Presseblick (45)

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen steht, laut Vroniplag, im Verdacht ihre Doktorarbeit abgeschrieben zu haben. Die Massenmedien sind jedoch schon längst nicht mehr auf der Seite der Aufklärer, wie die Sprache eines Artikels auf Spiegel Online verdeutlicht, indem der stellvertretende CDU‐Vorsitzende Thomas Strobl zitiert wird: »Die Menschen interessiert, wie wir aktuelle Probleme lösen und Herausforderungen angehen. Im Moment steht anderes im Mittelpunkt als irgendwelche Plagiatsvorwürfe Hinzu kommt, dass der abwertende Begriff »Plagiatsjäger« in dem kurzen Artikel rund vier mal verwendet wird. Gleichzeitig diffamiert Joachim Müller‐Jung auf faz.net Whistleblower mit der Headline: »Die falschen Helden.« Und zur Luxleaks‐Affäre und den Steuersparmodellen großer Konzerne haben die Finanzminister der vier wirtschaftlich größten EU‐Länder nichts zu sagen.

Werbung
Da haben wir ein prominentes Beispiel für die Macht der Werbeindustrie: »McDonald’s und Coca Cola fordern Blatters Rücktritt.« Wie an anderer Stelle schon mal erwähnt, geht es bei der Werbung eben nicht nur darum, dass die eigene Marke ins Bewusstsein gepflanzt wird und das Kaufanreize durch Reklame und Sponsoring gesetzt werden, sondern auch (mal direkt, mal subtil) um Einfluss, Mitbestimmung, Kontrolle und Macht.

Arbeitsmarkt
Nach einer Studie des Leibniz‐Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH) sei Erwerbslosigkeit erblich bedingt: »Das Leibniz‐Institut zieht aus den Ergebnissen den Schluss, dass in Deutschland der familiäre Hintergrund einen starken Einfluss auf die Erfolgschancen von Jugendlichen hat.« Da haben wir sie wieder: die Eigenverantwortung und die Genetik. Thilo Sarazzin lässt grüßen. Massenentlassungen für die Aktionäre, die Struktur des Arbeitsmarktes, die Massenerwerbslosigkeit und die zunehmende Automatisierung sowie das Einsetzen von Maschinen und Robotern statt Menschen, tragen daran keinerlei Verantwortung. Auch nicht die Profitgier von Banken und Konzernen, für die Lohnarbeiter nur Kostenstellen sind.

(click to enlarge) Aber wehe der Bewerber hat auch nur einen Rechtschreibfehler...

(click to enlarge) Aber wehe der Bewerber hat auch nur einen Rechtschreibfehler...

Der FOCUS‐Online‐Experte Thomas Färber widmet sich in einem Beitrag der Frage, welche Arbeitszeit bezahlt werden muss und welche nicht. Ganz menschenfreundlich kommt er zu dem Schluss: »Nicht jede Minute oder jede Anstrengung die man für den Betrieb erbringt, ist auch zu vergütende Arbeitszeit.« Warum überhaupt noch Lohn für die Lohnarbeit bekommen, wenn das doch der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens schadet? :ANBETEN:

Alev Dudek hält einen empfehlenswerten Artikel auf migazin.de bereit, der mit den Jobcoacher‐Mythen aufräumt und erklärt, warum man eigentlich nicht zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird: Frauen‐ und Altersdiskriminierung, zu intelligent, zu kompetent, zu qualifiziert, Scheinjobs, Transparenz‐ und Wettbewerbstäuschung durch Stellenanzeigen, Werbeanzeigen als Jobs getarnt etc. Treffend hält sie fest: »Es werden nicht die Besten, sondern die Geeignetsten ausgewählt.« Nicht selten passen egoistische Soziopathen, gehorsame Karrieristen und dummblöde Konsumisten eben besser ins Team, als Menschen mit Lebenserfahrung, die womöglich sogar verkrustete Arbeitsabläufe und/oder Methoden hinterfragen könnten.

Junge Welt vom 1. Oktober 2015

Junge Welt vom 1. Oktober 2015

Wissen
Die Autorin Katrin McClean schreibt einen interessanten Artikel (129 comments) auf RT Deutsch über den Gesinnungs‐ und Ideologiekrieg auf Wikipedia. Die Plattform werde als Pranger missbraucht, um unliebsam gewordene öffentliche Personen zu verunglimpfen. Beliebte Methoden sind hierbei den Individuen entsprechende Attribute zuzuweisen: Anti‐Semitismus, Anti‐Amerikanismus, Verschwörungstheoretiker und Rechtspopulist. Übrigens auch eine beliebte Methode in Kleinbloggersdorf.

