»Das im Vergleich zur Konkurrenz höhere Lohnniveau verhindere aber, dass der Konzern dauerhaft im Wettbewerb mithalten könne. Deshalb zahle die Post in den neuen Gesellschaften nun marktgerechte Löhne.«
- Melanie Kreis, Personalchefin bei der Deutschen Post zum ver.di Streik am 8. Juni 2015 auf reuters.com
Der Markt wird meist als ein zentraler Ort definiert, an dem gehandelt wird. Der Marktplatz. Es gibt nationale und internationale Märkte, Finanzmärkte, Kapitalmärkte, Arbeitsmärkte, Immobilienmärkte, Börsenmärkte und viele weitere. Häufig werden sie personalisiert, mit einem Bewusstsein ausgestattet und als Götze verehrt: der Markt fordert, bestimmt und ist auch mal verunsichert. Da konkrete (und auch digitale) Handelsplätze nur durch die Menschen, die dort ein Geschäft tätigen, lebendig werden können, dient das Schlagwort Markt besonders in den Massenmedien als Tarnbegriff, um die Interessen von Millionären und Milliardären, Bankstern, Finanzspekulanten, Investoren und Managern zu verstecken. Weiterlesen

Wie ist es möglich, dass in einer Kosten-Nutzen-orientierten Gesellschaft Kinder existieren? Schließlich kostet der Nachwuchs doch viel Geld, verursacht Dreck und Lärm, belastet die eigenen Nerven, erfordert eine Menge Zeit und Geduld. Sie bringen also viele persönliche Nachteile mit sich. Die Antwort darauf ist meist: der Fortpflanzungstrieb, die Instinkte und die Emotionen sind dafür verantwortlich. Es ist halt Liebe. Die gängige Antwort von infantilen Gefühlsamöben, für die Emotionen stets auch Argumente sind. Ich behaupte dagegen: Kinder werden häufiger aus ganz anderen Gründen ‑und eher selten aus uneigennütziger und romantisch verklärter Liebe- in die Welt gesetzt, als Mann und Frau ehrlich zugeben wollen.
...und zwar das ganze Jahr über! Für viele ist es das Dauer-Jammer-Pseudo-Kommunikations-Thema schlechthin. Schließlich sind wir den Launen des unberechenbaren Wetters schutzlos ausgeliefert. Und es ist etwas, dass wir (noch) nicht kontrollieren können. Und das nervt uns.
Oder auch: wir impfen euch die Ideologie von reichen Unternehmern, Bankstern und Finanzräubern ein. Wir lehren euch kein unnützes Wissen (Philosophie, Kunst, Literatur, Geschichte), dass euch dazu befähigen würde, selbständig zu denken, Sachverhalte zu hinterfragen oder gar den Kapitalismus zu kritisieren. Nein, wir machen euch zu funktionierenden Lohnarbeitsdrohnen und hämmern euch marktrelevantes (also für Unternehmen nützliches) Fachidiotentum ein. Für Jobs, die es nicht gibt und von denen ihr nicht leben könnt. Noch heute anmelden!
Es muss nicht immer gleich die große Revolution oder der Zusammenbruch sein. Letzterer wird sowieso irgendwann kommen, denn in einer Welt mit endlichen Ressourcen, muss der Kapitalismus, der auf unendlichem Wachstum beruht, zwangsläufig eines Tages zusammenbrechen. Auch der kleine Widerstand ist ein Anfang: