Syrische Weißwurst

Spiegel-Online vom 15. Oktober 2015 (ohne link)

Spiegel‐Online vom 15. Oktober 2015 (ohne link)

Norbert Lammert (CDU) möchte also, dass alle Flüchtlinge Saufpartys in Mallorca veranstalten oder Sex‐Ferien in Thailand machen. Natürlich erst, wenn sie offiziell assimiliert integriert sind. Sie sollen den ganzen Tag Helene Fischer hören sowie humorlose, rechthaberische, unfreundliche, geizige, unterwürfige und kleingeistige Weltverleugner werden. Ganz so, wie der gemeine Deutsche. Außerdem sollen sie sich fortan eine ordentliche Bierplauze zulegen, viel über die Lohnarbeit jammern (sich gleichzeitig darüber definieren) und stets nach unten treten und nach oben kriechen. Bigotte Bürokraten, Biedermänner und Brandstifter. Haben wir davon nicht schon genug hier?

10 Gedanken zu “Syrische Weißwurst

  1. Naja, bei einem Teil der türkischen Einwanderer hat das ja auch ganz gut geklappt. Die sind genauso verbiestert wie diese Witzfigur von der CDU da (siehe Akif Pirincci)...

  2. Ich kann zwar auch nichts mit dem Wort Leitkultur anfangen, aber so wie hier dargestellt, ist es m.E. auch nicht gemeint. Nicht alle Deutschen sind saufende Dickbäuche, die Helene Fischer hören. Es geht mehr um das Respektieren von unseren Lebensgewohnheiten und das kann man von Zugereisten wohl verlangen. Sie kommen zu uns und wollen mit uns leben. Zumindest unterstellen wir ihnen das, obwohl wir das eigentlich gar nicht so genau wissen. Ich setzte, als ich im Urlaub in Nahost/Türkei war, auch das Kopftuch auf, wenn es verlangt wurde. Damit habe ich dort die Gebräuche respektiert, entgegen dem, was ich darüber dachte. Es gibt immer mehr der Zugereisten, die z.B. Frauen nicht respektieren. Die Achtung z.B. der Gleichberechtigung von Mann und Frau gehört m.E. zur Leitkultur, obwohl dieser Begriff nicht gut gewählt ist. Beim Nachdenken darüber, fiele jeden sicherlich mehr und Besseres ein, als gerade Komasaufen. An das Thema sollte ernster herangegangen werden und es eignet sich eigentlich nicht zum Witze machen, sondern zur Diskussion, wie soll unsere Gesellschaft aussehen. Mulitikulti gibt es z.B. nirgends auf der Welt, es sei denn in gewissen Nischen.

  3. @Farnsworth

    Leider richtig.

    @Pewi

    So ist es , weil multikulti nichts mit Integration zu tun hat.

    Linke und Liberale haben den Begriff der »Leitkultur« , oder wie immer man das ausdrücken will , längst aus der Hand gegeben , mit dem fatalen Ergebnis , daß sich die Immigranten dann an den von Rechtskonservativen verlangten Integrationskriterien orientieren , Arbeiten gehen und Deutsch sprechen , Kriterien , die sich längst im politischen Mainstream festgesetzt haben , was bemerkenswert ist , weil sie nichts anderes als schwer rechtslastig sind.

    Unwidersprochen von den Linken , weil die Linken paradoxerweise selber anfangen , rechte Sprüche zu dreschen , wenn es darum geht , die »Mainstream«-Gesellschaft anzubetteln um ein wenig Toleranz.
    Aus lauter Verliebtheit in den Migranten an sich sind dann plötzlich diejenigen Dinge wieder positiv , die von links ansonsten scharf kritisiert werden , im Namen von Migranten werden sämtliche linke Werte auf dem Altar der politischen Korrektheit geopfert.

    Der kranke Arbeitsmarkt und die deutsch‐protestantische Arbeitsmoral , ein überzogener Kult um die deutsche Sprache , beides zutiefst anti‐links und anti‐liberal , wenn es um den besseren Menschen geht , also den Migranten , sind sie urplötzlich positive Kriterien , die man dem deutschen Michel unterwürfig ums kleinkarierte Maul schmiert , und dabei ins selbe Horn bläst wie Rechtskonservative , Teile der Rechtspopulisten und Rechtsextreme.
    Und wundert sich dann allen Ernstes , wenn das passiert , was dann immer passiert , nämlich die Stärkung des Originals.

  4. Also zu allererst können wir Deutschen in unserem Land mal genau so sein, wie wir das für richtig halten und nicht, wie die Zugereisten sich das wünschen, nur dass das mal klar ist!!!
    Unsere Lebens‐, und Wirtschaftsweise mag dem einen oder anderen Möchtegernrevoluzzer nicht passen, aber die versetzt uns überhaupt erst in die Lage, auch nur anzudenken, hier Asylforderern zu helfen, mal ganz abgesehen davon, ob wir das wollen oder nicht, und‐ wir müssen auch nicht wollen, auch das muss mal klargestellt werden!
    Ich bin sicher kein Freund von Lammert oder auch unserer Regierung, aber ob man das nun Leitkultur nennt oder auch anders,
    die hier von uns kostenfrei Versorgten haben sich die allergrösste, aber auch die allergrösste
    Mühe zu geben nicht unangenehm aufzufallen.
    Im Übrigen können ausnahmslos alle, denen es bei uns nicht gefällt,
    gerne auf eigene Kosten wieder abreisen!
    Ansonsten: Gute Nacht

  5. @all

    Ich bin ein wenig über die Überheblichkeit und die Selbstgerechtigkeit überrascht. »Wir Deutsche« — was für ein Konstrukt. »Unsere Wirtschaftsweise« — wird hier wieder ein völkisches und nationales »Wir« beschworen? Wir sind die Leitkultur‐Herrenmenschen und »die da«, dieses Untermenschen‐Migrantengesocks soll sich gefälligst benehmen und anpassen? Leute, Leute. Ehrlich. Erschreckend! Wo bleibt die Selbstreflexion?