Militär
Die Militarisierung Deutschlands schreitet weiter voran: »Bundeswehreinsatz im Eilfall ohne Bundestag möglich.« Die NATO unter US‐Führung bestimmt dann zukünftig wann und wo deutsche Soldaten für Kapitalinteressen töten und sterben dürfen. Der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler musste genau deswegen zurücktreten, weil er laut ausgesprochen hatte, was bereits heute und in Zukunft das Konzept sein soll:

»Meine Einschätzung ist aber, dass wir insgesamt auf dem Wege sind, doch auch in der Breite der Gesellschaft zu verstehen, dass ein Land unserer Größe mit dieser Außenhandelsorientierung und damit auch Außenhandelsabhängigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege.«

- EX‐Bundespräsident Horst Köhler, sueddeutsche.de vom 21. März 2012

Indessen hat die US‐Luftwaffe in Kunduz ein Krankenhaus bombardiert, bei dem offiziell mehr als 20 unschuldige Menschen ermordet wurden. »Kollateralschaden« nennen sie das. Schuld seien aber die Afghanen selbst: »Afghanistan soll Angriff auf Krankenhaus angefordert haben.«  :SICK:

Medien
Jörg Kachelmann erhält rund 630.000 Euro Entschädigung vom Springer‐Verlag wegen der BILD‐Hetze gegen ihn. Ganz vorn dabei war »unsere« Vorzeige‐Feministin und BILD‐Kolumnistin (!) Alice Schwarzer, die ihn aburteilte und als Täter bezichtigte, bevor das Gericht eine Entscheidung getroffen hatte. Männer sind für radikale Feministinnen eben von Geburt an böse Nicht‐Menschen und Täter. Wer braucht für einen unerschütterlichen Glauben an die Unwertigkeit der halben Weltbevölkerung, schon Beweise oder gar einen ordentlichen Gerichtsprozess?

Reichtum
Die Arroganz und Menschenverachtung der Vermögenden und Reichen gegenüber finanziell armen Menschen, zeigt sich ganz konkret an diesem Beispiel: »Der Fall der Hamburger Millionärsgattin, die auf dem Oktoberfest einen Lkw‐Fahrer niedergestochen hat, wird immer bizarrer. Die 33‐Jährige feierte offenbar nach der Tat einfach in einer Münchner Nobeldisco weiter.« Was gibt es da auch zu bereuen oder nachzudenken? Finanziell arme Menschen sind Ballastexistenzen und überflüssige Untermenschen. Genau so wird es uns täglich durch sämtliche Kanäle der neoliberalen Mainstream‐Medien eingeimpft. Die Dame hat nur das umgesetzt, was ihr ideologisch seit Jahren in den Kopf gehämmert wurde.

Politik
Was ist eigentlich mit dem BND/NSA‐Skandal und Angela Merkel´s Versprechen »Schaden vom deutschen Volk abzuwenden«? Kein Thema mehr? Willy Brandt und Helmut Kohl sind über weitaus kleinere Sachen »gestolpert«. Aber da war das Volk auch noch nicht ganz so verblödspaßt wie heute. :PFEIF:

