Seit rund zwei Jahren bin ich im Betriebsrat. Machen statt meckern. Zwei mal im Jahr machen wir eine Betriebsversammlung. Es kommen durchschnittlich 100 Kolleginnen und Kollegen. Es geht um Arbeitsbedingungen, Tarifanpassungen, Gesundheitsschutz, Betriebsvereinbarungen, Finanzen, Arbeitsschutz und vieles mehr.
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Vertrauen (4)
Ständig und überall wird von Polarisierung, Vertrauensbruch und Spaltung gesprochen. Wie das »Populisten« und »Rechtsextreme« ausnutzen und befeuern würden. Wie die Sozialen Medien die Empörungsspirale bedienen würden. Oder wie vermeintliche russische Trollfabriken die Emotionen anheizen würden.
Aber warum spricht kaum Jemand darüber, wie man Vertrauen wiederherstellen könnte? Ich schlage einen Zehn-Punkte-Plan vor, von dem ich glaube, dass er relativ schnell wieder Vertrauen in Politik, Medien und Behörden aufbauen würde. Und nebenbei die AfD besser bekämpfen würde, als es ein Parteiverbot jemals könnte.
Lebensfreude (9)

© epikur
Seit einigen Jahren empfinde ich eine Freude an dem, was wächst. Liebesbeziehungen. Freundschaften. Bindungen. Pflanzen. Tiere. Gedanken. Texte. Vielleicht hat das was mit dem Älterwerden, vielleicht aber auch mit der großen politimedialen-gesellschaftlichen Lust an der Zerstörung zu tun — die mich nur noch anwidert. Ich weiß es nicht. Die Kreativität, Schönheit und Einzigartigkeit des Lebens, zeigt sich überall. Jeden Tag. Man muss nur mit offenen Augen und Armen durch das Leben gehen.
Lebensfreude (7)

von links nach rechts: Fluffly, Greta und Lucky.
Ja, es mag banal klingen, aber ich habe eine große Freude daran, das Außengehege meiner Meerschweinchen sauber zu machen. Pippipads wechseln. Staubsaugen. Die Unterschlüpfe reinigen. Frisches Heu hinlegen. Häuser reinigen. Im Gegensatz zu vielen anderen Dingen, die man im Alltag so veranstaltet (und machen muss), ist das für mich eine absolut sinnvolle und erfüllende Tätigkeit. Ich helfe aktiv dabei, dass es anderen Lebewesen gut geht. Ganz direkt. Mit sichtbarem Ergebnis. Sie danken es mir, indem sie »popcornen«: sie springen unkontrolliert in die Luft und drehen sich dabei.
Nach knapp drei Jahren kann ich sagen: Meerschweinchen machen Arbeit. Viel Arbeit. Dafür, dass sie nur 4 — 7 Jahre leben, sie Fluchttiere und damit eben keine Streichel- und Kuscheltiere sind — ist das für viele sicher kein guter »Deal«. Sofern man nur ökonomisch und eigennützig denkt. Dabei haben Meerschweinchen ein ausgeklügeltes Sozialverhalten und werden in ihrer Intelligenz maßlos unterschätzt. Wenn man Zeit und Geduld mitbringt, das heisst eben nicht übergriffig wird, kann man sie auch zutraulicher machen und konditionieren. Mir bereiten sie nach wie vor sehr viel Lebensfreude. ![]()
Vertrauen (3)
Die Tagesschau hat einen Beitrag über »Vertrauen« veröffentlicht. Darin wird die Politologin Daniela Braun interviewt. Frau Braun ist Professorin für Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Europäische Integration an der Universität in Saarland. Ein paar Auszüge:
»Wir sehen sicherlich, dass die Bevölkerung irritiert ist.«
»Wenn politische Abläufe nicht mehr gut nachvollziehbar sind und nicht mehr gut erklärt werden können.«
»Man müsste wahrscheinlich zielgruppenspezifischer kommunizieren.«
»Politikerinnen und Politiker müssen immer wieder erklären, warum man bestimmte Konflikte jetzt hatte.«
Vertrauen (2)
1.) Warum sollte ich einer deutschen Bundesregierung vertrauen, die mir vor kurzem noch mein Recht auf körperliche Selbstbestimmung (»Impfpflicht«) entreißen wollte? Die systematisch ‑ohne jede Verhältnismäßigkeit- Millionen von Menschen (»Ungeimpfte«) vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen hat und dabei keinerlei Reue empfindet?
