Emanzipation

Über einen Deutschlandfunkkultur‐Podcast bin ich auf die Luxus‐Prostituierte Salomé Balthus aufmerksam geworden. Sie selbst sagt: »Was ich mit meinem Unterleib tue, entscheide ich selbst.« Für einen Großteil von radikalen Feministinnen sind Prostitution und Pornografie Frauen‐Unterdrückungs‐Maschinerien und gehören bekämpft. In ihrem Weltbild ist kein Platz für Frauen, die Spaß am Sex haben oder damit gar gerne ihr Geld verdienen. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf und soll.

Nun wurde Salomé Balthus von Gunhild Mewes (»Kämpferin gegen die Vergewaltigungskultur«) »wegen Verbreitung pornografischer Schriften« angezeigt. Es sind eben nicht immer nur Männer, die per Generalverdacht sowieso alle Täter, Vergewaltiger und Unterdrücker -also stets schuldig sind‐ sondern auch selbstbewusste Frauen, die den radikalen Feministinnen nicht passen:

»Es ist genau dieser Stolz, die schamlose laszive Weiblichkeit, vor der alle die Angst haben, die Frauen lieber als Opfer sehen wollen. Lässt das nicht tief blicken? Steckt in diesem Opferbild nicht mehr Verachtung und Machtanspruch als in jedem schlüpfrigen Herrenwitz? Wie viel mehr fürchte ich den Neid der Frauen, als die Geilheit eines Mannes.«

Alle Männer, Porno‐Darstellerinnen und Sex‐Arbeiterinnen moralisch und rechtlich vor‐zu‐verurteilen, hat für mich nichts mit Emanzipation, Frauenbefreiung oder Feminismus zu tun, sondern mit einer menschenverachtenden, sexistischen Hetz‐ und Diskriminierungs‐Ideologie. Übrigens: Das Verfahren gegen Salomé Balthus wurde eingestellt.


Romantische Krawallchaotinnen
Die Spaltung der Geschlechter
Gender. Sex. Bullshit.

5 Gedanken zu “Emanzipation

  1. Es geht da schon länger das Gerede in der Cloud um, dass der neuerlich erstarkte Radikalfeminismus eigentlich nur ein Weg ist, um über die Hintertür, unter etwas angeblich »gemeinnützigem«, den uralten dogmatischen und hochgradig zugeknöpften Konservatismus wieder zum Mainstream zu machen. Manche wollen es auch in Verbindung mit der erstarkten Neu‐Rechten sehen, deren Ansichten wie die Gesellschaft »laufen sollte« (nach deren Vorstellungen) — in der Tat ist es auch so, die Beschämungskultur, die der Radikalfeminismus betreibt (was sie beschämen, wie sie’s tun, wohin sie angeblich stattdessen wollen) und gerade auch deren »race to the bottom«-Getue (Wer wird am meisten diskriminiert?) mit all den Einteilungen nach dem, was man fleischlich ist, nicht danach, was man selbst kann oder wie die eigenen Erfahrungen sind, erinnert nicht ganz unwesentlich an rassistische und sexistische Muster, die man sonst vom rechten Rand gewohnt ist.
    Bei den Braunen war ein Schwarzer auch immer nur ein Schwarzer, oder ein Jude ein Jude, und alle waren sie deswegen schlecht, nicht weil sie irgendwas schlechtes getan haben.
    Das ist die gleiche Argumentationsweise, nur eben umgekehrt. Bist du Frau, bist du automatisch wertvoller und hast Authorität — bist du schwarz, hast du automatisch einen höheren Wert, weil Schwarze immer schlecht von der Gesellschaft behandelt werden — bist du beides, stehst du noch höher in der vermeintlichen »Opferpyramide« der Ideologie und hast noch mehr Wert.
    Bist du weiß, kommst aber nicht aus wohlhabendem Elternhaus oder wurdest sogar von den Eltern misshandelt, dann fragen die »ja, wo ist das Problem? wo ist die Diskriminierung/dir schlimmes im Leben widerfahren?«. Als wenn weiße Hautfarbe allein dir helfen würde, alle Probleme im Leben zu meistern... (Mal nebenbei erwähnt: Man kann auch zu weiß sein. Frag mal einen Albino, wie es sich in einer weißen Welt lebt... Ist auch kein Zuckerschlecken.)

    ...Wenn du mich fragst, ekelhaft diese ganze Denkweise.

  2. ...ist doch klar...die meisten von diesen Feministinnen sind doch so hässlich, dass ein normaler Mann die nicht ….will....lach

  3. Nietzsche hat das Problem in seiner zeitgenössischen Form beschrieben, mit dem sinngemäßen Statement am Schluss seiner Ausführungen, er wolle nicht medizynisch (sic!) argumentieren.
    Scheint was dran zu sein, weil im Umkehrschluss alle Machos mehrheitlich Mickermänneken sind, Statur‐ und statusunabhängig.

  4. Vielleicht würde ein geschickt angestellter Frauenpuff ja auch funktionieren und dann relativieren können. Tinder mag ja auch eine männliche Erfindung sein. Genutzt wird die APP indes auf jedem 2. Smartphone. Von daher sollte man den Status Ehe nochmals überdenken und ihn gleich insgesamt und ohne Suggestiv abschaffen, die erfundene und geheuchelte Eifersucht inklusive.

    Das wäre in Deutschland allerdings undenkbar, so rollenverhaftet, wie die Bevölkerung ist und bleibt.

  5. Also erst einmal finde ich es gut, dass die Frau Balthus mit ihrer Optik und ihrem Habitus jenseits des Mainstreams in diesem Gewerbe punkten kann.
    Weiters finde ich, dass mittlerweile nicht nur bzgl. horizontalem Gewerbe ausschließlich mit der Verbotskeule rumgeschleudert wird, sobald es zur Thematik eine hinreichend große Opfergruppe gibt. Man fragt sich, warum das nicht bspw. auch in Sachen Aktienzockereien passiert ;)

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