Presseblick (80)

Hauptsache: Aufmerksamkeit!

Auf horizont.net entdeckt Cosmin‐Gabriel Ene den Leser: »Leserumsätze sind nicht nur ein modisches Extra zu Werbegeldern für die Verlagsbranche, sie sind eine Notwendigkeit — und das erkennen die Medienmacher zunehmend. Nun müssen sie mit den unbequemen Feinheiten dieser Erkenntnis zurechtkommen, den Kniefall vorm viel zu lange ignorierten Nutzer machen.« Frei nach dem Motto: gebt uns euer Geld, aber die Meinungs‐ und Deutungshoheit behalten wir! Oder werden tatsächlich die zahlreichen, geschlossenen Kommentar‐Sektionen der großen Medienportale wieder eröffnet? :PFEIF:

Der Fake‐News‐Skandal um Claas Relotius ist und bleibt natürlich ein absoluter Einzelfall: »Acht weitere Redaktionen haben Belege für Manipulationen gefunden.« So etwas wird es nie nie wieder geben! Versprochen! »Recycelte Protagonisten, geänderte Namen, falsche Altersangaben« — also das kann in der Hektik des WDR‐Alltags schon mal passieren! :JAJA:

Sexismus
Auch wenn ich Detlef Bräunig vom »Männermagazin« politisch und menschlich oft nicht zustimmen kann (er ist wohl eher rechtskonservativ‐kinderfeindlich‐neoliberal geprägt), so scheut er sich nicht, den weit um sich greifenden Männerhass zu thematisieren:

»Die Muttis sind immer die Besten, die stets alles richtig machen. Da verwundert es schon, dass Väter jedes Jahr rund 50.000 Gerichtsprozesse führen müssen, um ihre Kinder sehen zu dürfen, meist erfolglos.«

Auch die krass ungerechten, männerfeindlichen Regelungen im Unterhalts‐, Familien‐ und Scheidungsrecht werden in den Medien nicht behandelt, da man sich vor #metoo‐ und SJW‐Shitstorms fürchtet. Also berichtet man lieber über: »Frauen‐Kontrolle per App — Saudi‐arabische Männer können Reisen ihrer Frauen per offizieller App überwachen und verbieten.« Da ist man im sicheren Hafen der männerhassenden Feministinnen und ihren Lila Pudeln. :JAJA:

Im Lynchmob‐Zeitalter von Gender, SJW und »toxischer Maskulinität« ist das ja fast schon Ketzerei: »Ostdeutsche Männer mittleren Alters sterben häufiger durch Suizid, Alkohol und Drogen als andere Bevölkerungsgruppen.« Schwarzer, Übernehmen Sie! Das kann Frau so nicht stehen lassen! ...Obwohl? ...Drogen? Alle Männer selbst schuld! :JAJA:

Recht
Und da wir täglich neue Spaltungs‐ und Ablenkungsthemen brauchen, um Nebenkriegsschauplätze aufmachen zu können, reden wir mal über ein Gesetz das ganze 150 Menschen in Deutschland (!!!) betrifft: »Was sich durch divers ändert.« Oder noch besser: »Frisuren‐Diskriminierung in New York künftig verboten.« Das ist schon wichtig! Sonst könnte ja noch jemand auf die Idee kommen, über Milliardäre, die ungerechte Vermögensverteilung, Massenarmut, Obdachlosigkeit, Angriffskriege, Plastikmeere oder Elektroschrott‐Müllberge zu sprechen. Besser nicht. :NENE:

Wie soll ich das verstehen?

Politik
Wie man die Verwaltung kaputt spart und wie man Verantwortung politisch heute auslagert (der Bevölkerung aber ständig etwas von »Eigenverantwortung« erzählt), machen deutsche Ministerien sowie die Bundesregerung vor: »Staat zahlt jährlich drei Milliarden Euro für Berater.« Wenn am Ende dann etwas schief läuft, hat man sich eben nur falsch beraten lassen.

Krieg
Wer sich für den Frieden einsetzt, wird entweder als Verschwörungstheoretiker, Ewiggestriger oder Sozialromantiker diffamiert oder darf zahlen: »Aktivisten sollen 15.000 Euro zahlen, weil sie Transparent bei Rheinmetall‐Versammlung zeigten.« Wenn es denn doch einmal gelingt, Waffendealer wegen illegaler Aktivitäten zu belangen, dann:

»Prozess gegen Heckler & Koch: Drei Freisprüche, zweimal Bewährung und eine Millionenstrafe. [...] Einen faden Beigeschmack hat das Urteil allein schon deshalb, weil die aus Sicht des Gerichts eigentlichen Verantwortlichen gar nicht auf der Anklagebank saßen.«

Übrigens: auf schatzwert.de kann man ganz transparent und übersichtlich nachlesen, über welche Bodenschätze die Länder dieser Welt verfügen. Wenn man sich dann noch die weltweiten Kriege in den letzten 100 Jahren anschaut, wird man garantiert ein kleines Aha‐Erlebnis haben. Jenseits von dem ständigen Demokratisierungs‐, Antikommunismus‐ und Brunnen‐bauen‐Geblubber.


