musikalisch, grafisch oder mit texten — kann mit beinahe keinem finanziellen Aufwand ganz viel Spaß haben und ganz dolle Sachen produzieren.

    In diesem Sinne: Munter bleiben! :)

  11. @ p3t3r: Mit derlei technischen Hilfsmitteln kannst Du allenfalls das Keyboard‐Spiel auf Bohlen‐Niveau erreichen — wem das reicht, der kann es gerne so machen. ;)

    Aber versuche mal, ein Instrument ohne individuelle Lehrstunden ernsthaft zu erlernen, beispielsweise Violine, Klavier, Oboe oder Trompete — dann wirst Du ganz schnell bemerken, dass das auch mit Büchern, Software oder anderen Hilfsmitteln nicht funktionieren kann.

    Wer am Lagerfeuer mit der Klampfe Cat‐Stevens‐Lieder begleiten oder Pop-»Hits« am Rechner produzieren möchte, benötigt natürlich keinen Individualunterricht und auch keine langen Lern‐ und Übungszeiten. ;)

    Liebe, muntere Grüße!

  12. Wie ich es gehasst habe, als die alten mich zum Fußball schickten... Gottseidank musste ich das »nur« 3 Jahre ertragen. Es gibt bis heute (ausgenommen Mord, Folter & Nazis) nichts, was ich mehr hasse.

  13. @Charlie: Echt — ich bin verloren? Du gibst auf? Neeeeiiiihhhhn! Dies aus deinem Munde — fasse ich als fast größt‐mögliches Kompliment auf...! :P Das ist vielleicht ein Teil deines Problemes — du glaubst offenkundig ernsthaft, Menschen »retten« und auf den einzig »richtigen« Pfad führen zu können...?! Egal.

    @eike — Hass...? Was haben die dir da nur angetan? :d Ich finde, dass Fußball an sich immer noch ein schöner Sport ist; zwar nicht so schön wie Radfahren — aber eben auch ein Teil meiner frühesten Kindheit — kaum auf zwei Beinen laufen könnend schon die Kugel durch die Wohnung kickend. Aber dass man Fußball (oder Sport generell mag) darf man als »aufgeklärter Linker« ja fast nicht sagen...! ;)

  14. Mag ja sein...wenn man weder die Leute mag, noch den Sport, noch eine Leistung da erbringen kann, vom Spott zu schweigen und ständig die Klamotten waschen darf, dann sieht das nun mal anders aus. Ich werde dem niemals etwas abgewinnen können, selbst mit Bestechung würden meine Mundwinkel den Sittich machen., nur bei Erwähnung der ersten Buchstaben.

  15. Hmmm... Scheint wirklich ähnlich traumatisch gewesen zu sein wie bei mir der erwähnte Blockflötenunterricht — oder zwangsweise Besuche bei der buckligen Verwandtschaft... ;) Sei’s drum...!

  16. @ Dennis: Du weißt es sicher besser als ich, Deine »reine Leere« hat mich überzeugt. Morgen berichte ich an der Uni von diesen bahnbrechenden neuen Erkenntnissen und werfe meine gesamte musikwissenschaftliche Ausbildung ins Klo.

    Ich kann Dir gar nicht genug danken für diese revolutionären Ideen!

    Liebe Grüße!

  17. Manchen Eltern ist es ja schon fast peinlich, wenn sie nicht mit einem großartigen Hobby ihres Kindes auftrumpfen können. So als seien sie Rabeneltern, die ihre Kinder vernachlässigen. Ich habe im Bekanntenkreis einen Fall erlebt, wo das Kind mit tausend Aktivitäten nach der Schule vollgepumpt wurde. Sport, Musik ect. Dann sollte es noch Bestnoten bringen. Dieses Kind hat jetzt mit 17 die Schule abgebrochen, weil es komplett überfordert war. Nun schleppt es sich von Party zu Party. Extremes Beispiel. Aber wenn wir unsere Kinder nur auf Leistung drillen, kommt sowas dabei raus.

