Machtlose Marionetten

Spiegel Online vom 7. Juni 2016

Spiegel Online vom 7. Juni 2016

Wer das ausführt -was die US‐Regierung, der militärisch‐industrielle Komplex, der türkische Präsident, etliche Industrie‐ und Arbeitgeberverbände, die »Dienste«, Manager, Konzerne, Banken, Reiche und Vermögende wollen‐ gilt also als jemand der »Macht« hat und nicht als jemand, auf den Macht ausgeübt wird? Interessante Definition.

Der böse Russe

Claire Danes als CIA Agentin Carrie Anne Mathison

Claire Danes als CIA Agentin Carrie Anne Mathison

In den 80er Jahren sorgte der Kalte Krieg zwischen den USA und der Sowjetunion auch dafür, dass Hollywood‐Produktionen für ideologisch motivierte Filmmotive genutzt wurden. Dutzende Filme und Serien zeigten den Russen als Untermenschen und die Sowjetunion als barbarisches Feindesland. Heute hat dieses Klischee längst wieder die Popkultur und den Film erreicht. In der aktuellen fünften Staffel von Homeland und in der vierten Staffel von House of Cards beispielsweise, sind es vor allem (wieder einmal) die vermeintlich hinterhältigen Russen, die für Ärger sorgen. Also selbst innovative TV‐Serien, die Golden Globe und Emmy Awards einheimsen, werden nicht von politischer Propaganda verschont. Man sollte den politischen Subtext solcher Produktionen nicht ignorieren oder gar unterschätzen.

Zweifler sind Spinner

In den USA gibt es immer mehr Gruppen, Organisationen, Architekten, Feuerwehrleute, Wissenschaftler, Physiker und Prominente (beispielsweise Woody Harrelson, Charlie Sheen), die der offiziellen Darstellung zu den Terroranschlägen vom 11. September 2001 misstrauen. Dabei geht es um das WTC‐7 Gebäude, darum, dass die CIA von den Anschlägen wusste oder es sogar ein »Inside Job« gewesen sei, um den Krieg gegen Afghanistan zu rechtfertigen und um weitere vermeintliche Unstimmigkeiten. Interessant ist hierbei, wie die Online‐Enzyklopädie Wikipedia mit der Bewegung umgeht. Die negativ konnotierte Kampfvokabel »Verschwörungstheorie« taucht beim Artikel zu »9/11 Truth Movement« insgesamt mehr als 10 mal auf. Gleichzeitig wird in einem Absatz behauptet:

»Ihre Vertreter bezeichnen sich auch als 911 truth activists, abgekürzt als truther. Ihre Gegner verwenden diese Abkürzung seit etwa 2007 abwertend, etwa im Sinne von verbohrte, besessene, laute, extremistische Verrückte.«

Nur um dann einige Abschnitte weiter, das denunzierende Wort Truther selbst zu verwenden:

»Europäische Truther nahmen 2009 und 2011 in Berlin an Demonstrationen gegen Überwachung unter dem Motto Freiheit statt Angst teil.«

Wikipedia ist bei diesem Thema also alles andere als sachlich oder wertneutral. Ganz im Gegenteil verrät sich der Wikipedia‐Schreiberling als Gegner der »9/11 Truth Movement«, wenn er den Terminus Truther selbst verwendet.

Wer die US‐Wahlen gewinnen wird...

Es ist nicht Donald Trump. Nicht Bernie Sanders. Auch nicht Hillary Clinton oder Ted Cruz. Nein. Es ist ein Konglomerat von Boeing, Northrop Grumman, General Dynamics, GenCorp, Aerojet, Huntington Ingalls, Lockheed Martin und Raytheon.

»2015 unterhielt die Rüstungsindustrie eine kleine Armee von 718 Lobbyisten und gab 67 Millionen US‐Dollar aus, um den Kongress zu einer Erhöhung der Militärausgaben zu drängen.«

Richard Krushnic und Jonathan Alan King. »Bombenprofit«. Le Monde Diplomatique. Ausgabe Februar 2016. S. 4

Nicht zu vergessen die Milliardäre, Investoren, Wallstreet‐Banker, Hedgefonds‐Manager und Konzernbosse. Sie gewinnen jede US‐Wahl. In diesem Sinne ist das mediale Theater um den Präsidentschaftskandidaten der USA vor allem eines: Theater.

Gekaufte Politik

»Es gibt 17 republikanische Kandidaten für das weiße Haus. Die New York Times enthüllt, dass fast alle auf die Unterstützung eines Milliardärs zählen können, weshalb ihr Wahlkampf nicht mehr damit zu tun hat, bei den Wählern Spenden einzuwerben.«

- Serge Halimi. »Vorwahlen für Milliardäre«. Le Monde Diplomatique. September 2015. S. 23

Anmerkung: Ein Blick in die USA ist stets auch ein Blick in die Zukunft Deutschlands. Schon heute werden CDU/SPD/FDP/GRÜNE großzügig von Banken und Konzernen alimentiert. Auch das Konzerninteressenabkommen (auch TTIP oder euphemistisch: Freihandelsabkommen genannt) ist ein Beispiel dafür, dass die Politik von den Superreichen gekauft wird. Nur wer das öffentlich sagt, gilt als Verschwörungstheoretiker. Dabei ist und bleibt die größte Verschwörungstheorie, dass der freie Markt für Frieden und Wohlstand sorgen würde.

