Das ist kein Sexismus

gesehen und fotografiert am 28. Januar 2016 in Berlin, an einer großen Hauptstraße.

gesehen und fotografiert am 28. Januar 2016 in Berlin, an einer großen Hauptstraße.

Wenn hier eine Frau mit nacktem Oberkörper oder mit einem Bikini zu sehen wäre, ja dann wäre es Sexismus. Diskriminierung. Objektreduzierung. Frauenfeindlichkeit. Sexistische Kackscheisse vom Patriarchat. Der #Aufschrei wäre groß. So aber nicht.  Das ist kein Sexismus! Männer, habt euch mal nicht so! Geht lieber trainieren! Ihr Memmen! :kicher:

Wen interessiert das schon

Noch immer behaupten vermeintliche Normalbürger, dass so einige linke Blogger sich die Apokalypse herbei schreiben, gezielt Verschwörungstheorien verbreiten oder einfach nur übertreiben würden. Dabei reicht der tägliche Blick in unsere Massenmedien, um zu erkennen, dass wir mit Volldampf auf den Abgrund zu rasen. Die Restdemokratie wird Stück für Stück zerlegt. Drei aktuelle Beispiele:

Die angeblich kritischen Wissenschaftler von sciencefiles.org behaupten »Menschen sind nicht gleichwertig!«. Hier wird der Wert eines Menschen anhand seiner Nützlichkeit und Funktion kategorisiert und bewertet. Hatten wir das nicht schon mal? Und haben wir nicht daraus gelernt, dass jedem Menschen die gleichen Grund- und Menschenrechte zu stehen?

Das Innenministerium will den Staatstrojaner einsetzen obwohl es dafür keine gesetzliche Grundlage gibt. Es handelt damit ganz offen und bewusst verfassungswidrig, ja kriminell. Konsequenzen? Keine.

Der Bundestag beschließt weitere Asylrechtsverschärfungen. Diese verstoßen in vielerlei Hinsicht gegen internationale Menschenrechtsstandards. Beispielsweise Abschiebung auch bei gesundheitlichen Einschränkungen, Aussetzung von Familiennachzug und strenge Residenzpflicht, also Gefängnis. Für das Gesetzespaket sprachen sich 429 Abgeordnete aus. 147 Parlamentarier stimmten dagegen. Immerhin.

Eines Tages...

final...werden alle Menschen an einem kleinen elektronischen Gerät kleben. Sie werden es überall dabei haben und es mehrmals in der Stunde sanft streicheln, um Aufmerksamkeit und Bestätigung zu bekommen. Es wird alle sozialen Interaktionen nachhaltig prägen und verändern. Jeder wird, vollkommen freiwillig, seine intimsten Daten, Interessen und Geheimnisse in die Maschine eingeben. Unternehmen werden durch den Verkauf der Geräte und der Daten unbeschreiblich reich werden. Für Geheimdienste wird es ein Kinderspiel sein, jeden einzelnen Bürger zu überwachen und gegebenenfalls jeden Widerstand im Keim ersticken zu können.

Die Dystopie der Vergangenheit ist die Beschreibung der Gegenwart. Die Bankokratie von morgen ist der Zustand von heute.

Presseblick (49)

Am 13. Januar 2016 hat die Berliner Polizei zusammen mit zwei Sondereinsatzkommandos (SEK) ein von der alternativen Szene bewohntes Haus regelrecht überfallen. Türen wurden eingetreten, sämtliche Wohnungen durchsucht, Möbel und Haushaltsgeräte zerstört. Der Grund war ein vermeintlicher Angriff auf einen Polizisten einige Stunden zuvor. Die World Socialist Web Site schreibt treffend: »Großeinsatz der Berliner Polizei: eine Bürgerkriegsübung zur Unterdrückung sozialer Unruhen.« Oliver Höfinghoff Mitglied der Piratenfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus kommentiert den Fall im Neuen Deutschland und schreibt: »So hat mir selbst die Berliner Polizei schon versucht, als recht prominentem Kritiker der Polizeiarbeit in zwei Fällen Straftaten vorzuwerfen.« Und während mehr als 4.000 Menschen gegen Polizeiwillkür in Berlin-Friedrichshain demonstrierten, bezeichnet Innensenator Frank Henkel (CDU) das Wohngebiet der Alternativen als »Gefahrengebiet«, das »Terroraktionen« ausführen würde. Weiterlesen →

