Schöne digitale Welt (5)

Seit bald 14 Tagen dominiert der »Ulmen/Fernandes-Fall« sämtliche Schlagzeilen. Obwohl es bisher weder ein gerichtliches Urteil, noch das ernsthafte Bemühen zur sachlichen Aufklärung der vermeintlichen »Deepfakes« und des »Identitätsdiebstahles« gibt — wird überall emotional argumentiert, gewertet und geframt.

Digitale ID. Klarnamenpflicht. Landesmedienanstalten. Chatkontrolle. Digital Service Act. Faktenchecker. Social-Media-Verbote. Gesetze gegen »Hass und Hetze«. Netzkontrollen. Und vieles mehr. Fast alle EU-Regierungen machen keinen Hehl daraus, dass sie die freie Meinungsäußerung und die Regierungskritik im Internet, weitestgehend einhegen wollen.


Rufmord
Die Altmedien haben aus den Fällen Kachelmann, Gelbhaar und Till Lindemann offensichtlich nichts gelernt. Luke Mockridge haben sie mit ihrer Rufmord-Kampagne fast in den Suizid getrieben, wie der »Stern« am 3. April 2024 berichtet hat. Für Aufmerksamkeit, Reichweite, Klicks und Abrufzahlen, wird die rechtsstaatlich garantierte Unschuldsvermutung brachial zur Seite geschoben.

Man widmet sich ausführlich einer Verdachtsberichterstattung, diskutiert in etlichen Talkshows und Sondersendungen. Die Öffentlichkeit hat dabei ihr Urteil schon längst gefällt. Wozu braucht es hier noch einen »Rechtsstaat«? Wie in den oben genannten Fällen, ist es völlig unerheblich, was am Ende vor Gericht (wenn es denn überhaupt soweit kommt) herauskommt und entschieden wird. Die Reputation von Ulmen ist bereits jetzt komplett zerstört.

»Deutschland – eingestellt wegen fehlender Mitwirkung. Spanien – ausgesetzt wegen fehlender Mitwirkung. Der Deepfake-Vorwurf – laut Verteidigung gar nicht erhoben. Die Berichterstattung – laut Ulmens Anwälten nachweislich unvollständig und falsch. Und auf genau dieser Grundlage fordert die Bundesregierung Gesetze, die die biometrische Durchleuchtung des gesamten Internets erlauben

- Patrick Baumfalk, Rechtsanwalt, anwalt.de vom 28. März 2026



Digitale Agenda
Mal wieder gibt es sofort irgendwelche Demos und wieder werden sie ‑oh Wunder- von regierungsnahen NGO’s oder gleich von Parteimitgliedern der SPD oder den Grünen organisiert, wie »CriticalCat« eindeutig belegt hat. Das ist keine »Zivilgesellschaft«, die sich hier gegen »Deepfakes« erhebt, sondern eine staatlich finanzierte und orchestrierte Medienkampagne zur Durchsetzung politischer Interessen.

Der Fall wird ganz offensichtlich politisch instrumentalisiert, um die digitale Agenda weiter voranzutreiben. Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) zückt sofort ein Gesetz zu »digitaler Gewalt« aus der Schublade. Hubig betont:

»Es geht nicht darum, die Meinungsfreiheit im Netz zu beschränken, sondern darum, das, was wirklich ehrverletzend und erniedrigend ist, unter Strafe zu stellen

- n‑tv.de vom 30. März 2026

Genau. Was »ehrverletzend« am Ende sei, darf dann wieder ein weisungsgebundener, unabhängiger Richter entscheiden, der von den Parteien ernannt und berufen wurde oder gleich selbst Mitglied in einer Partei ist. Der dann ganz genau weiß, was karriereförderlich ist und was nicht. Wir kennen das vom »Schwachkopf-Fall«. Weiter heißt es auf N‑TV:

»Parallel kündigte Hubig einen weiteren Gesetzentwurf zur IP-Adressen-Speicherung an, der demnächst ins Kabinett eingebracht werden soll. »Damit kommen wir auch an diese Person ran.«

KI-Fake-Satiren von »Snicklink« stehen dann womöglich auch unter Strafe. »Unsere Demokratie« versteht seit einiger Zeit keinen Spaß mehr. Also werden ständig neue Straftatbestände geschaffen. Ein sicheres Anzeichen für den weitverbreiteten autoritären Habitus in Kombination mit einer fast schon infantilen Dünnhäutigkeit.



Nachwort
Es ist schon bezeichnend, wie die Altmedien bei Gruppenvergewaltigungen und realer, sprich analoger Gewalt, bei Repressionen gegenüber Regierungskritikern (wie beispielsweise Jacques Baud und Hüseyin Dogru) oder bei der täglichen strukturellen Gewalt, die Millionen von Menschen in Deutschland auf ihrem Arbeitsplatz oder in Behörden ausgesetzt sind — den Mantel des Schweigens legen. Das soll kein whataboutism sein, sondern verdeutlichen, in welchen realitätsfernen Elfenbeintürmen Politik und Medien mittlerweile leben.

»Deepfakes« und »Identitätsdiebstahl« sind für Frau Fernandes sicher sehr unangenehm (sofern wir irgendwann juristisch erfahren, ob und was davon in welcher Form wirklich stattgefunden hat?) — aber ist es wirklich so relevant, für Millionen von Menschen in Deutschland, dass man darüber bald zwei Wochen im Dauerfeuer berichten muss? Wie wäre es, wenn die Altmedien mal in dieser Ausdauer und Intensität, über den Zerfall der deutschen Infrastruktur, über Korruption in Deutschland oder über Kinder- und Altersarmut berichten würden?

Der »Ulmen/Fernandes-Fall« hat bereits jetzt gezeigt, dass die kritische Gegenöffentlichkeit wacher ist als je zuvor. Gemütliches und störungsfreies Durchregieren sowie die ÖRR-Herrschaft über die Meinungs- und Deutungshoheit, sind seit der C‑Jahrhundertlüge endgültig vorbei. Ich vermute, es ist genau das, was sie abgrundtief hassen und deshalb aus allen Rohren auf das unregulierte Internet feuern.


Weiterführende Links (wird laufend ergänzt):

  • »Fernandes-Eklat und HateAid-Hass: Neue Eskalation« (Quelle)
  • »Fall Fernandes — Sex, Macht, Missbrauch: Wer muss jetzt aufstehen? | Talk im Hangar‑7« (Quelle)
  • »Aya Velázquez zum Fall Fernandes« (Quelle)
  • »Stefan Homburg zum Fall Fernandes« (Quelle)
  • »Mit neuen Straftatbeständen gegen Deepfakes« (Quelle)
  • »Fernandes vs. Ulmen: So weit geht die neue linke Empörungswelle« (Quelle)
  • »Freifahrtschein für wildgewordene Staatsanwälte: Die Wahrheit hinter dem Deepfake-Gesetz der Justizministerin« (Quelle)
  • »Linker Hass eskaliert: Die Wahrheit über den Fall Fernandes-Ulmen« (Quelle)
  • »Skandal durch Andeutung: Wie belastbar sind die Vorwürfe gegen Christian Ulmen wirklich?« (Quelle)
  • »Verschiedene Punkte: Laut Fernandes soll Ulmen selbst offenbar keine Deepfakes erstellt haben« (Quelle)
  • »Der Fernandes-HateAid-Hubig-Komplex entpuppt sich als manipulative Geheimoperation« (Quelle)
  • »Fall Collien Fernandes: Was die Bundesregierung jetzt tun – und wovon sie unbedingt die Finger lassen sollte« (Quelle)
  • »DAV kritisiert Hubigs Pläne zum Schutz vor digitaler Gewalt« (Quelle)
  • »Deepfake-Gesetz: ein Trojanisches Pferd, frisch poliert« (Quelle)
  • »Neue Entwicklung im Fall Fernandes: Ulmen-Anwälte sprechen von gegenseitiger Gewalt« (Quelle)
  • »Der große Fernandes-Neubauer-HateAid-Hayali-Flachfake« (Quelle)
  • »Fernandes bei Miosga: Deepfake-Story platzt – Hubig-Gesetz kommt« (Quelle)
  • »Fernandes-Ulmen: Rosenkrieg oder Medien-Propaganda?« (Quelle)
  • »Der Fall Fernandes: Jetzt kommt die nächste Zensur-Offensive – Volker Boehme-Neßler im Interview« (Quelle)
  • »Ulmen geht gegen Spiegel-Bericht vor« (Quelle)
  • »Der Miosga-Spin: Die ARD-Kampagne für Überwachung« (Quelle)
  • »Versuch eines medialen Staatsstreichs – O‑Töne zum Medienrummel um den Fall Fernandes« (Quelle)
  • »Solidarität mit Collien Fernandes« (Quelle)
  • »Fernandes vs. Ulmen: Klatsche aus Spanien – Verfahren abgegeben!« (Quelle)
  • »Im Fernandez-Ulmen-Verfahren wird nicht mehr aufgeklärt werden können« (Quelle)
  • »Justizministerin verheddert sich im Fall Fernandes« (Quelle)
  • »KI-Deepfakes und andere Ausreden — Wie die Abschaffung der Meinungsfreiheit geplant wird!« (Quelle)
  • »Christian Ulmen greift Deep-Fake-Verdacht gerichtlich an« (Quelle)
  • »Der Video-Beweis: Justizministerium hat im Fall Ulmen/Fernandes gelogen« (Quelle)
  • »Spiegel-Journalistin gesteht: Wir haben den Zeitpunkt bewusst gewählt! – Hopf & Kettner #14« (Quelle)
  • »Deepfake-Gesetz: Hubig schüchtert Kritiker im Fall Fernandes ein« (Quelle)
  • »Nikolai Binner zum Fall Fernandes« (Quelle)
  • »Psychiater analysiert den Fall Collien Fernandes vs. Christian Ulmen« (Quelle)

Schöne digitale Welt
Schöne digitale Welt (2)
Schöne digitale Welt (3)
Schöne digitale Welt (4)

9 Gedanken zu „Schöne digitale Welt (5)

  1. Nicht Mord, nicht Bann, nicht Kerker
    Und Standrecht obendrein —
    Es muß noch kommen stärker,
    Wenn’s soll von Wirkung sein.

    Ihr müßt zu Bettlern werden,
    Müßt hungern allesamt,
    Zu Mühen und Beschwerden
    Verflucht sein und verdammt!

    Euch muß das bißchen Leben
    So gründlich sein verhaßt,
    Daß ihr es weg wollt geben
    Wie eine Qual und Last!

    Dann, dann vielleicht erwacht noch
    In euch ein beßrer Geist,
    Der Geist, der über Nacht noch
    Euch hin zur Freiheit reißt.

    August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

    Die einzelnen Punkte können wir ja schon als erledigt betrachten. Die anderen sind gerade im entstehen.

    Wenn die Bürger irgendwann mal genug von ihrer Regierung haben, dann könnten sie sich noch am ehesten über das Internet (also Messenger) zu Aktionen verabreden.
    Also muß der Informationsfluss in den Griff gekriegt werden.

    Der Judaslohn der Frau Fernandes ist hoffentlich angemessen hoch. Leistet sie hier doch bereitwillig Hilfe zur weiteren Wiedereinführung der Zensur.

  2. stehen dann womöglich auch unter Strafe“
    Bist wohl Optimist wa? Das ist schonmal verdächtig.
    Alles steht unter Strafe, alles. Etwas gut zu machen wird bestraft, das Gegenteil zu tun wird bestraft. Mitmachen oder nicht mitmachen, egal, bestrafen. Auf Rechte verweisen, bestrafen. Auf Pflichten verweisen, bestrafen. Dieses zu meinen oder jenes oder dessen Gegenteil, bestrafen, bestrafen, bestrafen.
    Die Historie zeigt, wie das geht. Der Zug ist abgefahren.
    „Hilfe zur weiteren Wiedereinführung der Zensur“
    Noch ein Optimist, noch ein Verdächtiger.

  3. Wo sind eigentlich die »Omas gegen rechts« beim größten Verbrechen der Menschheitsgeschichte? Also, das mit der »virtuellen Gewalt« und wie hier, der »virtuellen Vergewaltigung«? Da gibt’s doch sicher unfassbare Massen an Betroffenen unter denen.

    Hat jemand was mitgekriegt von dieser virtuellen Empörungsfront? Nur bei den Schwurblern konnte man Stimmen vernehmen gegen die reale Gewalt und die realen Vergewaltigungen. Sogar das völlig unabhängige Google meint, es wären — nur in Berlin — letztes Jahr gerade mal 3 bis 4 Fälle pro Tag gewesen. Also praktisch nichts. Aber das lassen wir mal lieber, da der Täterkreis nicht so recht ins rechte Raster passt.

    Wenn die „virtuelle Realität“ nunmehr mit der wirklichen, der physischen Realität gleichgesetzt wird, dann ist Schicht im Schacht!

    Wir brauchen keinen Krieg mehr. Die Leute sind ja schon tot. Im Hirn auf jeden Fall...

  4. »Die Reputation von Ulmen ist bereits jetzt komplett zerstört.«
    Berufsberater und Lebenscoach Cetzer empfiehlt eine Zweit-Karriere im Porno-Business, vorzugsweise¹ als Darsteller (ggf. auf Flügeln der Viagra-Pille), notfalls als Regisseur oder Impresario.

    ¹Im richtigen Kontext kann der erigierte Penis wie ein in den Himmel gestreckter Mittelfinger wirken

  5. Ich versuche auch immer die Argumentation der »Gegenseite« zu verstehen. Über den kuketzblog(1) bin auf ein Video(2) von Anwalt Jun gestossen, die wohl perfekt die Argumentationskette der Befürworter der neuen Verschärfung darstellen.

