
Mutter: »Na, wie war der Tag heute?«
Erzieherin: (lächelt freundlich, versucht diplomatisch zu sein) »Schwierig. Oskar hat heute Steine nach Sophia geworfen und sie leider auch direkt am Auge getroffen. Sie musste im Krankenhaus behandelt werden.«
Vater: »Oh, das tut mir leid. Aber, das hatte doch sicherlich eine begründete Vorgeschichte, oder? Er würde sowas nie einfach nur so machen!«
Erzieherin: »Das Ganze ging sehr schnell, aber ich habe es genau beobachtet. Er hat Steine aus unserem Garten aufgehoben und sie direkt auf Sophia geworfen. Es gab vorher keine Interaktion zwischen den beiden. Außerdem mussten wir ihn heute Morgen aus der Sportgruppe nehmen, weil er ständig in körperlichen Konflikten involviert war.«
Mutter: »War das mit Christian? Dem Integrationskind? Der ist aber auch nicht Ohne!«
Erzieherin: »Leider gab es dann heute Nachmittag noch einen Vorfall. Nachdem meine Kollegin ihn ermahnt hatte, nannte er sie...Fotze.«
Vater: (wütend) »Jetzt reicht es mir aber! Unser Sohn tut so etwas nicht!« (Er nimmt seine Frau an die Hand, sie wenden sich ab und gehen ihren Sohn holen.)
Bist Du erwerbslos und hast keine Frau oder Freundin? Keine Kinder zum Knuddeln und Vorzeigen? Hast Du wenig Geld oder bist womöglich verschuldet? Du wohnst in einer kleinen Mietwohnung und besitzt kein Auto? Bist Du zudem übergewichtig und/oder vermeintlich unattraktiv? Dann bist Du –laut gängigem Denkmuster- ein Verlierer und Versager! Natürlich wird Dich niemand so nennen, denn das wäre ja verletzend und diskriminierend! Aber man wird so über Dich urteilen. Und es Dir zeigen. Indirekt. Subtil. Manchmal auch ganz konkret.
Gesetzbruch ist Verfassungsschutz
Like oder Nicht-Like. Daumen rauf. Daumen runter. Schwarz oder weiß. Gut oder böse. NATO oder Putin. Hype oder Shitstorm. Fleischfresser oder Veganer. Es gibt zwar US-Serien, die differenzierte Darstellungen von Themen und Charakteren zeigen, aber im politischen und sozialen Diskurs herrscht in aller Regel die eindimensionale Polarisierung vor. Es werden simplifizierende Weltbilder und vorurteilsbehaftete Erklärungsmuster geliefert. Narrative, die moralisch-emotionale Deutungskriterien bedienen, sachliche Argumente verabscheuen und tiefergehende Analysen ablehnen. Wissenschaftliche und akademische Herangehensweisen erzeugen im Aufmerksamkeitswettbewerb zu wenig Klicks, Reichweite und Quote. Die binären Erklärungsmuster entspringen einem absurden ökonomischen Zahlenfetischismus, der alles und jeden messen, zählen und statistisch verarbeiten will.
Zum 29. März 2017 wurde DVB-T1 abgeschaltet. Mehr als 3 Millionen Haushalte in Deutschland empfingen ihr Fernsehprogramm über das DVB-T1 Signal im TV via eingebauten oder einen externen Receiver. Alle, die sich nicht rechtzeitig neue Hardware gekauft hatten, haben Ende März sprichwörtlich in die Röhre geguckt. Das Hauptargument der Industrie war dabei stets, dass eine Reduktion der bisherigen Übertragungsfrequenzen notwendig gewesen sei und dass die Zuschauer vermehrt nach HD-Inhalten nachgefragt hätten. Das es primär nur um Geschäfts- und Profitinteressen geht, haben die hundertfachen Advertorials, getarnten PR-Artikelchen und industriehörigen, vorauseilenden Redaktionsbeiträge in dutzenden Online-Massenmedien wie immer verschwiegen. Ein paar persönliche Erfahrungen aus der DVB-T2 ‑Servicewüste und ‑Konsumhölle. 

Nach dem Vorbild von