»Biste auch bei WhatsApp?«

X: »Nein.«

Z: »Und wieso nicht?«

X: »Ich habe kein smartphone.«

Z: »Ist Deins kaputt gegangen? Oder haste es verloren? Ich hab noch ein altes, das ich Dir geben kann, wenn Du willst?«

X: »Nein, danke. Ich will keins.«

Z: »Was? Aber wieso denn nicht?«

X: »Weil ich so ein Ding nicht brauche.«

Z: »Aber wieso denn nicht? Die Teile sind doch voll cool, ey! Damit kann man sich Nachrichten, Fotos, Bilder und Videos schicken, unterwegs surfen, spielen, telefonieren, Filme gucken, Musik hören...«

X: »...sich überwachen und ausspionieren sowie die eigene Ruhe, Stille und Konzentration rauben lassen, ständig erreich- und verfügbar sein müssen, mit belanglosem Social Media Geblubber sowie infantilen Kinderspielchen die Zeit totschlagen. Nein, ich brauche kein smartphone.«

Z: »Versteh ich nicht.«

Presseblick (48)

Im Forum von elitepartner.de sind sich Männer und Frauen zum großen Teil einig bei der These: »Ein Arbeitsloser, der Zeit, Energie und Geld für die Partnersuche verschwendet, handelt unverantwortlich.« Nur ein Lohnarbeiter, der funktioniert, Geld verdient und was zum Vorzeigen besitzt, hat das Recht geliebt, geachtet und respektiert zu werden. Während es vor einigen Jahren zumindest noch ein wenig Unmut gegen die Pauschal-Diffamierung von Erwerbslosen als »Sozialschmarotzer« gab, scheint es heute völlig normal zu sein, erwerbslose Menschen als finanziell, unwertes Leben zu diskreditieren. Das neoliberale Leistungs‑, Wettbewerbs- und Konkurrenzdenken ist in Fleisch und Blut übergegangen. Man begreift sich selbst und seine Mitmenschen nur noch als Objekte, die bestmöglich optimiert und marktwirtschaftlich verwertet werden müssen. Weiterlesen →

Menschenverachtung ist systemimmanent

köln hbf_titelAuf dem Kölner Hauptbahnhof soll es in der Silvesternacht 2015/2016 in großer Zahl sexuelle Übergriffe auf Frauen und Diebstähle gegeben haben. Die Täter seien zu Hunderten unterwegs gewesen und würden aus dem nordafrikanischen und/oder arabischen Raum stammen, wie unter anderem Spiegel Online, Focus, Süddeutsche und Zeit berichten. Die Polizei habe rund 90 Anzeigen vorliegen, wovon ein Drittel wegen Sexualdelikten sei. Auch wenn noch nicht bewiesen ist, dass es Flüchtlinge waren und ob es nicht viel mehr um Diebstähle als um Sexverbrechen ging, so fühlen sich sofort alle »besorgten Bürger«, rund um Pegida, den typischen Mittelschichts-Spießer-Rassisten (»ich habe ja nichts gegen Ausländer, aber...«) und alle verkappten sowie öffentlichen Nazis in ihrer Weltsicht bestätigt: Multikulti sei gescheitert und linke Gutmenschen seien schon immer realitätsfremde Spinner gewesen. Weiterlesen →

Liebes Tagebuch...

Spiegel Online vom 21. Dezember 2015

Spiegel Online vom 21. Dezember 2015

...heute war ich bei der Bundesbank und wollte Goldbarren abheben. Der Wirtschaftsjournalist Michael Kröger (mik) hat in seinem Artikel auf Spiegel Online davon gesprochen, dass »besorgte Bürger« –und dazu zähle ich mich auch, schließlich bin ich bis jetzt auf jeder Pegida-Demonstration gewesen- die Goldbarren lieber in Frankfurt haben wollen, als im Ausland. Es würde »viele Deutsche beruhigen, den wertvollen Schatz lieber in der Heimat als in der Fremde« zu sehen, betonte er weiter. Und ja, ich bin laut meinem Personalausweis auch deutscher Staatsbürger. Und Fremden, also Türken und Ausländern, habe ich auch noch nie vertraut. Der Transport des Goldes nach Deutschland sei wichtig, damit »Deutschland im Krisenfall darauf zugreifen könnte«. Nach der Bertelsmann-Kampagne aus dem Jahr 2005 bin auch ich Deutschland. Und bei mir ist gerade Krise. In der Bank wollte man mir aber keinen Goldbarren geben, stattdessen haben die Wachleute mich nach draußen befördert. :prof: