Bequemlichkeit statt Freiheit

Ich habe nie verstanden, warum sich so viele Menschen freiwillig und ohne Not (sozialer Zwang?) in technisch geschlossene und eingeschränkte Systeme begeben. Nehmen wir beispielsweise die Apple‐Produkte iPod, iPhone und iPad. Eigene Daten auf die Geräte spielen, sich die Benutzeroberfläche oder sich das Betriebssystem nach eigenen Bedürfnissen umgestalten, ist fast unmöglich. Aber auch Android, dass von Herstellerseite an ein Google‐Konto geknüpft ist (ja, mit ein bisschen Fummelei gehts auch ohne), lässt nicht alles zu. Besonders Google blockiert den Zugriff auf bestimmte Webangebote oder verbietet -also zensiert‐ gleich spezifische Programme (beispielsweise YouTube‐Downloader) in der Android‐Umgebung.

Ja, es ist signifikant bequemer via Konsole statt mit einem PC zu zocken oder via Apple‐Produkte mit leicht zugänglicher Benutzeroberfläche zu surfen. Aber es ist eben auch mit deutlich weniger Freiheiten verbunden. Keine Mods, keinen Zugriff auf die Spiel‐ oder Systemdateien und kaum Kontrolle über Datenfishing, Tracking und Cookies. Im Marketing‐ und PR‐Bullshit‐Sprech nennt man das dann euphemistisch »exklusiv«. Während man ansonsten ständig von Selbstbestimmung, Eigenverantwortung und Freiheit schwafelt, scheint das bei digitalen Unterhaltungsprodukten absolut keine Rolle zu spielen. Willkommen im digitalen Überwachungskapitalismus! »Ich habe auch nichts zu verbergen!« :JAJA:  


Medial verstrahlt
Die Ablehnung der Wirklichkeit
Kollektive Kommunikationspflicht

5 Gedanken zu “Bequemlichkeit statt Freiheit

  1. Soweit ich das mal von jemandem über Apple‐Produkte gesagt bekommen habe — gerade bei einem Apple‐PC: Das Problem ist, hat man sich einmal daran gewöhnt — ganz besonders an Apples etwas anders strukturiertes Keyboard -, ist es mit etwas mehr Strapazen verbunden, mit was anderem außer Apple wieder firm zu werden.
    Zudem — nur andere Apple‐Produkte interagieren leicht mit einem Apple‐Betriebssystem. Also steckt man in der Falle, sich alles nur von dieser Firma holen zu können, wenn man irgendwas von ihnen besitzt. (Was wahrscheinlich mit Absicht so gewollt ist.)
    Gut, in der Vergangenheit war Commodore mit Microsoft auch nicht kompatibel bzw. alles anstandslos austauschbar... Man hat ebenso gemerkt, dass es zwei verschiedene Systeme von zwei verschiedenen Herstellern waren.
    Bezüglich Microsofts Systeme sieht es bestimmt nur besser aus, weil sie am Computermarkt schon so lang dominierend sind und sich daraus wesentlich mehr Potential für Leute ergibt, die irgendwelche Modifikationen auf eigene Faust produzieren.
    Könnte aber passieren, dass sich das unter Win10s Alleinherrschaft auch noch mal wieder ändert (gerade unter ihrem Update‐Zwang).

  2. Die Leute sind technisch größtenteils wenig bis komplett uninteressiert und begeben sich daher solange in geschlossene Ökosysteme, solange sie meinen, dass dort all ihre Wünsche erfüllt werden. Ich prognostiziere, dass das noch wesentlich schlimmer werden wird.

  3. @juri nello

    Der freie Markt, der das Vieh in die geschlossenen Ökosysteme bringt. Und sich dafür auch noch fürstlich bezahlen und anbeten (Steve Jobs) lässt. Muss ich das verstehen!?

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