Neofeudale Psychopathen

„Beschäftigte mit bestimmten Persönlichkeitsstörungen sind in Führungspositionen überrepräsentiert und kassieren im Schnitt höhere Löhne. […] Eine Reihe antisozialer Persönlichkeitsmerkmale erhöht demnach die Chance auf Beförderungen und hohes Einkommen.“

Böckler Impuls Ausgabe 19/2017

Anmerkung: Wie jetzt? ich dachte immer, dass die Korrelation stets heißt: wenig Geld gleich wenig Bildung und wenig Empathie („sozial schwache Schichten“/“bildungsferne Schichten“)? Jetzt kommt raus, dass die sozialresistenten Schichten, die Reichen, die Karrieristen und Chefs, die eigentlichen Psychopathen sind. Für viele ist das sicher keine brandneue Erkenntnis. Aber schön, dass sich auch mal Ökonomen und Forscher damit beschäftigt haben. :d


>> „Aber mein Chef braucht mich!“
>> Immer schön die Klappe halten!
>> „Ach, wie überraschend: Reiche Menschen sind sozial schwächer“

3 Gedanken zu “Neofeudale Psychopathen

  1. Logisch. Sonst würde die Gesellschaft nicht so gestaltet sein und funktionieren, wie sich darstellt. In der Politik ist es übrigens nicht anders.
    Das Problem liegt nicht nur an den Gestaltern und Funktionären und Führen, sondern auch bei denen, die ihnen fraglos und/oder bedingungslos folgen.

  2. Mich täte ja eher interessieren, wie die (entweder Böckler oder die Studien-Autorin) auf den Einfall kommen, dass diese Personen im Berufsleben Führungsverantwortung anstreben – und den Betrieben durch ihr unsoziales Verhalten schaden. ‚Empirisch‘ lässt sich m.E. eher das Gegenteil nachweisen. Carl Benz bspw. war ein genialer Ingenieur und starb am Ende als armer Hund, wirklich reich wurde dagegen sein ‚Geschäftspartner‘, der Kaufmann Gottlieb Daimler. Dass der dem Betrieb damit geschadet hätte, wird niemand ernsthaft behaupten … :MRGREEN:

  3. @Samson – dem Unternehmen nicht, aber möglicherweise vielen Mitarbeitern …
    DB war schon immer für seine merkwürdigen Geschäftspraktiken und einen etwas sperrigen Umgang mit Mitarbeitern und Auftragnehmern bekannt. Richtig groß wurde der Laden auch durch WK II, durch seine Motorenproduktion (und nicht durch die paar Nobelkarossen für Nazibonzen und Großkapital …) Heute bringen die z.B. Kunststücke fertig wie: am gleichen Fließband bei gleicher Arbeit verdient ein Arbeiter unter Werkvertrag gerade mal 35% dessen, was Festangestellten ausgezahlt wird. Und weil er aufstocken muss, erhält er vom JC eine deutlich höhere Zuzahlung als seinen eigentlichen Lohn … So lassen sich Rekordgewinne erwirtschaften – nicht wahr Herr Zecke äh! – Zetsche ;(

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