  18. @Charlie: Ich frag mich dann aber, warum du hier so eingeschnappt reagierst? Kritikfähigkeit...? Wo ist die Souveränität des »Profis«, gar des Universitätsgelehrten...? Deine Beiträge zum Thema empfinde ich jedenfalls als ziemlich elitär — und ein gutes Beispiel für die abgehobene Arroganz der universitär organisierten (einzig wahren) »hohen Schule« der Kunst — und eben ihrer Vertreter...! Nur wer da mindestens 8 Semester »Musikwissenschaft« studiert hat, darf mitreden...

    Nö, kann ich verstehen. Das ist ein wichtiger Teil deiner Persönlichkeit (spielt thematisch ja auch eine bedeutende Rolle in deinem Blog) — den lässt man sich doch nicht von irgendwelchen dahergelaufenen Noobs besudeln...! Du hast viel Zeit, Leidenschaft und Geld in eine musik»wissenschaftliche« (was es an den Unis nicht alles noch gibt...!) Ausbildung investiert. Find ich sogar toll, soll jeder machen, wie er möchte — grade, wenn’s Kunst ist und einem die Möglichkeit gibt, sein Leben wenigstens mit etwas zu finanzieren, was einem liegt. Wenn jemand offenkundig selbst mit Musikunterricht ein Teil seines Unterhalts verdient, kann ich sogar verstehen, dass er behauptet, es ginge garantiert niemals nie überhaupt schon gar nicht ohne...! ;)

    Sei’s drum. Ich hoffe, dass wenigstens der Abfluss im Klo wieder frei ist und die Uni noch steht und nicht in ihren Grundfesten erschüttert wurde...?! :P

  19. Lieber Dennis, Du hast zu erheblichen Erheiterungen beigetragen — mach bitte weiter so. Gute Komiker sind ja leider äußerst rar in diesem Land. ;)

    Man erwartet jetzt noch mehr Blödsinn von Dir — auch wenn ich vergeblich darauf hingewiesen habe, dass das kaum möglich ist. ;)

    Liebe Grüße!

  20. @ Charlie @Dennis82

    Ist gut jetzt. Es geht euch jetzt nicht mehr um das Thema, sondern nur noch ums gegenseitige Anpflaumen. Trefft euch auf ein Bier und macht das bitte in einer gemütlichen Kneipe. Danke. :BIER:

  21. @Epikur

    »Wenn man mich zitiert, dann bitte auch…«

    Ich wollte Dir auch gar nicht explizit widersprechen. Nur über »sofern es die Kinder selber wollen« haben wir vielleicht unterschiedliche Ansichten. Meiner Meinung nach muß man den lieben Pansen gelegentlich schon etwas nachdrücklicher erklären, was sie gerne wollen.

    @Charlie

    »Wenn jemand die Beherrschung eines Musikinstrumentes erlernen möchte, ist dazu zwingend teurer Einzelunterricht nötig. Der Quatsch vom »autodidaktischen« Lernen ist hier genauso sinnvoll […]«

    Das ist elitärer Unsinn. Dizzy Gillespie und Charlie Parker haben demnach unverzichtbare Schritte einfach übersprungen? Salif Keïta, Mari Boine, Ibrahim Ferrer… Musik ist eine Sprache, die zum Glück jeder lernen kann und die jeder versteht. Einen Lehrer wird sich jeder Musiker irgendwann suchen – oder wie meiner sagte: Damit man gelegentlich auch das übt, was man noch nicht kann.

    Wer wie Max Roach Lieder am Lagerfeuer trommeln oder wie Django Reinhardt irgendwelche Bohlen‐Songs interpretieren will, braucht natürlich keinen Individualunterricht und auch keine langen Lern– und Übungszeiten.

    Der weiße Mittelstands‐Deutsche studiert natürlich. Damit man es »richtig« macht.
    Man, man, man, man…

    @Epikur

    Der Arzt hat mir Aufregung verboten. Wenn ich das in mich hineinfresse, ist es schlecht für meine Gesundheit!
    Von Kneipe und Bier hat er mir ausdrücklich abgeraten :)

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