Geschwätz von gestern (15)

Das hättet Ihr wohl gern! (Rheinische Post vom 2. Juni 2023)

Ich glaube ja, dass hier so einige Maßnahmen-Befürworter heimlich mitlesen. Weil Ihr -wie die woke Ampelregierung- Denunziation und Diffamierung für ein legitimes Mittel der Politik haltet. Also hofft Ihr, dass ich hier irgendwann etwas schreiben werde, dass mich eindeutig als AfD-Anhänger, Antisemiten oder Nazi entlarvt. Vor allem für euch ist diese Rubrik hier. Ganz besonders für euch!

Kommt, reden wir! Tauschen wir Argumente aus! Ich bin bereit. Aber nein, diskutieren mit uns sei ja sinnlos und wir leben ohnehin alle in einer verschwurbelten Blase. Also wird aus einem sicheren Versteck heraus, mit unlauteren Mitteln geschossen. Ist das feige? Ach was, Nein! Ihr seid die Guten im Kampf gegen die Bösen. Da ist alles erlaubt.

Ihr scheut jede sachliche und inhaltliche Auseinandersetzung, weil Ihr außer Ad Hominem, Diffamierung, Kontaktschuld-Gesülze, Virtue Signalling, Hypermoralismus, Projektion und der Whataboutism-Keule keinerlei Argumente habt. Und das bereits seit über drei Jahren. Aber keine Sorge, es macht mir große Freude, hier regelmäßig Analysen und Argumente für euch zu sammeln, die Ihr dann angestrengt ignorieren müsst. Viel Spaß dabei! Weiterlesen →

Geschwätz von gestern (14)

»Du warst mit ein paar wenigen anderen Zerstreuten ein nicht umfallender Lichtblick in einem Meer im Trüben bloggender Tragödien, deren aufgeregtesten Geistersurfer dich für deine Position sogar ganz persönlich mit toxischem Dreck beworfen haben. Weil irgendwas ja immer hängenbleibt. Sieh‘ es ihnen nach, wenn das möglich ist, sie haben wirklich große Angst gemacht bekommen. Und dann hatten sie halt große Angst.«

- maschinist

Vielen Dank! Dein »Corona-Tagebuch« war aber auch sehr amüsant. Gelassenheit und Ironie in Zeiten der Verbissenheit und Humorlosigkeit. Das hat es gebraucht. Das Spektakel war letztlich auch ein Charaktertest. Die Prüfung, die zeigen sollte, ob man wirklich hinter dem steht, was man seit Jahren so von sich gibt? Oder ob man im Zweifel, Empathie, Zwischenmenschlickeit, Grundrechte und Selbstbestimmung für ein autoritäres Sicherheitsbedürfnis opfert? Denn genau dafür sind Menschenrechte da: als Schutz vor einem übergriffigen Staat.

Auch bei mir sind Freundschaften zerbrochen. Menschen haben sich abgewandt. Berufliche Repressionen wurden über mich ausgekübelt. Das mich benachbarte Blogger mit Dreck beworfen haben, anstatt in die sachliche Auseinandersetzung mit mir zu gehen, war zwar verletzend, aber beileibe nicht das Schlimmste. Was ich damit sagen will: ich bin gerne bereit, zu verzeihen, aber ich mache nicht den ersten Schritt. Nicht nach allem, was passiert ist. Weiterlesen →

Neoliberale Menschlichkeit (2)

Am 25. März 2023 hat der Tagesspiegel einen Beitrag mit dem Titel: »Wenn Kinder in Armut aufwachsen: Ich habe Mama heimlich mein ganzes Taschengeld gegeben von Katja Demirci veröffentlicht. Bis vor kurzem war er noch frei zugänglich, nun ist er hinter der Paywall verschwunden. Interessant war vor allem ein Beitrag in der Kommentarsektion (aktuell 62 Kommentare), der die ganze Menschen- und Armen-Feindlichkeit in Deutschland sehr gut abgebildet hat. Er ist leider nur noch hinter der Paywall einsehbar, aber ich hatte ihn mir glücklicherweise vorher gespeichert. Weiterlesen →

Geschwätz von gestern (13)

Erinnert Ihr euch?

Deutschland war mit der Vorzeige-Demokratie China weltweit das letzte Land, dass noch Corona-Maßnahmen bis zum Frühling 2023 hatte. Während also die gesamte (Querdenker-)Welt langsam an Corona krepiert ist, wollte Berlins Gesundheitssenatorin Ulrike Gote noch im Herbst 2022 eine Maskenpflicht für den Einzelhandel einführen. Sie ist damit aber leider im Berliner Senat gescheitert. Das krude Freiheitsverständnis hat damit über die Solidarität gesiegt. Eine Schande! Wir brauchen dringend einen neuen WHO-Pandemievertrag, der sämtliche Grundrechte aushebeln kann! Weiterlesen →

Geschwätz von gestern (12)

Nun schreibt er für die NZZ über George Orwell. (klick)

»So. Jetzt ist doch aber wirklich mal gut! Ehrlich. Reicht doch! Wie lange willste das noch machen und in der Vergangenheit wühlen? Ja, gut, es wurden Fehler gemacht. Es gab ein paar Pannen. Aber jetzt ist doch alles vorbei. Also lass doch gut sein!« Zur Erinnerung!

