Fragt ein Student seinen Ökonomie-Professor:
»Was ist der Sinn des Lebens?«
Der Dozent antwortet:
»Er besteht darin, für den Markt ein relevanter und verwertbarer Mehrwert zu sein.«
Fragt ein Student seinen Ökonomie-Professor:
»Was ist der Sinn des Lebens?«
Der Dozent antwortet:
»Er besteht darin, für den Markt ein relevanter und verwertbarer Mehrwert zu sein.«
Janko Tietz (Chef vom Dienst bei Spiegel Online), begrüßt das Tarifeinheitsgesetz mit den absurden Worten: »Das neue Gesetz privilegiert nicht die Großgewerkschaften — im Gegenteil: Es fördert den Wettbewerb.« In einem Kapitalismus, in dem ständig und unaufhörlich eine Marktverdichtung stattfindet und in dem Monopole/Oligopole regieren, ist der Begriff Wettbewerb ein zynischer Euphemismus. Heute gibt es eine Handvoll großer Gewerkschaften und Dachverbände: DGB, IG Metall, EVG, GEW und ver.di. So ist es für Unternehmen und Konzerne ein leichtes, die jeweiligen Gewerkschaftsvorstände zu korrumpieren oder zu kaufen. Die Junge Welt macht hier auf einen interessanten Punkt aufmerksam: »Es gibt das Gerücht, dass der »Deal« darin bestand, die Kapitalseite werde dem Mindestlohn zustimmen, wenn die Gewerkschaften das Tarifeinheitsgesetz befürworteten. Zumindest der DGB, die IG Metall und zunächst auch ver.di hatten ihre Zustimmung signalisiert.« Weiterlesen
Tja, was soll ich zur »BND-Affäre« ‑die eigentlich keine »Affäre«, sondern ein sicheres Zeichen für den Untergang des Rest-Rechtsstaates und der Trümmer-Demokratie in Deutschland ist- (wie Roberto von ad sinistram richtigerweise schreibt) noch groß sagen? Da wird Landesverrat begangen, der Amtseid gebrochen und keinen interessiert es. Die Geheimdienste machen was sie wollen (NSU, Journalisten ausspähen). Willy Brandt ist wegen weit weniger zurückgetreten, aber unsere Bundesregierung sitzt alles aus. Bei der Bevölkerung ist das auch kein Problem; nie war sie so entpolitisiert, masochistisch, resigniert und fatalistisch. Mit den Deutschen kann man alles machen. Es sei denn, jemand würde es wagen, RTL, Facebook und alle smartphones gleichzeitig abzuschalten. So für eine Woche. Dann würde der Pöbel aber wütend werden. Weiterlesen

© epikur
Ich bin 26 Jahre jung, habe einen exzellenten Uni-Abschluss in Maschinenbau gemacht und auch sofort einen sehr gut bezahlten Arbeitsplatz bei BMW bekommen. Unbefristet mit etlichen Zulagen. Dort arbeite ich jetzt seit gut einem Jahr. Ich bin verheiratet, wir erwarten unser erstes Kind im Sommer und zahlen gerade unser Haus am See ab, in dem wir vor einem Monat eingezogen sind. Wir besitzen zwei Autos und können uns finanziell alles leisten was wir wollen. Und dennoch: ich bin unglücklich. Weiterlesen
Samtweich-verschmierte Illusionen ohne Dornen der Wahrheit. Erkenntnis-Verdrängungswettbewerbe als Leistungssport. Schmerzbefreite Unterwürfigkeit als vorzeigbare Tugend. Glatt gebügelte Kleinbürger-Idole der wahrhaftigen Verlogenheit. Romantisch verklärte Gefühlsamöben zelebrieren die öffentliche Zwangsharmonie. Als aufklärungsresistentes Massenindividuum die Gemeinschaft zersetzen. Obrigkeitshörig in die Weltvergessenheit ejakulieren. Sich vorwärts im Kreis drehen und dabei still stehen. Bilder fressen. Emotionen saufen. Im Versinken ertrinken. Ist das Charakter?
