Coca Cola: Illusion und Mord

Pünktlich zur Vorweihnachtszeit fährt wieder der Coca-Cola-Truck durch die westliche Welt. Der Konzern überflutet uns wieder mit seiner nestwärmelnden Werbung. Wir haben uns alle lieb:

Alle? Gewerkschafter mögen wir nicht. Die wollen ja Löhne und Arbeitsbedingungen verbessern. Unglaublich frech! Und warum berichtet niemand darüber? Weil Coca Cola sonst seine Anzeigen, also sein Geld, zurückziehen würde.

Liebe Massenmedien...

...seit einiger Zeit beklagt Ihr euch über den Rückgang an Lesern und den damit verbundenen finanziellen Verlusten durch weniger Kioskverkauf und Anzeigen. Die Frankfurter Rundschau hat Insolvenz angemeldet, die Financial Times ist pleite und auch der »Spiegel« will Personal abbauen. Zudem hat der Berliner Verlag (»Berliner Zeitung«, »Berliner Kurier«) einen Abbau von bis zu 86 Stellen angekündigt.

Ihr gebt vor allem dem Internet und der hiermit unterstellten »Gratismentalität« die Schuld dafür. Ihr betont, eure wichtige Rolle als sog. »vierte Gewalt«, als Meinungs- und Bildungsmedium. Mitleid mit euch sollte man dennoch nicht haben. Ihr habt es schon lange aufgegeben, den Bürger ernst zu nehmen und ihn umfassend zu informieren und aufzuklären.

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Kurt’s Blog: »nebenbei bemerkt«

Blogs gelten als etwas sehr schnelllebiges. Die Aktualität ist das bestimmende Element. Oder gibt es tatsächlich User, die in den Blog-Archiven wühlen und alte Beiträge lesen? Im Gegensatz zu einem Magazin, in dem die Beiträge immer »oben« sind, lebt ein Blog natürlich auch von seinen Kommentaren.

Beides: Kommentare und Aktualität wird es bei dem Blog »nebenbei bemerkt« nicht mehr geben. Denn leider ist der Autor, Roger Beathacker aka Kurt, im Dezember 2009 im Alter von nur 53 Jahren viel zu früh verstorben. Auch ich kannte ihn, wie so viele Blogger, nicht persönlich, dennoch haben mich seine Texte oft tief inspiriert und berührt. Ich habe mal in seinem Archiv gekramt und möchte euch zwei Texte von ihm vorstellen. Denn nach wie vor ist sein Blog erreichbar. Weiterlesen →

Die große Kommunikationslüge

by epikur

Vor einiger Zeit hat mein geschätzter Kollege flatter von feynsinn einen Beitrag mit einem beeindruckenden Satz enden lassen: »Kommunizieren ist mehr als senden«. Im folgenden Artikel stelle ich die These auf, dass im vermeintlichen digitalen Zeitalter, in der ein Überangebot an Kommunikationsinstrumenten herrscht, fast ausschließlich nur noch gesendet wird. Die Fähigkeit zuhören zu können, Aussagen zu reflektieren oder gar zwangsfrei offen für neues zu sein, ist gesamtgesellschaftlich gesehen kaum noch vorhanden. Kommunikation wird nicht mehr als ein Akt der zwischenmenschlichen ehrlichen und offenen Interaktion, sondern vor allem als ein Instrument der eigenen Ziele und Interessen verstanden. Weiterlesen →

Der Name ist ein Zeichen

Wer zitiert oder interviewt werden will bzw. ein Buch veröffentlichen möchte, der braucht weder Inhalte, noch eine Botschaft, der muss nicht besonders intelligent, sprachgewandt oder ideenreich sein. Das Einzige was man (neben Beziehungen und ein gutes Selbstmarketing) braucht, ist ein Name. Die Aufmerksamkeits-Ökonomie veranlasst Unternehmen, Journalisten und Verlage, sich vornehmlich auf Menschen zu konzentrieren, die in der Öffentlichkeit bekannt sind. Hinzu kommt, dass die Massenmedien das Prinzip der Personalisierung verinnerlicht haben. Weiterlesen →

Roche & Böhmermann

die Sendung für Jedermann... und Frau!

Auf zdf.kultur läuft nun schon länger endlich mal wieder eine Talk-Show, die den Namen verdient hat. Nach der langen Sommerpause hatte ich schon ein bisschen Angst, dass ich die Sendung nicht mehr so gut finde, aber nach der Sendung mit Max Herre waren meine Befürchtungen verflogen. Selbst wenn man die Gäste nicht kennt, mag oder langweilig findet, so ist die Sendung trotzdem immer wieder unterhaltsam. Alleine schon die Einspieler die eine Person vorstellen, reichen oft und es kommt vor, dass ein Gast dann auch schon abgehakt ist. Daran ist er zum Teil selber schuld, da er sich nicht einbringt oder die Moderatoren vergessen ihn im Chaos der Sendung. Denn in der Sendung passiert sehr viel und dazu kommt noch mehr »Blödsinn« in der Post-Produktion.

Wie würdest du die Sendung bezeichnen, todesglupsch? Weiterlesen →

Lafontaines Gedanken

Oskar Lafontaine hat vor einigen Tagen in der FAZ einen Artikel veröffentlicht, den ich euch ausdrücklich empfehlen möchte! Er schreibt über die Krise, unser politisches System, Begriffsbesetzungen, Medienmacht und die Finanzmarktindustrie:

Ein System, das nur der Minderheit der Reichen dient, kann auch nicht Demokratie genannt werden [...] In einer demokratischen Gesellschaft müssen sich die Interessen der Mehrheit durchsetzen; der Schwache braucht Gesetze, um frei sein zu können; Eigentum entsteht durch eigene Arbeit und nicht dadurch, dass man andere für sich arbeiten lässt.

Und so beginnt es...

Ab sofort darf das deutsche Militär auch im Inland eingesetzt werden. Natürlich nur mit starken Einschränkungen, um sogleich alle Kritiker zu beschwichtigen. In  »Ausnahmesituationen katastrophischen Ausmaßes« oder bei »Terrorgefahr« darf die Bundeswehr im Inland eingreifen. Die schwammigen Formulierungen öffnen somit Tür und Tor. Somit haben wir endlich unser modernes Notstandsgesetz. Die Machthabenden fürchten wohl starke Aufstände in Deutschland und bereiten sich vor. Zurecht, denn wenn die Bürger merken, dass sie nun die Milliarden für die Banken zahlen dürfen, werden sie endgültig die Schnauze voll haben. Entlassungen, Inflation, Kürzungen, Steuererhöhungen usw. stehen dann ins Haus. Dann ist es vorbei mit der typisch deutschen, gemütlich-biederen Weltvergessenheit.