Was ist Macht?

»Der gerade ist der Mächtigste, der möglichst wenig selber tun, möglichst viel von dem, wofür er den Namen hergibt und den Vorteil einstreicht, anderen aufbürden kann.«

- Theodor W. Adorno. Minima Moralia. Suhrkamp Verlag. 8. Auflage 2012. S. 146

Anmerkung: Dieses Machtprinzip hat sich seit dem Mittelalter, ja seit Anbeginn der Menschheit nicht geändert. Es sind nur die Götzen, die sich wandeln, die Götter zu denen wir beten und von denen wir unser Seelenheil abhängig machen. Ob Christentum, Sozialismus, Faschismus oder Neoliberalismus – es sind nur ideologische Herrschaftsinstrumente, um Macht ausüben zu können.

ZG-Rückblick: Edathy

ZG-RückblickSebastian Edathy (SPD) wird der Besitz von Kinderpornografie vorgeworfen. Die Vorverurteilung, ohne jegliche Beweislage, scheint in Deutschland schon zu genügen, um eine Reihe von medialen und politischen Mechanismen in Gang zu setzen: es gibt politische Erklärungen, mediale Hetzkampagnen, Verleumdungen, Distanzierungen und Forderungen. Gilt Moralrecht vor Strafrecht? Sind unsere Massenmedien bereits Anwalt und Richter? Leben wir noch in einem Rechtsstaat? Weiterlesen

Alles Verschwörungstheorie?

überwachung_titelEin beliebter Vorwurf von Rechten, Konservativen, (Neo-)Liberalen, Bürgerlichen und Fatalisten gegenüber linker Wirtschafts‑, Politik‑, Medien- oder Gesellschaftskritik, ist die sogenannte Verschwörungstheorie. Sie soll jedwede Theorie, These und Argumentation lächerlich machen und als realitätsfremde Übertreibung diffamieren. Viele werden jedoch ganz schnell still, wenn sich vermeintliche Sachverhalte, die teilweise seit Jahren von linken Kritikern angemahnt wurden, plötzlich als wahr herausstellen. Mittlerweile überholt sogar die Realität fast jede Satire. Aber selbst dann werden diese Ereignisse relativiert, verharmlost oder schlicht ignoriert. Denn es kann nicht sein, was nicht sein darf. Einige Beispiele. Weiterlesen

ZG-Rückblick: Katar, Dubai, Sotschi

ZG-RückblickFußball-WM in Katar, Expo in Dubai, Winterspiele in Sotschi. Wenn man dem Kaiser glauben will, ist es unnötig sich Gedanken um die ethische Dimension der WM zu machen. Womöglich sieht das nicht jeder so. Sind die Vergabekriterien für Großereignisse in den letzten Jahren unter »pragmatischeren« Gesichtspunkten definiert worden oder ist die öffentliche Wahrnehmung eine Andere?

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Vergauckt

J. Patrick Fischer, wikimedia

Auszüge aus der Lobrede zum Neoliberalismus, gehalten von Bundespräsident Joachim Gauck, bei der Festveranstaltung zum 60-jährigen Bestehen des Walter Eucken Instituts am 16. Januar 2014 in Freiburg. »Wer dies im Hinterkopf hat, kann es übrigens nur höchst merkwürdig finden, dass der Begriff neoliberal heute so negativ  besetzt ist«, meint unser Bundespräsident. Frech und unhöflich übersetzt von epikur. Der liberale Kampfbegriff »Freiheit« wurde im Original insgesamt 31 mal verwendet. Weiterlesen

Grüne Illusionen

Letztlich lässt jedes Wachstum, ob öko-grün oder fossil-schwarz, den Output aller Güter und Dienstleistungen ansteigen und mit ihm wiederum die Nachfrage nach Energie und Ressourcen.

- Tilman Santarius. »Der Rebound-Effekt: Die Illusion des grünen Wachstums«. Blätter. Ausgabe Dezember 2013. (S. 73)

Anmerkung: Grüner Öko-Konsum ist bequem und gibt ein gutes Gewissen. Man darf fröhlich weiter konsumieren und fühlt sich als ein besserer Mensch. Dafür muss man lediglich ein paar Euro mehr ausgeben. Am Wirtschaftskreislauf und dem Wachstums-Fetisch ändert das aber leider nichts. Um wirklich nachhaltig zu sein, muss man auf Konsum generell mehr verzichten lernen können. Daran führt kein Weg vorbei.

Neokolonialismus

Auf der einen Seite werden in der sogenannten Dritten Welt für Gold, Silber, Coltan ganze Berge abgetragen, um sie in Fabriken zu transportieren [...] Und auf der anderen Seite kommt ein Großteil davon mit den einlaufenden Schiffen in Bergen von Zivilisationsmüll wieder zurück.

- Jürgen Reuß und Cosima Dannoritzer. »Kaufen, wegwerfen, neu kaufen«. Blätter Ausgabe Januar 2014. S. 96

Anmerkung: Dieses Zitat bringt für mich den heutigen Neokolonialismus, der als Globalisierung bezeichnet wird, bildlich sehr gut auf den Punkt. Wir stehlen den »Dritte Welt« Ländern die Ressourcen und berauben sie damit der Möglichkeit, wirtschaftlich eigenständig und unabhängig zu werden, und gleichzeitig beliefern wir sie mit unserem Abfall, der ihre Flüsse und Seen vergiftet, Krankheiten verbreitet und unsere Verachtung verdeutlicht.

Die Angst der Reichen

reh_titelHäufig wird behauptet, man bräuchte nur genug Geld, dann hätte man für sein Leben ausgesorgt. Ein sorgenfreies und glückliches Leben würde einen erwarten. Ausreichend Vermögen würde die Nerven beruhigen, zufrieden machen und persönliches Glück  erzeugen. Schließlich nagt, bei nicht wenigen finanziell schwachen Menschen, der ökonomische Überlebenskampf, der Neid und die Gier an der eigenen geistigen Gesundheit. Dies alles hätte ein Ende, wenn man nur reich sein würde, so eine weit verbreitete Einstellung. Also wird jahrzehntelang Lotto gespielt, sich an Gewinnspielen beteiligt, Geld in Lebensversicherungen und Sparguthaben angelegt oder sich kaputt geschuftet – alles in der Hoffnung, irgendwann reich oder zumindest halbwegs vermögend zu sein. Was ist aber, wenn in Wahrheit die meisten Reichen weder glücklich, noch sorgenfrei sind? Sondern, ganz im Gegenteil, eigentlich in ständiger Angst leben? Weiterlesen