Das bargeldlose Bezahlen ist auf dem Vormarsch: »Kunden begleichen im stationären Handel bereits 42,6 Prozent des Umsatzes bargeldlos mit Karte.« Da lassen Banken, Politiker und Konzerne aber die Sektkorken knallen. Man kann schön sehen, wann und für was Geld ausgegeben wurde, die Werbung noch weiter personalisieren und im Notfall per Mausklick Konten sperren oder bei der nächsten Bankenkrise eine kleine Steuer erheben und sich an dem Geld bedienen. Und umso weniger Bares abgehoben wird, umso besser können die Finanzinstitute damit »arbeiten«, es also verzocken. Ein Grund mehr, meine Bank nur für die wichtigsten Rechnungen zu benutzen, und ansonsten überall nur mit Bargeld zu bezahlen. Natürlich ohne die subversiven Datensammler, wie Payback und die diversen Kundenkarten. Weiterlesen
Nun ist es wieder soweit. Ab sofort darf ich mich erneut dem absurden Spiel der Selbstvermarktung hingeben. Beim Bewerbungstheater gilt wie immer: sei ganz Du selbst, also genau so authentisch, wie Dich Unternehmen, Institutionen und Organisationen haben wollen. In Personaler-Deutsch heißt das primär: flexibel, belastbar, kommunikationsstark, berufserfahren, eigenverantwortlich und zugleich teamfähig. Deine Persönlichkeit und deine Charaktereigenschaften interessieren nur insofern, als dass sie für das Unternehmen nützlich, also monetär verwertbar sind. Hat man diesbezüglich sein gesamtes Wesen auf Personaler- und Unternehmerinteressen reduziert, die eigene Selbstentfremdung verleugnet und definiert sie obendrein als geistige Reife, so steht der eigenen Karriere nichts mehr im Weg. Außer vielleicht die Mechanismen des Neoliberalismus und die Massenerwerbslosigkeit. Aber die sind ja gottgegeben und alternativlos. Weiterlesen
In Literatur, Popkultur sowie in der Serien- und Filmbranche gibt es eine immer wiederkehrende Erzählung, wenn es um Konflikte in der Familie oder in der Ehe geht: der karrieregeile Ehemann, der seine Arbeit mehr liebt als seine Frau und seine Kinder. Er ist kaum noch zuhause und wenn, dann redet er nur von seiner Arbeit, wirkt ständig abwesend, springt jedoch sofort an sein Telefon, wenn sein Vorgesetzter nach ihm verlangt. Frau und Kinder fühlen sich vernachlässigt, sie lässt sich irgendwann scheiden (er/sie gehen fremd) und es folgen nicht selten längere Konflikte, Sorgerechts- und Psychokriege. Schuld an allem ist –wie könnte es auch anders sein- vor allem der Mann. Weiterlesen
Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) schlägt in einem Positionspapier vor, dass die Bundesregierung für Unternehmen neue Regelungen schaffen müsse, damit sie über 40-jährige Mitarbeiter noch besser und schneller kündigen können: »Firmen sollten dafür belohnt werden, unproduktive Arbeitskräfte, frei zu stellen, denn das würde dem Wirtschaftswachstum zugute kommen«, so der BDA Präsident Ingo Kramer.
Wer in Deutschland zum Islam konvertiert oder dunkle Haare mit Vollbart hat, bekommt ab sofort im Personalausweis einen deutlich sichtbaren Vermerk (Halbmond-Stempel) und wird vom Bundeskriminalamt (BKA) und vom Verfassungsschutz »genau und intensiv beobachtet« werden, so das Bundesinnenministerium.
Ab dem 30. Juni 2015 gibt es keine staatliche Rente mehr. »Die Kassen sind leer«, meinte Bundeskanzlerin Angela Merkel auf einer Veranstaltung der Deutschen Bank. Sie rate jedem Bundesbürger ab sofort privat vorzusorgen. Wer dies nicht machen würde, habe zu wenig Eigenverantwortung gezeigt und sei dann für seine Altersarmut selbst schuld.
Frau Hein: Herr Schabanowski, entschuldigen Sie bitte die Störung, ich wollte Ihnen nur mitteilen, dass ich mit meiner Aufgabe heute schon fertig bin, da ich ohne Pause daran gearbeitet habe. Könnte ich dafür vielleicht meinen Mann im Krankenhaus...
Chef: (unterbricht) Hervorragend, Frau Hein! Dann können Sie ja Frau Sonntag bei ihrem Projekt unterstützen.
Frau Hein: Aber...
Chef: (unterbricht wieder) Worauf warten Sie noch? Zeit ist Geld!
Frau Hein: (verlässt resigniert das Büro) Alles klar. Weiterlesen