Politisch engagiert

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Sie: (interessiert) »Ah, Sie sind politisch engagiert?«

Er: »Ja!«

Sie: »Das ist ja echt selten heutzutage! Viele denken nur an sich und ihren Eigennutz!«

Er: »Viel zu oft, ja. Leider.«

Sie: »Was genau machen Sie denn? Sind Sie in einer Partei? Sie müssen mir auch nicht sagen, in welcher.« (grinst)

Er: »Nein, ich bin aus Überzeugung gerade eben in keiner Partei!«

Sie: »Echt nicht? (überzeugt) Aber da kann man teilweise echt Karriere machen! Ich habe da einen Onkel, der durch Parteikontakte einen ganz gut dotierten Job bekommen hat!«

Er: »Nein. Ich bin auch nicht in einer Stiftung, dessen Zielrichtung von den Finanziers festgelegt wird oder in einer Gewerkschaft, die fast durchweg alle korrumpiert und gekauft sind.«

Sie: »Oh. Was machen sie denn dann? Da bleibt ja nicht mehr viel übrig!« (grinst)

Er: »Ich betreibe einen Blog.«

Sie: »Aha. Aber Sie sind jetzt keiner von diesen Fake News — Betreibern oder Verschwörungstheoretikern?« (lacht künstlich)

Er: »Ich kann Ihnen gerne mal einen Beitrag ausdrucken und mitbringen, wenn Sie mögen?«

Sie: (skeptisch) »Hm. Ne ist ok. Danke.«

Er: »Ich schreibe nicht das, was ohnehin überall in den Massenmedien steht. Einige bezeichnen das heute als Verschwörungstheorie. Ich betrachte es als alternative Wahrnehmung der Wirklichkeit, die durch die Motive von sozialer Gerechtigkeit und Weltfrieden getragen werden.«

Sie: »So so. Aber Sie schalten doch wenigstens Werbung und verdienen damit ein bisschen Geld, oder?«

Er: »Aus Überzeugung nicht. Ich möchte komplett unabhängig sein.«

Sie: (wendet sich nun ab) »Ah okay.«


» »Verhärtete Herzen«
» »Warum kritisches Denken glücklich macht«
» »Die wichtigsten Fragen unserer Zeit«

2 Gedanken zu “Politisch engagiert

  1. Das gilt natürlich auch dann, wenn man nicht selber bloggt, aber im Laufe der Zeit (wenn man sich z. b. bei mail‐Kontakten näher kennenlernt) drauf verweist. Du kannst dann das Augenrollen förmlich spüren. ;) Und ebenso, wie du sofort in der »sanft möblierten« Schublade landest... Die große Mehrheit ist dermaßen apolitisch, dass sie sich grundsätzlich auf gar nix einlässt. Wir leben eben in einer Ungesellschaft, die keinerlei (politische) Streitkultur besitzt — also wird jedes Thema, welches auch nur annähernd zu Meinungsverschiedenheiten führen könnte, vermieden. Weil es in der Mitte (in der man zu nix eine eigene Meinung hat...) so bequem ist...!

    Kleiner Kritikpunkt: Wer einen eigenen Blog betreibt, muss sein Leben anderweitig »finanzieren«. Und ist infolgedessen natürlich auch nicht »unabhängig«. Irgendein Werbebanner auf einer Webseite macht diese für mich nicht gleich »unglaubwürdig«; jeder ist in diesem System gezwungen, irgendwie seinen Lebensunterhalt zu sichern. Die einen sammeln Dosen, andere kriegen ein paar Euro im Jahr für Werbebanner auf ner Webseite. Es gibt im Rahmen dieses Systems nämlich schlicht keine »Unabhängigkeit«! Es soll ja z. B. durchaus möglich sein, in einem Blog die Lohnarbeit zu kritisieren — aber (im »echten« Leben) selber einer nachzugehen (bzw. nachgehen zu müssen)! ;)

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