    Ich halte Jun für einen ziemlichen Schwurbler, dessen Verflechtung mit der ganzen staatlichen Repression Mechanismen auch bekannt sind. aber er zeigt schön diese Doppelmoral, wie man hier so tut als ob die eigene Außendarstellung und die Verletzung dieser, eine staatliche Hoheitsaufgabe wäre und vor allem zeigt er auch wie die einseitige Anwendung solcher gefühlten Gesetze funktionieren soll. Denn während die Außendarstellung von der eigenen Gruppe sarkosant ist, müssen andere jede Diffamierung dulden. Und grundsätzlich ist diese These auch sehr zweifelhaft, da sie jede polemische Karikatur verbieten würde, da dem karikierten die Selbstdarstellung in »erheblichen« Umfang umgedeutet wird.

    Wir erleben grade denn Umbau in einen autoritären Überwachungsstaat.

    (1) https://www.kuketz-blog.de/deepfakes-die-technologischen-ermoeglicher-des-missbrauchs-ein-kommentar/
    (2) https://www.youtube.com/watch?v=zMeds1PAggA

  6. @Mutant77

    »Wir erleben grade den Umbau in einen autoritären Überwachungsstaat.«

    Es sind nur die Guten, die mit allen Mitteln gegen die Bösen kämpfen müssen, um unsere Demokratie zu retten. Die kann man nicht mit demokratischen Methoden bekämpfen, weil die Bösen ja die Demokratie ausnutzen, also unterhalb der Strafbarkeitsgrenze agieren. Also brauchen wir neue Maßnahmen und Straftatbestände (Delegitimierung des Staates, Majestätsbeleidigung, Deepfake-Gesetze, Meldestellen, digitale Zensur etc.).

    Ergo: sie benutzen autoritäre, autokratische und antidemokratische Maßnahmen, bauen schrittweise, Rechtsstaat, Meinungsfreiheit und Pluralismus ab — um am Ende unsere Demokratie gerettet zu haben. Keine Satire. Ich erlebe dieses Denken täglich in persönlichen Gesprächen. Die merken die Absurdität und den inneren Widerspruch nicht. Ein »Anwalt Jun« ist auch hier einzuordnen.

  7. Den Umbau in einen totalitären Überwachungsstaat erleben wir bereits seit Ausrufung dieser PLandemie, mit den absurdesten Verordnungen »zum Schutz unserer Mitmenschen«.

    Wer erinnert sich nicht an die völlig dämlichen Gastronomie-Regeln, mit Maske auf während des Betretens und an den Tisch gehen, Maske runter beim Essen/Trinken, Maske auf beim Toilettengang, Maske auf nach dem Essen und dem Weg zum Fahrzeug, wo man sich die Masken vom Gesicht gerissen hatte.
    Oder ständiges Händewaschen wegen der Viren, die einem permanent an allen Ecken und Enden auflauerten.
    Familienbesuche, die nach Anzahl der Personen und dem jeweiligen Verwandschaftsgrad geplant werden mussten. Aus den Fingern gesaugte sog. »Inzidenzen«, die ich von Anfang an in Zweifel gezogen hatte, weil niemals eine nachprüfbare Vergleichszahl, aus wieviel Tests diese vermeintlich »Erkrankten« ermittelt wurden, in den sog. »Qualitätsmedien« zu lesen war.
    1,5 Meter Sicherheitsabstand, während man mit der Gesichtswindel in der Warteschlange des Supermarkts vor sich hin hecheln musste.
    »Verweilverbote« auf öffentlichen Plätzen, Schulsport mit Masken, usw.
    Diese und unzählige andere Beispiele, wie man dem Untertan das selbstständige Denken aberzieht, waren und sind bis zum heutigen Tag die Voraussetzungen, einen totalitären Gesinnungsstaat DDR 2.0 aufzubauen.
    Wobei es mittlerweile weltweit in vergleichbarer Art und Weise abläuft. Digitale Identitäten, Einschränkung und Abschaffung der Barzahlung, Verknüpfung möglichst vieler Anwendungen mit dem Smartphone, die uns als »Vereinfachung« angepriesen werden, um die Totalüberwachung jedes einzelnen bis in seine intimste Privatsphäre als »new normal« zu etablieren.
    M.E. gibt es kein Zurück mehr, dazu sind in den vergangenen Jahren bereits zu viele Stellschrauben gedreht worden, die sich an den Schalthebeln der Macht befinden.

  8. »Würde nicht so viel Böses getan im Namen des Guten, hätten wir viel weniger Böses in der Welt« (Marie von Ebner-Eschenbach)
    Auffällig daß es der so bezeichnete Feminismus ist der sich immer wieder brav zum Lakaien dieses Treibens machen läßt.
    Es gibt durchaus kluge Feministinnen von der tatsächlich fortschritllichen Sorte, wo bleibt eigentlich deren massenhafter »Aufschrei« gegen diese (Selbst-)Instrumentalisierung?

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