Am Rande der Nacht (F 1983)

»Tchao Pantin«, Regie und Buch: Claude Berri; mit Coluche (Michel Colucci), Agnès Soral, Richard Anconina, Philippe Léotard

Es ist selten, dass ein deutscher Titel die Grundstimmung eines Filmes besser trifft als der Originaltitel. »Tchao Pantin!« heißt so viel wie: »Tschüss, Trottel!« Das klingt zwar rotziger als der deutsche Titel Am Rande der Nacht, trotzdem fängt der deutsche die Atmosphäre besser ein. Denn Atmosphäre ist bei diesem Film von Claude Berri aus dem Jahr 1983 alles, vielleicht sogar die heimliche Hauptdarstellerin. Gäbe es einen César für Atmosphäre, dann hätte Am Rande der Nacht 1984 nicht fünf, sondern sechs bekommen müssen. Weiterlesen

Igod ist tot

Der Übervater, der Held der Helden, der Rächer der Enterbten; kurz: Gott ist tot! Verbeugt euch, kniet nieder und bittet um Vergebung!

Der Kalifornier war der größte praktische Philosoph unserer Zeit.

- SpiegelOnline

Es ging Steve Jobs um die permanente Erneuerung des Lebens und des Denkens.

- FAZ

Der Mann war ein Pionier, Erfinder, ein Visionär.

- Süddeutsche

Jetzt ist der Religionsführer Jobs tot...

- Frankfurter Rundschau

Die Kritik an den unmenschlichen Produktionsbedingungen von Apple-Produkten in China, ist nur die Propaganda der Konkurrenten.

Anime IV — Das Mädchen das durch die Zeit sprang

Anime - Das Mädchen das durch die Zeitsprang

Das Mädchen das durch die Zeit sprang ist ein wirklich schöner Film, der durch die Hauptfigur Makoto glänzt. Sie ist chaotisch, lebhaft, eigentlich immer zu spät und macht sich keine Gedanken um ihre Zukunft. Doch das ändert sich, als sie die Fähigkeit bekommt, durch die Zeit zu springen. Und springen ist hier bildlich gemeint. Normalerweise spielt sie nach der Schule gerne Baseball mit zwei Freunden, aber gleichzeitig mit den Zeitsprüngen verkompliziert sich Makotos Leben. So nutzt sie die Sprünge für ihren persönlichen Vorteil, verkuppelt zwei Freunde und muss sich nun selber mit der Liebe beschäftigen. Zum Glück hat sie eine nette Tante, die ihr ein paar weise Gedanken einpflanzt. Weiterlesen

Anime III — Samurai Champloo

Anime Samurai Champloo

Die Anime-Serie »Samurai Champloo« ist im Gegensatz zu Ergo Proxy eher leichte Kost. Die in der Edo-Zeit gesetzte Geschichte erzählt von dem Mädchen Fuu und ihren Reisebegleitern Jin und Mugen. Beide sind zwar Samurai, aber sehr verschiedene Charaktere. Das sorgt dann natürlich für Spannungen in der Reisegemeinschaft, aber wie man sich denken kann, lernen sie sich auch zu schätzen. Weiterlesen

Anime II — Ergo Proxy

Die Anime-Serie »Ergo Proxy« (2006) konnte ich schauen, wie ich japanische Animes am liebsten schaue. Im Original mit Untertiteln. Denn ich finde keine deutsche oder englische Synchronisation kann der emotionale Sprechweise der Japaner das Wasser reichen. Allerdings dürfte »Ergo Proxy«  selbst in der Muttersprache nicht leicht zu verstehen sein. Nicht weil die Story so kompliziert ist, sondern weil der Zuschauer oft im Ungewissen gelassen wird und man sich manche Dinge selbst zusammenreimen muss. Weiterlesen

Anime I — Prinzessin Mononoke

Da wir zu dem Thema »Anime« bis jetzt nur sehr wenig gebracht haben, schreibe ich mal ein paar Vorschläge, was man sich so angucken kann. Und damit ihr seht, dass es eine Außnahme ist, habe ich mal für Atmosphäre geschaffen. Keine Angst, es wird nicht zu viel und auch nicht auf einen Schlag. Weiterlesen

verschweigen und verzerren

Ulli Sander hat auf der AG Friedensforschung auf einen interessanten Aspekt hingewiesen.  Letzten Samstag (3. Sep) gab es in Dortmund einen Nazi-Aufmarsch mit rund 7.ooo Teilnehmern. Jedoch stellten sich ihnen knapp 10.000 Antifaschisten und Linke in den Weg. Die Polizei half den Nazis ihr »Versammlungsrecht« wahrzunehmen. Für Eingeweihte und Aktivisten dürfte dies kein neuer Umstand sein, da dies jährlich bei den Nazi-Aufmärschen am 15. Februar in Dresden der Fall ist. Und nicht nur dort.

