
In der westlichen Welt machen sich Millionen von Menschen verrückt: »Oh mein Gott, ich werde älter! Bin ich dann noch begehrenswert? Werde ich dann noch gebraucht und geliebt?« Angst, Unsicherheit und Panik breitet sich gleichzeitig mit den ersten grauen Haaren aus. Wer sich sein Leben lang primär über sein Äußeres definiert, sein Selbstwertgefühl aus der eigenen vermeintlichen körperlichen Attraktivität und/oder der Lohnarbeit gezogen hat, für denjenigen kann Älterwerden eine große Sinnkrise oder gar Depression bedeuten. Beispiele hierfür sind schier endlos.
Wie immer, wenn es um Ängste und Probleme von vielen Menschen geht, geiert eine ganze Industrie, um daraus Kapital zu schlagen: Schönheitsoperationen, Wellness-Diäten, teure Kosmetik, Ernährungs-Ratgeber, Wunderheilmittel, Verjüngungskuren, Anti-Aging-Produkte und so weiter und so fort. Gesunde, ausgeglichene und zufriedene Menschen sind für Industrie, Unternehmen, Medien und Politik eben keine gute Zielgruppe. Wer sich selbst immer als Objekt betrachtet hat, wird es auch im Alter schwer haben, ein Subjekt zu sein. Dem entkommen kann, wer sich frei macht von der Bewertung durch Andere (»Was er/sie wohl denken wird?«) und seiner ureigenen Kraft vertraut.
Ich habe manchmal den Eindruck, dass die heutigen 30–40jährigen die letzte Generation sind, die noch als Kinder wenig Verbote, kaum elterliche Überwachung, aber dafür viele Explorationsmöglichkeiten hatten. Ob alte Fabrikgelände, Ruinen, Mauern, Brachflächen, Hinterhöfe, Müll- und Schrottplätze, Hinterhöfe oder Waldgebiete: wir haben alles allein oder mit Freunden erkundet und erforscht. Wir haben den Sozialraum erobert. Wir durften bis 20 Uhr oder sogar 22 Uhr alleine draußen bleiben. Unsere Eltern haben uns blind vertraut und damit sehr stark unser Selbstbewusstsein und unsere Selbstständigkeit gefördert, ohne jemals an (früh-)kindliche Förderung gedacht zu haben. Dieses Zeitalter ist vorbei.
Ab einem gewissen Alter scheint es für viele Leute kaum ein anderes Thema als Lohnarbeit, Geld, Konsum und Geldvermehrung zu geben.
Als Vater gibt es kaum etwas schlimmeres als allein unter einer Schar von
Ich habe nie verstanden, warum sich so viele Menschen freiwillig und ohne Not (sozialer Zwang?) in technisch geschlossene und eingeschränkte Systeme begeben. Nehmen wir beispielsweise die Apple-Produkte iPod, iPhone und iPad. Eigene Daten auf die Geräte spielen, sich die Benutzeroberfläche oder sich das Betriebssystem nach eigenen Bedürfnissen umgestalten, ist fast unmöglich. Aber auch Android, dass von Herstellerseite an ein Google-Konto geknüpft ist (ja, mit 



Tochter: »Du Mama? Darf ich heute alleine vom Hort Nachhause gehen?«