Nope. Sorry. Das könnt Ihr aber sowas von vergessen! Das würde euch so passen! Die größte, menschenverachtende, autoritär und faschistisch anmutende Ausgrenzungs- und Mobbingpolitik, seit dem Zweiten Weltkrieg, bei der fast alle mit gemacht haben und die sie fast alle bejubelt haben — und nun sollen wir alle mal so tun, als wäre nichts gewesen?

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Neoliberale Menschlichkeit

»Rund die Hälfte der deutschen Krankenhäuser erwartet, die Versorgung der Patienten einschränken zu müssen. [...] dass sie einzelne Betten sperren oder vorübergehend ganze Stationen schließen müssen. 41 Prozent der Kliniken rechnen mit einer Verschiebung von planbaren Operationen. 35 Prozent der Krankenhäuser prognostizieren, dass sie Personal abbauen müssen. Sechs Prozent der Kliniken erwarten sogar die Schließung ganzer Standorte.«

- tagesschau.de vom 13. März 2023

Anmerkung: Es ging immer nur und ausschließlich um »Gesundheit« und nie um »Wirtschaftlichkeit«. Deshalb wird der Gesundheitssektor auch wieder durchökonomisiert, es wird gekürzt und gespart, was das Zeug hält. So sieht die neoliberale »Gesundheits-Prävention« aus. Sind das etwa die Lehren aus der »Pandemie«? War nicht der »Zusammenbruch des Gesundheitssektors« das ständige Argument für harte »Corona-Maßnahmen«? Und jetzt wird es wieder zusammengestrichen? Könnte jetzt bitte endlich der letzte Maßnahmen-Befürworter aufwachen? Und schauen, was hier passiert?

Begrifflichkeiten (2)

»Der Grünen-Chef Nouripour fordert mehr Waffenlieferungen«

Mittlerweile prasseln wieder fast täglich viele Neusprech-Begriffe auf uns ein. Ich komme nicht hinterher, sie alle einzeln zu analysieren. Deshalb erwähne ich sie hier mit einem kurzen Kommentar. Darunter sind eine Vielzahl von Diffamierungs-Vokabeln, euphemistische Verblendungswörter, inhaltsleere Bullshit-Bingo-Phrasen, dehnbare Plastik- und Lego-Begriffe sowie autoritär-totalitär gefärbte Vokabeln, die bedingungslose Unterwerfung, Konformismus und Anpassung einfordern, die ich sicher vergessen habe. Sie alle zeigen deutlich auf, dass ein offener-gewaltfreier Diskurs, grundrechtlich verankerte Werte sowie die freiheitlich-liberale Ordnung immer weniger erwünscht sind. Weiterlesen →

Die Freiheit, die sie meinen

Für den Musiker Marius-Müller-Westernhagen, ist »Impfen« eine Form der »Freiheit«. Auf Instagramm zeigt er seine Impfspritze und postet dazu: »Freiheit«. Auch zahlreiche Politiker und Wissenschaftler haben diese Gleichsetzung ständig betrieben. Es ist also mitnichten eine NS-Relativierung, wenn man behauptet: »Impfen macht frei!«. Denn nichts anderes wird uns seit über einem Jahr, durch alle Poren der medialen Beschallung, ständig ins Ohr gebrüllt:

»Ohne impfen keine Freiheit!« (Markus Söder. Ministerpräsident von Bayern)

»Die Freiheit gewinnen wir durch die Impfung zurück.« (Karl Lauterbach. Gesundheitsminister)

»Echte Freiheit heißt Impfpflicht.« (Christian P. Stadtfeld. Chefredakteur der Osthessen News)

Das digitale Wörterbuch der deutschen Sprache definiert »Freiheit« als politische Unabhängigkeit im Hinblick auf Staat und Gesellschaft sowie die Unabhängigkeit von äußerer und innerer Unterdrückung. »Freiheit« sei zudem, die Möglichkeit und das Recht, sich selbstbestimmt und ungehindert entfalten zu können. Jean-Jacques Rousseau definiert das Schlagwort so: »Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern, dass er nicht tun muss, was er nicht will.