2.) Ist es so überraschend, das nach dutzenden von Affären, Lügen und Skandalen sowie der einseitigen Berichterstattung, immer mehr Menschen keinerlei Vertrauen in Politik und Medien mehr haben?
3.) Wann haben sich zuletzt Politiker und Parteien an ihren Versprechen messen lassen oder ihre Wahlprogramme eingehalten?
4.) Warum sollte ich Politiker in ihrer »Authentizität« und in ihrer »Glaubwürdigkeit« ernst nehmen, wenn sie überall Platikphrasen ablassen und sich via Imageberater inszenieren?
5.) Weshalb sollte ich Vertrauen in Politik und Medien haben, wenn sie ständig versuchen, mich mit allerlei Techniken und Methoden (Nudging, Haltungsjournalismus, Diffamierung etc.) zu manipulieren und zu erziehen?
6.) Wann hat eine deutsche Bundesregierung oder die Mainstream-Presse, in den letzten 30 Jahren, primär die Interessen und Bedürfnisse der einfachen Bevölkerung und eben nicht von Konzernen, Reichen und Banken, berücksichtigt? Wann?
Trotzdem verlangt Ihr immer noch »uneingeschränktes Vertrauen« gegenüber Parteien, Politiker und Wahrheitsmedien? Ihr zeigt keinerlei Reue oder Selbstreflektion, beschimpft jeden Kritiker (Covidiot, Nazi, Putintroll, Klimaleugner etc.) und wundert euch dann, dass sich immer mehr Menschen von Politik und Medien ab- bzw. der AfD zuwenden? Vertrauen muss man sich verdienen. Und Ihr habt es in den letzten Jahren gründlich verkackt. Mit einer Politik, die fast ausschließlich gegen die Interessen der Bevölkerung gerichtet ist.
Fun Fact: Ich vertraue darauf, dass die Industrie keinen Skandal, kein PR-Desaster und keinen Shitstorm wegen giftiger Baby- und Kinderkosmetik gebrauchen kann — deshalb benutze ich seit Jahren Baby-Shampoo’s und Baby-Creme’s. ![]()
Nicht verantwortlich
Mit dieser Körpersprache reagierte Karl Lauterbach (SPD) in der Anne Will — Sendung »Impfskepsis – Hilft oder schadet mehr Druck auf Ungeimpfte?« auf einen Wortbeitrag von Sahra Wagenknecht (Linke). Sie machte ihn darauf aufmerksam, dass er für die Schließung von Krankenhäusern sowie der Fallpauschale mit verantwortlich sei. Zusammen mit der Bertelsmann-Stiftung wollte er fast jede Zweite Klinik in Deutschland schließen lassen. Aber das alles weist er heute brüsk von sich. Geht ihn nichts mehr an. Was interessiert uns und ihn denn bitte sein neoliberales Geschwätz von gestern?
Wenn es nach Lauterbach gegangen wäre, hätten wir jetzt vermutlich eine Triage oder zumindest Zustände wie in Italien. Und dennoch ist er weiterhin Apostel, Prediger und Schutzheiliger der Maßnahmen-Befürworter. Muss ich das verstehen?