13 Gedanken zu “Presseblick (45)

  1. Zu dem Puntk »Arbeitsmarkt« erhebe ich Einspruch.
    Ich weiß nicht, ob das provokatorisch oder ironisch formuliert sein soll, in jedem Falle spricht der Artikel zu keiner Zeit von einem biologischen Zusammenhang. Vielmehr von dem Zusammenhang, den mehr oder weniger sich viele, die davon betroffen sind, schon lang denken konnten.
    Selber habe ich das auch schon einmal treffend festgehalten: http://matrixmann.livejournal.com/120732.html
    Und das kann man in beide Richtungen interpretieren.
    Sowohl diejenigen, die von der monetär schlechten Lage ihrer Eltern darin beeinträchtigt sind, ihre Schicht zu verlassen, als auch diejenigen, die durch den Wohlstand und insbesondere Beruf ihrer Eltern dazu verdammt sind, ihnen nachzueifern, sind ein und dieselbe Erscheinung eines bestimmten Sachverhalts.
    Bei letztem mag sich natürlich der geneigte Leser fragen, warum das als Problem betrachtet werden kann. Die Sache ist die, und dies werden vielleicht nicht wenige gebore Mittelstandskinder kennen, nicht nur wird man gesellschaftlich immer an dem Erfolg der Eltern bemessen wird und vice versa, es gibt da das bekannte »Stammhalter«-Problem. Wer in eine solche Familie geboren wird, der wird schnell damit konfrontiert, im Erwerbsleben dem gleichen Beruf wie die Eltern nachgehen zu sollen, und dementsprechend wird man geeicht und vorbereitet (gebildet). Auch wenn man dies wohl möglich nicht will.
    Später gerät noch die Problematik hinzu, dass es ökonomisch der sichere Weg ist, wenn man einfach in diese Schablone der Erwartungen und der Vorbereitungen einfach hineinpasst.
    Oft genug ist es aber so, nicht nur, dass die Kinder von solchen Eltern andere Bestrebungen hegen als dem Beruf ihres Vaters oder ihrer Mutter nachzugehen, es eröffnet sich auch die Problematik des »Könnens«, sprich derjenige hat nicht das Talent dazu oder nicht die Disziplin auf dem Bildungsweg, um zu den bedingenden Bildungsabschlüssen zu gelangen.
    Genügend versuchen diesem Anspruch auch noch zu genügen, selbst wenn sie merken, dass sie dies nicht können.
    Daraus aber auszubrechen, beinhaltet aber doch häufiger, den Hausfrieden zu stören als dass es billigend hingenommen wird.
    So erhält sich auch dieses System stetig.
    Nebenbei dass auch zu bemerken ist, wer »vermögende« Eltern hat, wird in diesem Staat auf dem Bildungsweg auch stetig auf sie reduziert, unabhängig davon, ob er von ihnen Geld nehmen will oder nicht oder ob diese von selbst bekundet haben, ihren Spross auf seinem Weg zu unterstützen oder auch nicht.
    Auch in dieserlei Hinsicht erhält sich dieses System einer Blutlinie aufrecht.
    Dies hat aber, wie erörtert, nichts mit genetischer Vererbung zu tun, sondern mit dem rein soziologischen Aspekt.

  2. @Matrixmann
    Sagen wir, es ist ein schönes Beispiel für die Wunder der üblichen medialen Wissenschaftskommunikation. Da steht schon was vom Biologismus, — nämlich schlicht und einfach in der Überschrift, die dort ziemlich deutlich von erblichen Dingen spricht. Sinnigerweise ist gerade die (in den meisten Fällen sehr bewusst gestaltete) Überschrift als Blickfang und »Attention« des gewohnten AIDA‐Prinzips, meist immer das, was dann auch hängen bleibt. Das ist ein bisschen wie; »Leben auf dem Mars«, als Überschrift, wo dann irgendwo weiter im Text dieses; »könnte es gegeben haben« — steht, du aber mit Sicherheit dann Leute treffen wirst, die dir anhand des Artikels erklären, dass es Leben auf dem Mars gibt. Die Subüberschrift im Artikel würde ich mal als einzige Konterkarikatur ihrer selbst bezeichnen. Der Inhalt selber aber, ist als uralter Aufguss mehr als bekannter Zusammenhänge für so etwas wie eine »soziale Beweglichkeit«, für welche nicht arbeitslose Eltern eben einfach mehr Kohle haben, in der Kombination mit Migranten, aber durchaus mehr als zwielicht. Ehrlich gesagt, kann ich nicht wirklich sehen, was man mir denn da so sagen will.

  3. @Matrixmann

    Im Titel des Artikels steht »erblich bedingt«. Das genügt schon um etwaige Assoziationen hervor zu rufen. Es geht eben -wieder einmal‐ darum, die strukturellen Gegebenheiten und Verantwortlichkeiten des Arbeitsmarktes zu verstecken und die Massenerwerbslosigkeit zu einem individuellen Problem zu machen. Stichwort: Eigenverantwortung. Jeder ist seines Glückes Schmied. Jeder kann, wenn er nur will und so weiter und so fort.

    EDIT: eb war schneller ;)

  4. @ Epikur

    Es steht »ist erblich« — gut, daraus kann man beide Varianten lesen, sowohl die biologische, als auch das, was die Meisten bei diesem Thema im Kopf haben.
    Die darunter liegenden Sätze erklären die Sache aber schon, was der Autor im Sinn hat. (Ich würde zumindest schätzen, nur ein Idiot würde herauslesen aus »Wer als Jugendlicher einen arbeitslosen Vater hat, ist später selbst von Arbeitslosigkeit bedroht.«, dass dies etwas mit Biologie zu tun hat. — Und dies ist dann die Kategorie von Idioten, die eine Hypothenuse für ein griechisches Haustier halten oder auf den Langerhansschen Inseln in den Urlaub fahren wollen.)

