Der Philosoph und Schriftsteller Gunnar Kaiser bringt es auf den Punkt: bei den Hygiene-Demos wurde ständig und überall von Abstandsregeln, Solidarität und Maskenpflicht gesprochen. Die Demonstranten wurden als Spinner, Wirrköpfe und Verschwörungstheoretiker beschimpft. Sie wären egoistische Altenmörder, würden das Virus verbreiten und eben nicht »Zuhause bleiben«. Nun waren Zehntausende am letzten Wochenende dicht gedrängt auf den Straßen, um gegen Rassismus zu demonstrieren. Hier war die Kritik von Politik und Medien ‑wegen den Corona-Hygiene-Regeln- kaum vorhanden. Natürlich ist es gut und richtig, gegen Rassismus zu protestieren. Aber es ist eben auch gut und wichtig, für den Erhalt unserer Grundrechte zu demonstrieren, ohne die beispielsweise eine Anti-Rassismus-Demonstration gar nicht möglich wäre!
Gelten die Corona-Hygiene-Regeln auf einmal nicht mehr, weil man für das »Richtige« demonstriert? Oder nehmen die Herrschenden das Corona-Virus vielleicht selbst gar nicht so ernst, wie sie immer vorgeben? Wenn ja, warum gibt es dann immer noch die absurde Maskenpflicht und die Kontaktbeschränkungen? Will man vielleicht doch die Massenpsychose solange am Köcheln halten, bis der »Wir-werden-7-Milliarden-Menschen-Impfstoff« da ist? Eigentlich müssten doch jetzt alle Verantwortlichen sowie alle Corona-Maßnahmen-Befürworter die Anti-Rassismus-Demos aufs Schärfste verurteilen? Schließlich geht es doch um unser aller Gesundheit? Oder etwa nicht?

Ein wichtiger Aspekt der vermutlich mit dafür gesorgt hat, dass ein großer Riss durch die Bevölkerung geht, ist »Vertrauen«. Die Frage die sich stellt ist: Hat man Vertrauen zur Regierung, zu den Behörden, der Verwaltung, zu den Massenmedien, zu Smartphone-Apps, zur Pharmaindustrie und den wissenschaftlichen Experten? Oder hat man kein Vertrauen? Eine unterschiedliche Beantwortung der Frage lässt sich hier schwer miteinander vereinbaren. Hat man Angela Merkel und den Berichten der Tagesschau schon immer vertraut? Oder war man schon immer eher kritisch eingestellt und hat hundertfache 
Am Samstag, den 16. Mai 2020 habe ich es jetzt endlich zum Alexanderplatz und zum Rosa-Luxemburg-Platz geschafft. Die Bedrohungskulisse durch die Polizei war enorm. In Anbetracht der Anzahl der Demonstranten gab es hier kaum eine Verhältnismäßigkeit. Aber die sind wir ja von der Regierung mittlerweile gewohnt. Es gab überall kleine abgetrennte Bereiche und Grüppchen, die unterschiedliche Schilder und Plakate hoch gehalten haben. Manche wollten gegen vermeintliche Verschwörer demonstrieren (»Entschwört euch!«), andere für offene Grenzen, wieder andere für das Klima und einige einfach für die Freiheit (»Freedom Parade«). Ein paar visuelle Eindrücke.
Wir alle werden sterben! Irgendwann. Vielleicht morgen. Vielleicht in einer Woche. Einem Jahr. Oder in 30 Jahren. Wir alle werden ihn erleben. Ausnahmslos. Das muss man sich immer und immer wieder klar machen! Und damit ‑sowie mit sich selbst- seinen Frieden machen. Das Leben künstlich verlängern oder die ewige Jugend erleben wollen, indem man seine grauen Haare, Falten und andere Alterserscheinungen versteckt, ist ein aussichtsloser Kampf. 