Aber immerhin werden Kritiker nun endlich fair, sachlich und vorurteilsfrei behandelt:
»Ihre Schwurbelei gefährdet Menschen.« (spiegel.de)
»Wagenknecht verbreitet Impfmythen.“ (tagesspiegel.de)
»Lauterbach nennt Wagenknechts Impfaussagen Unsinn — Faktencheck zeigt, dass er Recht hat.« (focus.de)
Neusprech: »pandemiebedingt«

»Die Bundesregierung hat vor psychischen und sozialen Folgen der Corona-Pandemie für Kinder und Jugendliche gewarnt.«
tagesschau.de vom 15. September 2021
Politiker, Journalisten und Ökonomen lieben es, wenn man Verantwortung an eine höhere Macht abschieben kann. So müssen sie keine Konsequenzen fürchten oder für ihre Entscheidungen die Verantwortung übernehmen. Wir kennen dieses Spielchen vom »demografischen Wandel« oder von der »Globalisierung«. Jahrzehntelang wurden uns neoliberale Spar- und Kürzungsprogramme als alternativlos verkauft. »Sachzwänge« würden keine anderen Entscheidungen zulassen, so der Tenor. Für steigende Kinder- und Altersarmut, den größten Niedriglohnsektor Europas, menschenverachtende Hartz4-Willkür oder steigende Mieten, waren niemals Konzerne, Hedge Fonds, Banken, Politiker oder Superreiche — sondern stets der »demografische Wandel« und die »Globalisierung« verantwortlich. Also Niemand. Weiterlesen
»Deutschland muss mehr Verantwortung übernehmen!«
Rund 30 Millionen Treffer landet dieser Satz bei der großen Suchmaschine. Aber was ist damit eigentlich gemeint?
- Mehr Brunnen, Krankenhäuser und Schulen in Entwicklungsländern bauen?
- Eine Entspannungspolitik mit unseren Nachbarn, wie beispielsweise Russland?
- Militärische Abrüstung? Ausbau von internationalen Friedensverträgen? Zockerbanken schließen?
- Global für mehr soziale Gerechtigkeit sorgen? Ausbeutung unterbinden? Soziale Sicherungssysteme installieren? Welthunger vermeiden?
- Keine Waffenexporte mehr in Steinzeit-Diktaturen?
Nein. Nein. Und nochmals Nein! Diese Formel wird immer wieder nur zu einem Zweck missbraucht: die deutsche Regierung soll sich endlich wieder an mehr Kriegen beteiligen. Zerstörung. Leid. Elend. Mord. Das ist hier die »Verantwortung«. Das klingt dann beispielsweise so:
»Wenn der Westen Staaten wie China, Russland oder der Türkei nicht das Feld überlassen wolle, müsse Europa seine Friedensrolle in der Welt wieder ernster nehmen.« (tagesspiegel)
»Wir Deutschen und wir Europäer wissen, dass wir in dieser Partnerschaft im 21. Jahrhundert mehr eigene Verantwortung übernehmen müssen, sagte Merkel.« (rheinpfalz.de)
»Die Politik muss der Bevölkerung besser erklären, warum deutsche Soldaten überall in der Welt eingesetzt werden« (tagesschau)
Interessant ist, das diese Meldungen und Aufrufe sofort kamen, als Joe Biden zum Sieger gekürt wurde. Ob die USA bald wieder neue Angriffskriege führen werden?
Die Pathologie der Normalität
»In der Tat ist es in jeder Gesellschaft undenkbar, das nicht tun zu wollen, was alle tun möchten.«
(Erich Fromm. »Die Pathologie der Normalität«. Ullstein Verlag. S. 107)
»Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.«
(Jiddu Krishnamurti)
»Sapere Aude — Habe Mut Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen.«
(Immanuel Kant)
Anmerkung: Große Dichter, Denker und Philosophen weisen seit Jahrhunderten darauf hin, dass wir lernen müssen, uns selbst zu vertrauen. Unserer eigenen inneren Stimme zuzuhören, den ureigenen Bedürfnissen zu lauschen. Im Massenmedien-Zeitalter wird das umso schwieriger, weil wir von allen Seiten mit Desinformation und Herrschaftsmeinung bombardiert werden. Man versucht uns ständig einzuimpfen, was wir wie, wo und in welcher Form, über bestimmte Sachverhalte, Menschen und Themen denken sollen. Vielleicht wäre es dringend geboten, eine Medien-Diät einzulegen.