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8 Gedanken zu “Presseblick (80)

  1. Dasss hier so ein Typ wie Leutnant Dino als Kronzeuge genannt wird: »so scheut er sich nicht, den weit um sich greifenden Männerhass zu thematisieren:« schießt diesen Blog weit ins Abseits. Von mir dafür die rote Karte. Dann auch noch die Verlinkung auf sein Portal. Dort wiederum steht, dass ihn die Sat1‐Moderatorin »Arschloch« genannt haben soll. Auf YT ist zu sehen, dass dies nicht stimmt.

    Epi, mal eine Frage: Hast Du sie noch alle?

  2. Altauto, Mensch halt mal den Ball flach.
    Opener war Presseschau.
    Das ein »Männermagazin« mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Männerthemen bedient wie z. B. »Männerhass« scheint mir, zumindest naheliegend. Musste ja nich lesen, ik les och keene Bild.
    Kann es sein, das Vegan und die ach so geschundenen Weiber bei dir ganz persönlich triggern??
    Nun wird ma wieder lieb.
    schönes WE

  3. Fluchtwagenfahrer: Epikur spricht (am Weltfrauentag) vom »weit um sich greifenden Männerhaß«.

    Meint er damit den Femizid und die Witwenverbrennung in Indien, die Klitorisbeschneidung in Afrika, die Näherinnenausbeutung in Bangladesh, den Tschador, die Burka oder das Kopftuch oder den gesellschaftlichen Zwang in den europäischen Ländern, den Minirock nebst High Heels zu tragen?

    ....weltweit sich ausbreitender Frauenhass....iss klar

    bin dann hier auch weg..

  4. Bei dem Fall Relotius kommt es einem vor, als wenn dort jetzt einer über die Klinge springen muss, damit die anderen unbehelligt ihrem Tagewerk weiter nachgehen können. Man hat plötzlich einen, auf dem man mit dem Finger zeigen und alles unsittliche, was man selber tut, abladen kann und den man allen Außenstehenden als Buh‐Mann präsentieren kann. Wer weiß, worüber der gestolpert ist, ob das ein mitwissender Konkurrent war, der seine Methoden kannte...

    Bei der ganzen Traube »Männerrechtler«, die es heute gibt, ist das hervorstechende Übel: Zum Teil sind da einige gruselige Figuren darunter, aber mit ihrer Art sprechen sie doch verstreut mal ein Thema an, womit sie nicht Unrecht haben.
    Das versetzt einen in eine solche Situation: »Blindes Huhn findet auch mal ein Korn.«

  5. @altautonomer

    Sind wir schon wieder bei der Gesinnungspolizei, inklusive Schmuddelkind‐Vorwurf, Denkverboten und Kontaktschuld? Innerhalb der politischen Linken echt nervige Phänomene.

    »Fluchtwagenfahrer« hat es schon gesagt, es ist eine Presseschau. Außerdem habe ich einen dicken Disclaimer vorne angestellt. Bin ich sofort ein BILD‐Fan, wenn ich aus ihr zitiere, selbst wenn sie mal etwas schreibt, was ich als richtig empfinden würde?

    Interessant ist generell, wie oft sich auf einzelne Passagen, Schlagwörter oder Formulierungen gestürzt und gleichzeitig alles andere komplett ignoriert wird.

  6. Meine Empfehlung: Meide die Presse und lass die Glotze aus, so oft es Dir möglich ist.
    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich einen klareren Blick auf Leben und Erde bekam, wenn mein Blickwinkel und mein Denken nicht schon vorher eingeengt wurden.

    Die Unterhaltung über die »Frauenrechte« verdeutlicht das Dilemma. Es kann immer nur um Menschenrecht und Gleichwürdigkeit gehen. Frauenrechte, Vaterrechte, Bürgerrechte, Kinderrechte ... sind keine menschenfreundlichen Worte. Pseudobegriffe. Menschenrecht und Menschenwürde sind unteilbar. Aber die (Wettbewerbs)Gesellschaft ist durch die Verwendung leerer Worthülsen (Pseudobegriffe) spaltbar und leichter zu jedem Unsinn verführbar. Medien, Bildungssystem und Politik spielen dabei keine rühmliche Rolle.

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