Der pädagogische Happen (18)

_happen_

Zwei Kinder im Alter von Zehn Jahren spielen und unterhalten sich auf einem Spielplatz.

Felix: »Was machst Du in den Herbstferien?«

Michel-Max: »Ich fliege mit meinen Eltern nach Ägypten.«

Felix: »Boah cool! Aber warst Du nicht gerade in den Sommerferien in Indien?«

Michel-Max: »Ja, und?

Felix: »Ich war noch nie außerhalb von Europa. Meine Eltern sagen, sie haben dafür kein Geld.«

Michel-Max: »Können wir jetzt Deinen Fussball zum Spielen nehmen?«

Felix: »Wieso das?«

Michel-Max: »Weil das ein richtiger Ball ist! Meine Eltern kaufen mir immer nur so Plastikbälle von Aldi. Obwohl ich mir schon lange einen richtig guten Fussball wünsche, bekomme ich ihn nicht!«


» »Der pädagogische Happen«

4 Gedanken zu “Der pädagogische Happen (18)

  1. Soviel zur Erzählung, dass die Kinder von Gutverdienern es besser hätten. In aller Regel zählen meist die Bedürfnisse der Eltern/Erwachsenen und weniger die der Kinder. Das ist bei den Vermögenden nicht groß anders.

  2. Einen billigen Ball für das Kind bei Aldi kaufen aber das Futter im Bioladen einholen. Mit dem teuren Rad durch die Städte fegen und Fussgänger verscheuchen und beschiimpfen. Zu Hause aber einen auf politisch korrekt machen, vor allem beim Fressen und bei den Sprachgewohnheiten. Einen auf Öko machen aber mindestens einmal pro Jahr einen Fernflug buchen. Und dann die Fotos der Reise auf Facebook sharen. Mit einem Laptop von Apple, das versteht sich doch von selbst. Und dem Kind in frühen Jahren ein Smartphone derselben Marke in die Hand drücken. Oder ein Tablet. Meistens beides. Damit es die Schnauze hält und vergisst, dass es mit einem billigen Plastikball auskommen muss. Aber nicht ohne Aufsicht.

    So sind sie halt, die modernen Biedermeier-Pisser.

  3. P. S. (Apropos Sprache)
    Falls das Wort »Pisser« das sprachästhetische Empfinden des Betreibers dieses Blogs oder der hier teilnehmenden Kommentaristen verletzen sollte, so nehme ich es gerne zurück und schlage vor, Phantasie walten zu lassen und es durch einen anderen Begriff zu ersetzen. Zumindest im Geiste.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.