Interessant ist ein kleiner Pressespiegel, der eindringlich zeigt, dass sog. »bürgerliche Medien« jedwede Demonstration in Deutschland verurteilen. Wer in Deutschland demonstrieren geht, sich Nazis in den Weg stellt oder den Kapitalismus hinterfragt, ist ein Spinner, Chaot, Randalierer, Verschwörungstheoretiker und Träumer. Nur wer im Iran, in Saudi-Arabien oder in China demonstrieren geht, ist ein aufrechter Demokrat. Ein kleiner Auszug:

Linksextreme fallen über Polizei her (SZ-online, 04.09.2011)

Linksextreme bewerfen Polizisten mit Steinen (SPIEGEL-online)

Autonome randalieren bei Demo gegen Neonazis (SPIEGEL-online, Diehl)

Krawalle in Dortmund bei Aktionen gegen Neonazis (Bild am Sonntag)

 

Breaking Bad

Ich bitte um höflichste Beachtung, dass wir nun »Breaking Bad« in unserer TV-Reflektion haben.

Nachdem die Sopranos die Dramaturgiekonventionen für Fernsehserien auf den Kopf stellten, wussten wir, dass Verbrecher auch nur Menschen sind. Breaking Bad schickt sich an, auch noch den Umkehrschluss zu belegen. So ist das Verbrechen in zeitgenössischen Serien häufig nicht mehr nur auf der Straße zu verorten, sondern bei uns hinter verschlossen Türen.

So ist Walter White (Bryan Cranston) eigentlich nur ein einfacher Familienvater um die 50, der in einem für die USA typischen Vorort irgendwo in New Mexiko versucht seine bald vierköpfige Familie durchzubringen. Die Arbeit als Lehrer an einer High School scheint weder seine fachlichen Fähigkeiten als Chemiker ernsthaft zu fordern, noch scheint sich seine Begeisterung für die Materie zu übertragen. Demütigenderweise ist die Arbeit aber auch nicht lukrativ genug, speziell wo jetzt Familienzuwachs erwartet wird, so dass Walter noch in einer Autowaschanlage aushilft. Als er unter erhöhtem Stress einen Zusammenbruch erleidet wird eine Krebserkrankung in terminalem Zustand diagnostiziert. Er hält diese Information vorerst vor seiner Familie geheim, aber er scheint dabei eine Entwicklung durchzumachen. Bisher war Walter ein eher höflicher zurückgenommener Mensch, der vermutlich nicht immer der Beste darin war seine eigenen Interessen zu wahren, aber nun scheint seine Risikobereitschaft zu steigen, er wirkt teilweise sogar aggressiv. (...)

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Der Vermarktung entsagen

Am 17. August 2011 lief  in der Sendung Panorama ein Beitrag mit dem Titel »Rot-Grün macht Kasse«. Auch wenn die Doku mit dem Reporter Christoph Lüdgert ein wenig sensationsheischend daherkommt, so ist sie doch zu empfehlen. Denn was sie zwischen den Zeilen sagt, ist erwähnenswert. Schröder, Fischer und Konsorten haben sich verkauft, ihre Prinzipien und Ideale verraten. 20 Prozent aller Minister und Staatssekretäre der zweiten rot-grünen Regierung betreiben heute Lobbyarbeit für Unternehmen und Konzerne. Warum? Und wie konnte das geschehen?

Wie funktioniert der Ausverkauf des Charakters, der eigenen Prinzipien und Wertvorstellungen? Verdirbt Politik den Charakter? Ist letztlich jeder käuflich und es ist nur eine Frage des Preises? Inwiefern kann man Prinzipien und Überzeugungen überhaupt noch trauen? Weiterlesen

Moviefans: Léon

Léon - The Professional

Die Idee zu dem Film hatte Luc Besson bereits als Jean Reno den Cleaner in »Nikkita« spielte. Als klar wurde, dass die Produktion von »The Fifth Element« noch sehr lange dauern würde, entschloss sich Luc Besson, noch einen Film vorher zu drehen. Er schenkte Jean Reno das Drehbuch zu »Léon« bei einem Abendessen. (...)

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