TTIP: Konzerninteressenabkommen

ttip_titelAm Samstag, den 10. Oktober 2015 haben in Berlin rund 200.000 Menschen gegen TTIP (euphemistisch: »Freihandelsabkommen«) demonstriert. Wie üblich bei Großdemonstrationen gegen das Establishment, gibt es ein politisch‐motiviertes Spiel um die Teilnehmerzahlen. Die Polizei rechnet sie in der Regel immer klein (150.000 Teilnehmer) und die Veranstalter schätzen die Teilnehmerzahl großzügiger ein (hier 250.000). Nimmt man die Mitte beider Berechnungen kommt es wohl ungefähr hin. Das kapitalnahe Handelsblatt macht einfach mal 100.000 Teilnehmer daraus und bemerkt lapidar: »die Hälfte musste im Hauptbahnhof bleiben.« Fakt ist: seit 2003 haben nicht mehr soviele Menschen in Berlin demonstriert. Damals haben rund 500.000 Menschen gegen den Irak‐Krieg protestiert. Weiterlesen

Der Anschlag (22)

anschlag_teaserAb sofort dürfen Reformhäuser, Drogerien und Bioläden keine alternativen Naturprodukte mehr verkaufen. Dies gelte für bittere Aprikosenkerne, Chia‐Samen und Shitake‐Pilze ebenso, wie für Teebaumöl und Aloe Vera – Produkte. Kurz nach Bekanntwerden der Meldung stiegen die Aktien der Pharmakonzerne Novartis, Bayer, Merck, Sanofi und Pfizer.

Bundespräsident Joachim Gauck hat in seiner Neujahrsansprache bekannt gegeben, dass Deutschland ab sofort der 51. Bundesstaat der USA und damit direkt an die Anordnungen aus Washington gebunden sei.

»Armut lohnt sich!« – unter diesem Motto veranstaltet der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) zusammen mit dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und den Arbeitgeberverbänden von Gesamtmetall, eine Vortragsreihe zur steigenden Armut in Deutschland. Sie sei besonders wegen dem Prinzip des Lohndumpings zu befürworten.

Griechenland und die USA

»Das US‐Militär ist der größte Käufer und Verbraucher von Erdöl weltweit. Im Oktober 2006 verbrauchte es knapp 365.000  Barrel Öl am Tag, was ungefähr dem Energieverbrauch Griechenlands entspricht.«

- Wikipedia

Anmerkung: Der riesige US‐Hunger nach Öl und der militärisch‐industrielle Komplex in den Vereinigten Staaten, dürften die Ursache für viele Konflikte, Kriege und Unruhen auf der Welt sein. Nur wer das öffentlich sagt, ist ein Verschwörungstheoretiker, ein linker Spinner und gilt als anti‐amerikanisch. Warum gibt es eigentlich keinen Anti‐Russismus, Anti‐Islamismus und Anti‐Iranismus?

Presseblick (41)

Die NATO und die USA bereiten sich auf einen Krieg mit Russland vor. Große US‐Truppenverbände werden nach Osteuropa verlegt und in Polen werden Großmanöver geflogen: »Diese Woche hat US‐Verteidigungsminister Ashton Carter bekannt gegeben, dass die USA dauerhaft Panzer, Militärfahrzeuge und anderes Kriegsmaterial in Ländern stationieren werden, die an Russland grenzen.« Gleichzeitig arbeitet man fleißig daran den Parlamentsvorbehalt bei Bundeswehreinsätzen abzuschaffen. Uns Konsumzombies interessiert das alles nicht. Wir verteilen lieber Facebook‐Likes bei Katzen‐Videos und schauen Germanys Next Kotzmodel. Weiterlesen

Wladimir, der Putinversteher

wladimir_titelSatan wandelt erneut auf Erden. Diesmal in Gestalt des russischen Präsidenten. Die weisen Christen unter uns wussten schon immer, dass er eines Tages wiederkehren würde. Der Antichrist. Luzifer. Beelzebub. Mephisto. Diabolo. Der Verwirrer und Blender. Schon in seinem Geburtsjahr, im Jahre 1952, prophezeiten die Omen am Himmel, dass ein großes Unheil auf die Menschheit zukommen würde: in Nordkorea tobte weiterhin der Krieg, die DDR setzte ihre Planwirtschaft um und der VFB Stuttgart wurde deutscher Meister. In dem Jahr als Wladimir Putin das Licht der Welt erblickte, stürzten in China zwei Säcke Reis auf einen Säugling und mehr als zwei Dutzend Menschen nahmen sich weltweit das Leben. Weiterlesen