Der pädagogische Happen (24)

Vater: »Du Leon, was möchtest Du später eigentlich mal werden?«

Sohn: »Ich weiß es nicht.«

Vater: »Aber Du musst doch wissen, womit Du später Dein Geld verdienen willst! Schließlich musst Du Deine Miete mal selbst bezahlen, willst sicher auch mal in den Urlaub fahren und Dir was gönnen, oder?«

Sohn: »Ich weiß es wirklich nicht.«

Mutter: »Was macht Dir denn besonders viel Spass?«

Sohn: »Malen und zeichnen, Autoscooter fahren und mit Lego spielen.«

Vater: »Ach komm, als Busfahrer oder Künstler kann man doch keine Familie ernähren! Du wirst mal schön studieren und dann was ordentliches lernen. Arzt. Anwalt. Betriebswirtschaft. Ingenieur.«


Der pädagogische Happen (1−23)
Selbstentfremdung

5 Gedanken zu “Der pädagogische Happen (24)

  1. »Malen und zeichnen, Autoscooter fahren und mit Lego spielen.«
    »Na bitte: Architekt, Rennfahrer oder Stardesigner, das klingt doch nach was!« ;)

  2. Da der kleine Leon mit Legosteinen (= Bauklötzen) spielt, kann aus ihm ein künftiger Nobelpreisträger werden. Ohne Quatsch, wurde wissenschaftlich nachgewiesen :) Der Alte ist unterinformiert und:
    was macht der eigentlich beruflich? Verbeamtet wahrscheinlich …

  3. Kindern wird die Lust am kreativen Entdecken und Gestalten in der Schule systematisch ausgetrieben. Sie sollen nicht lernen um des Lernen willens, sondern um zu funktionieren. Und für gute Noten. Wie sollen Kinder unter diesen Umständen »wissen« was sie »später mal werden wollen«? Wie sollen sie so überhaupt eine Begeisterung für eine spätere Lohnarbeit entwickeln, wenn sie dort als selbstentfremdete Roboter funktionieren sollen?

    Das haben weder die Eltern vor 50 Jahren, oder unsere Eltern, noch die heutigen Eltern verstanden.

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