  5. @Matrixmann
    Ist ein altes Problem, die einen intepretieren das hinein und die anderen jenes. Sieht auch im Artikel nicht anders aus, denn da steht eindeutig, dass da jemand aus den Ergebnissen den Schluss zieht und überhaupt eine Menge Forscher »etwas sehen«. Vielleicht bin ich ein wenig halsstarrig, aber genau genommen, erklären sich für mich weder der Inhalt des Artikels, noch deine Interpretation davon. Sieht alles ein wenig arg gewagt und sehr eigeninterpretativ für mich aus. Aber ich mache gerne mal den Test, meiner Nachbarin den Artikel zu zeigen und sie zu fragen, was sie davon hält. Sie weiß übrigens nicht, was eine Hypothenuse ist, (wie übrigens gar nicht mal wenige andere auch nicht) und ich halte sie für alles andere als eine Idiotin. Übrigens, mein Vater war niemals arbeitslos, — ich aber schon. Mehrmals sogar und zur Zeit auch wieder. Ich meine, ist das nicht ein bisschen einsam, mal eben so in einer soziologischen Studie einen Schluss von 10 und 15 jährigen auf 17 und 24 jährige zu schließen?

  6. @ eb

    Wenn es um die Statistiken geht, die angeführt wurden, treibt es mir selbst Verwunderung, welche Statistiken dafür genommen wurden. Realistisch klingen die alle nämlich nicht. Warum das ausgerechnet bei den Migranten oder Bürgern mit ausländischem Hintergrund nicht so sein soll — da hat wohl niemand das Ruhrgebiet oder Berlin mit hineingerechnet, weil man dort genügend Beispiele für das Gegenteil wiederfindet.
    In Bezug auf Ost‐Deutschland halte ich es für eine Lüge — es sei denn, man betrachtet die Sache aus dem Winkel, dass alle in etwa gleich arm sind, ob mit oder ohne Erwerbstätigkeit. Wenn dem so ist, dann muss sich die Umgebung eben auf diese Gegebenheiten anpassen. (Oder soll sie sich über Nacht neue Bürger anschaffen?)

    Wenn es um deine persönliche Situation geht: Vielleicht hast du Glück und gehörst noch zu denen in der Mitte.
    Bei anderen, wo Arbeitslosigkeit oder Armut eine wichtige Rolle in der Familie spielt, dort sind schon diese Gegebenheiten zu beobachten, wie das der Artikel behauptet und wie auch ich das für mich behaupte.
    Zum einen liegt es darin bedingt, dass man von Haus aus nicht soviel Startkapital ins Leben mitgegeben bekommt und dadurch auch einige Dinge im Bereich Bildung beschwerlicher sind. Zum anderen liegt es auch darin bedingt, die Wahrscheinlichkeit, Eltern zu treffen, die zu sehr mit sich selbst beschäftigt sind (mit ihren Problemen) ist höher als wenn man einem eher bürgerlichen Haushalt aufwächst.
    Das soll nicht heißen, dass die es nicht auch fertig kriegen, Familienprobleme zu generieren, unter denen man als Kind leiden kann, bei den weniger begüteten Eltern kommt aber noch der entscheidende Faktor »Geld« hinzu, welches darüber bestimmt, ob man in einer Athmosphäre lebt, die man als »lebensfeindlich« oder als »erträglich« definieren kann. Polemisch gesprochen: Wohnt man in einem Haushalt, in der die Eltern das Geld versaufen, und man sich selbst neben der Schule noch um sein Essen und den Rest des Haushalts kümmern kann, dann sind das Bedingungen, die eine Entwicklung erschweren. Und dies ist dann doch eher bei Leuten der Fall, bei denen das monatliche Budget schneller ausgeschöpft ist als bei anderen.
    Und selbst wenn es nicht so extrem aussieht; Eltern, die trotzdem an der Trostlosigkeit ihres Alltags verzweifeln, sind eher eine suboptimale Hilfe dabei, die Basis zu erringen, nach der Schule ins Erwerbsleben überzugehen. Weil dazu die emotionale Unterstützung, Rat als auch Vorbildfunktion auf dem Weg dorthin fehlen.