    Ihr vergesst wohl völlig, dass »wir« es sind, die die halbe Welt mit unseren Waffen beliefern? »Wir« verdienen kräftig an vielen Bürgerkriegen der Welt. Das »wir« es sind, die die USA tatkräftig bei all ihren Kriegen (Rammstein‐Basis, Aufklärung etc.) und Bombardierungen unterstützen. »Wir« betreiben Neokolonialismus und ökonomische Vernichtungen weltweit (z.b. Griechenland). Insofern haben »wir« eine große Verantwortung und Mitschuld daran, dass die Menschen aus ihren Ländern fliehen. So rum wird ein Schuh draus!

    Wer Kriege sät, wird Flüchtlinge ernten.

  6. PeWi

    »Zumindest unterstellen wir ihnen das«

    Seismograph

    »können wir Deutschen [...] Unsere Lebens‐, und Wirtschaftsweise [...] wir müssen auch nicht wollen [...] die hier von uns kostenfrei Versorgten«

    Wie jetzt? Das national‐völkische »Wir« gilt nur, wenn man Forderungen stellt? Oder »Weltmeister der Herzen« sein will? Und bei der politisch‐global‐ökonomischen Verantwortung hört sie dann auf, oder wie? Wenn ihr unbedingt ein national‐völkisches »Wir« haben wollt, dann bitte ganz oder gar nicht. :NENE:

  7. @epikur

    Der Begriff der Leitkultur gefällt mir auch nicht , aber die Gegenreaktion genausowenig , daß man wegen dieses Begriffs auf jeden eigenen Wert zu verzichten habe .
    Daran hälst du dich schließlich auch selber nicht , denn du stellst klare Ansprüche an Werte, die du für die besseren hälst und lehnst dabei die »Werte« des »typischen Deutschen« kategorisch ab , siehe oben.

    Deine Kritik an seismographs Kommentar teile ich , aber ich verstehe nicht , was die ersten drei Kommentare mit »Herrenmensch« zu tun haben sollen.
    Du kritisierst zurecht den deutschen Michel und seine »sympathischen« Eigenschaften , und die ersten drei Kommentare wollen unter Anderem darauf raus , daß es nicht wenige Immigranten und deren Nachfolgegenerationen gibt , die diesen deutschen Michel noch locker rechts überholen , warum das dann plötzlich überheblich sein soll , erschließt sich mir nicht.

    Ganz im Gegenteil , das ist ECHTE Integration , die die Leute ernst nimmt und sie nicht ständig pauschal als Deppen betrachtet , denen man alles durchgehen lassen muß.

  8. Ich stimme epikur da zu. Mit »syrischer Weißwurst« übrigens treffend karikiert. ;)

    Man sollte einfach zwischen Migration und Migranten unterscheiden, dann löst sich das meiste schon auf. Dass unter Migranten auch genug Dumpfbratzen sind, die den ein oder anderen Michel noch blass aussehen lassen — wird doch von niemandem bestritten. Es sind halt alles Individuen.

    Ein »wir« gibt es hier nicht, auch keine vermeintlichen »Werte«, nach denen sich Migranten richten sollten. Wirklich — was für »Werte«? Haben wir denn noch welche, die auch nur annähernd Tiefgang hätten...!? Es wird doch überall nur noch der schöne Schein gewahrt. Oberflächlich ist alles in Butter. »Ach was, uns geht’s doch eigentlich ganz gut«...! Alle lächeln sie, sind freundlich. Aber hinterrücks rammen sie dir tagtäglich das Messer in den Rücken. Bestes Beispiel über den Zustand unserer Gesellschaft ist der Straßenverkehr...

    Angesichts des Grades an hiesiger gesellschaftlicher Kälte, Verbiesterung, Egoismus, Ellenbogenmentalität, Verrohung und Sozialdarwinismus sollte man sich doch eher das Gegenteil wünschen. Da wird (unbewusst) oft recht überheblich so getan, als wären das generell wirklich alles Wilde, die noch nicht mal die einfachsten menschlichen Anstandsregeln auf die Reihe brächten. Welche »Werte« den zur Assimilation Vorgesehenen beigebracht werden sollen, sind doch klar (Protestantischer Arbeitsfaschismus): um fleißige, Befehlen unkritisch gehorchende und um ihren kargen Lohn froh seiende Arbeitsdrohnen heranzuzüchten. Die mit dem Michel konkurrieren. Damit die Löhne weiter sinken. Das demografisch drohend näher kommende Gleichgewicht auf dem Arbeitsmarkt muss frühzeitig korrigiert werden...

    Wobei ich mich weiterhin generell des Eindrucks nicht erwehren kann, dass mich die ganze Flüchtlingsgeschichte an die Methodik aus »wag the dog« erinnert. Da wird ein derartiger Popanz aufgeblasen — und alle anderen Themen sind vergessen...

  9. Für Lammert und Kollegen gilt es, das Grundgesetz erst einmal selbst für ihre Arbeit im Parlament zu entdecken.
    Andere dann auch noch diesbezüglich mit dem Fingerzeig auf dieses von oben herab belehren zu wollen, ist mehr als nur dreist und peinlich.

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