
Haben Journalisten den Mut, die Hand zu kritisieren, die sie füttert?
Die Rubrik »Ziegenjournalismus« will sich mit den ganz alltäglichen und üblichen Methoden der Mainstream-Presse, der Leitmedien, der bürgerlichen Medien (oder wie auch immer man sonst die großen, auflagen- und reichweitenstärksten Presseerzeugnisse nennen will) beschäftigen. Der Verlust der Deutungs- und Meinungshoheit sowie der Glaubwürdigkeit großer Medienhäuser, hat eben nicht erst mit den Social-Media-Phänomenen, vermeintlichen Fake News, Facebook, Verschwörungstheorien, Putintrollen, den Lügenpresse-Vorwürfen oder mit dem Populismus angefangen, sondern schwelt im Hintergrund schon seit Jahrzehnten.
Ein typisches und weitverbreitetes journalistisches Stilmittel ist die »Personalisierung«. Hierbei werden Einzelpersonen, dessen Charakter, Handeln und Schicksal in den Vordergund der Berichterstattung gestellt. Die Relevanz und Reichweite der Nachrichten soll so durch Boulevardisierung erhöht werden, indem man gute »Storys« mit spannenden Figuren erzählt. Gleichzeitig werden so Strukturen, Organisationen, Machtverhältnisse, Inhalte und Sachzwänge, meist ausgeblendet, versteckt und unsichtbar gemacht. Weiterlesen


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Unsere armen Massenmedien werden von allen Seiten mit Schmutz, Hetze und Häme überzogen. Dabei kontern die bürgerlichen LeiDmedien gerne nur dort, wo es ihnen leicht fällt, zurück zu feuern (»Lügenpresse-Vorwurf«, Verschwörungstheorie, Populismus etc.). Vergessen werden hierbei selbst die alltäglichen Fehler, Ungereimtheiten und Verzerrungen, weil Redaktionen gnadenlos zusammengespart werden, Journalisten am Fließband schuften müssen und Meldungen von Nachrichtenagenturen ungeprüft kopiert werden. Zwei Beispiele. 