  7. @Matrixmann
    Ich bewundere deine Geduld und entschuldige mich für meine Hartnäckigkeit, — trotzdem, ist nicht zu übersehen, dass deine Erklärungen zum Artikel mittlerweile dessen eigene Quantität sprengen, wobei seine Aussagen (also die des Artikels) nicht mal ein Drittel dieser Quantität ausmachen. Deshalb möchte ich es abkürzen und hoffe du bist mir nicht böse deshalb. Meine Frage ist ganz einfach;
    Welchen Sinn macht Wissenschaft, und ganz besonders der der Kommunikation davon, — wenn sie im Nachhinein interpretiert werden muss, und dies sogar auf verschiedene Art und Weisen zulässt?

    Ich könnte es auch grober formulieren. Mir wäre wohler, wenn du diesen Artikel geschrieben hättest, denn ganz offenkundig, steckt da weitaus mehr kommunikativer Ernst dahinter. Bezüglich meiner eigenen Situation missfällt mir lediglich noch das »Mitte«. Als Arbeiterkind welches durch Eigenmotivation und auch eigenem Interesse mittlerweile sieben Berufsbezeichnungen und drei davon mit akademischen Hintergrund tragen darf, wäre ich eigentlich so etwas wie eine Art Zuchthengst von Schröders Arbeitsmarktpolitik welche ich nicht nur zutiefst ablehne, sondern auch gleichzeitig das Paradebeispiel dafür bin, dass etwas grauenhaft schief gegangen ist.

  8. @ eb

    Ich werde das einmal versuchen auch in aller Kürze zu beantworten: Was willst du stattdessen machen? Nichts tun und warten bis dich eine größere Entwicklung erfasst, eventuell sogar übermannt?
    Ich denke, das ist zumindest ein Kernpunkt, warum man diese Art der Erfassung und Studium dessen machen kann. Zumal, dass man, wenn im eigenen Unmfeld etwas schief läuft, wie viel Schuld man selbst daran hat.
    Was das Problem mit der Kommunikation dessen angeht, ich denke, es sind zu viele Quacksalber unterwegs, allen voran Quacksalbermedien, die solche Zusammenhänge für ihre eigenen Zwecke missbrauchen.

  9. Ich finde es insbesondere bemerkenswert, dass die Plagiatsvorwürfe bezüglich der Kriegsministerin inzwischen fast völlig unter den Tisch fallen bzw., wie Du auch berichtest, sowohl von der Politik, als auch von den Medien in einer verharmlosenden Weise dargestellt werden, die nur noch erbärmlich zu nennen ist.

    Ich gehe jede Wette ein, dass uns die Stahlhelm‐Uschi selbst dann, wenn sie den Doktortitel zukünftig nicht mehr führen darf, als aktiver Politclown erhalten bleibt — die Zeit der Rücktritte aufgrund von Betrug ist in der Politik nunmehr vorbei (jedenfalls sofern es sich um streng gläubige Neoliberale handelt).

    Der Sumpf wird von Tag zu Tag immer widerwärtiger.

  10. @Matrixmann
    Damit sind wir uns doch einig.
    »Es sind zu viele Quacksalber unterwegs, allen voran Quacksalbermedien, die solche Zusammenhänge für ihre eigenen Zwecke missbrauchen.«
    Und wenn wir darauf aufmerksam machen, tun wir ja nicht nichts. ;)

  11. @Charlie

    Völlig richtig. Genau genommen müsste Angela Merkel auch sofort zurücktreten. Sie hat einen Eid geschworen, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden und hat entweder wissentlich die NSA spionieren lassen bzw. geheime Daten über deutsche Bürger/Unternehmen preis gegeben oder (was nicht weniger schlimm wäre): sie hat ihren Laden überhaupt nicht im Griff. Was Merkel und Pofalla aber auf jeden Fall wussten, ist, dass die USA niemals einem No‐Spy‐Abkommen zustimmen würden. Der Öffentlichkeit haben sie beide das Gegenteil erzählt.

    Das alles scheint in der Öffentlichkeit kein Thema mehr zu sein. Das unterstreicht Deine These von der immer größeren Scham‐ und Skrupellosigkeit unserer Politmafia.

  12. @ eb

    Ich denke, bei mir läuft das schon über das reine »Aufmerksam machen« hinaus. Auf der anderen Seite ist aufmerksam machen auch nutzlos, wenn man niemandem einen Gegenentwurf liefert, was man mehr für die Wahrheit hält.

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