Die Vokabel »Freiheit« wurde schon immer ‑je nach herrschender Ideologie- politisch instrumentalisiert. Aus der neoliberal-marktradikalen »Freiheit« — ist nun eine Definition von »Freiheit« erwachsen, die nur dann partiell gewährt werden soll, wenn man sich regelmäßig, mit einer gentechnisch hergestellten Substanz, spritzen lässt. Die »Freiheit«, über den eigenen Körper bestimmen zu können, soll es ‑nach dem Willen unserer Regierung- nicht mehr geben. Denn das sei in der »Neuen Normalität« unsolidarisch und egoistisch. Freiheit ist Nötigung. Freiheit ist Zwang.

Die »Freiheit« der Reichen und Mächtigen, ist und war schon immer eine gänzlich andere »Freiheit«, als die der einfachen Bevölkerung. Das beginnt eben schon bei der Deutungs- und Definitionsmacht, über den Begriff »Freiheit«.


Neusprech: Freiheit
Ziegenjournalismus (7): Meinungsfreiheit

Nicht verantwortlich

Mit dieser Körpersprache reagierte Karl Lauterbach (SPD) in der Anne Will — Sendung »Impfskepsis – Hilft oder schadet mehr Druck auf Ungeimpfte?« auf einen Wortbeitrag von Sahra Wagenknecht (Linke). Sie machte ihn darauf aufmerksam, dass er für die Schließung von Krankenhäusern sowie der Fallpauschale mit verantwortlich sei. Zusammen mit der Bertelsmann-Stiftung wollte er fast jede Zweite Klinik in Deutschland schließen lassen. Aber das alles weist er heute brüsk von sich. Geht ihn nichts mehr an. Was interessiert uns und ihn denn bitte sein neoliberales Geschwätz von gestern?

Wenn es nach Lauterbach gegangen wäre, hätten wir jetzt vermutlich eine Triage oder zumindest Zustände wie in Italien. Und dennoch ist er weiterhin Apostel, Prediger und Schutzheiliger der Maßnahmen-Befürworter. Muss ich das verstehen?

Aber immerhin werden Kritiker nun endlich fair, sachlich und vorurteilsfrei behandelt:

»Ihre Schwurbelei gefährdet Menschen.« (spiegel.de)

»Wagenknecht verbreitet Impfmythen.“ (tagesspiegel.de)

»Lauterbach nennt Wagenknechts Impfaussagen Unsinn — Faktencheck zeigt, dass er Recht hat.« (focus.de)


Schwurbler des Tages: Karl Lauterbach

Ich. Ich. Ich.

Je älter ich werde, umso mehr fällt es mir auf: der neurotisch-narzisstische Charakter, der primär heiße Luft ablässt und sich vorzugsweise nur um sich selbst drehen will, nimmt immer mehr zu. Ob im Restaurant, im Bus, im Zug oder auf der Lohnarbeit: überall begegne ich Menschen, die vorzugsweise über sich selbst sprechen wollen. »Ich« kommt in jedem zweiten Satz vor. Da erzählt Eine die ganze Zeit, wie viele Kerle sie toll finden und darüber was  ihre Bedürfnisse sind, was sie sich vorstellt, wie er zu sein hat und was sie sich wünschen würde. Eine Andere schwadroniert stundenlang im Restaurant am Nebentisch über ihre Uni, ihre Semesterarbeiten, wie toll sie doch alles so schafft, was wie wo sie ihren Master machen könnte. Und so weiter und so fort.

Keine ernstgemeinten Fragen. Keine Neugier. Keine Aufgeschlossenheit. Keine Lust am Wissen. Kein Bock auf echte Kommunikation. Kein aktives Zuhören. Als ich vor bald 15 Jahren studiert und mich mit Kommilitionen im Park oder Cafe getroffen hatte, haben wir noch lang und ausgiebig über die Themen diskutiert, die in den Seminaren und Vorlesungen behandelt wurden. Die Uni war nicht Mittel zum Karriere-Zweck, sondern Leidenschaft zu Wahrheit und Veränderung. Wenn ich heute Studenten in der Öffentlichkeit miteinander reden höre, vernehme ich nur egozentrisches Karriere-Geblubber.

»Der wahre Schaden entsteht durch jene Millionen, die überleben wollen. Jene ehrenwerten Menschen, die nur in Ruhe gelassen werden möchten; die nicht wollen, dass ihr kleines Leben von etwas größerem als ihnen selbst durcheinander gebracht wird.«

-Sophie Scholl

Auch die Ich-Blogs nehmen rasant zu. Dutzendfache Blogs, die nur über sich selbst, über ihr Leben, ihre Kinder, ihre Familie oder ihre Beauty-Ernährung-Lifestyle-Reisen-Wellness-Bla-Blubb-Geschichten schreiben. Mikrokosmos vor Makrokosmos. Sich bloß nicht mit Themen beschäftigen, die absolut nichts mit dem eigenen Leben zu tun haben. Sie könnten womöglich den eigenen Horizont erweitern.


Ich. Bin. Wichtig.
Selbstinszenierung