In einem zwischenmenschlichen Gespräch, in einer Diskussion oder in einem Meinungsstreit gibt es wiederkehrende Argumentationsmuster. In den folgenden Kommunikationsstrategien geht es selten um einen ernsthaften Austausch von Inhalten oder Argumenten, sondern vielmehr darum, Recht zu haben, sein Gesicht zu wahren und kompetent zu wirken. Folgende Diskurs-Strategien lassen sich in einem typischen Streitgespräch erkennen: Weiterlesen
Archiv der Kategorie: Medien
Headshot!
Während sich die Welt über einen amoklaufenden US-Soldaten in Afghanistan unnötig aufregt, sollten wir uns lieber einem wahren Helden widmen. Chris Kyle war bei den Navy Seals und hat in seiner Zeit als Scharfschütze mehr als 160 Menschen hingerichtet. Vornehmlich in den Kopf, das macht am meisten Spass. Einmal hat er aus zwei Kilometern Entfernung einen wehrlosen Iraker erschossen. Kyle feierte das Morden zu Recht als »den weitesten bestätigten tödlichen Treffer des Irak-Krieges«. Kyle ist nur 37 Jahre alt und hat schon jetzt den Größten in der Hose. Wir sollten ihn als Vorbild nehmen, anstatt uns mit dem Amoklauf eines US-Soldaten zu beschäftigen. Unschuldige und wehrlose Menschen zu ermorden ist nämlich okay, aber bitte nur gezielt und auf Befehl! Das ist einfach cooler!
Die Freude an lebendigem Material
– Gastbeitrag von mr. peepwood
»Geh zu deinem Opa und lass dir erklären, wie man ein Telegramm schreibt«. Diesen geistigen Auswurf musste ich mir anhören, nur weil ich mein Lieblingsmedium verteidigt hatte. Aber zurück zum Anfang der Geschichte: Weiterlesen
Zwangsumsiedelung in Deutschland
»Die Jobcenter erhöhen den Druck auf Hartz-IV-Empfänger, die in zu teuren Wohnungen leben. Im vergangenen Jahr forderten sie 65.511 Berliner auf, die Kosten für Unterkunft und Heizung zu senken. Die Zahl der daraus resultierenden Umzüge stieg von 428 im Jahr 2009 auf 1313 im vergangenen Jahr. [...] So forderten die Jobcenter in Pankow 11.775 Hartz-IV-Empfänger auf, die Wohnkosten zu senken.«
- Berliner Morgenpost vom 27. Februar 2012
Anmerkung: Wie soll ein ALG 2- Empfänger seine Mietkosten mindern? Den Vermieter bedrohen? Im Winter die Heizung ausstellen und frieren? Warum werden nicht die Vermieter angeschrieben? Warum passt man die Miet-Obergrenze in den Jobcentern nicht den gegebenen Umständen an?
Wer glaubt, Zwangsumsiedelungen würden nur in totalitären oder diktatorischen Staaten veranlasst werden, der sieht sich heute getäuscht. Die Zwangsumzüge werden dafür sorgen, dass finanziell schwache Menschen gezwungen werden, in Berliner Bezirke zu ziehen, die heute schon als »Hartz 4‑Kieze« gelten (Wedding, Neukölln etc.), weil dort die Mieten den Vorgaben des Jobcenters entsprechen. Vielleicht will man ja so bestimmte Bezirke von Armut »reinigen«, hmm?
Streik
Streik ist etwas schlechtes. Wer streikt, hält den Verkehr unnötig auf, sorgt für Chaos und ist meist auch ziemlich gierig, da er mehr Geld will. Wer streikt, funktioniert nicht, ist ein Querulant, ein Störenfried und ein Unruhestifter. Der Streik ist eine Bedrohung, vor der man sich fürchten sollte. So oder so ähnlich wird es uns tagtäglich durch unsere liebe Presse eingeimpft und beigebracht. Die Sprache verrät es. Einige Beispiele:
Die Flugfeld-Beschäftigten am Frankfurter Drehkreuz wollen auch am Montag die Arbeit niederlegen. Einem der größten Flughäfen Europas droht damit neues Chaos.
- Süddeutsche Zeitung vom 19. Februar 2012
28c3
- Gastbeitrag von mr. peepwood
Während des vom Chaos Computer Club (CCC) ausgerichteten 28c3 habe ich fleißig, wie alle anderen Nerds auch, vom #28c3 (Chaos Computer Congress) in Berlin getwittert und jtheripper fand meine Berichterstattung anscheinend so interessant, dass er mich gebeten hat, ob ich nicht was dazu auf dem Blog veröffentlichen würde. Nun denn, gesagt – Verzögerung – getan. Vielleicht gefällt’s ja auch dem einen oder anderem Nichtnerd... Weiterlesen
Eigenverantwortliche Depressionen
Ich erhalte monatlich von der Barmer-Krankenversicherung ein Mitglieder-Blättchen mit dem Titel »Gesundheit konkret«. In der Ausgabe 1/2012 war das Thema »Burnout« das Titelthema des Heftes. Der Artikel wehrt sich gegen das Modewort Burnout, infolge einer Überarbeitung am Lohnarbeitsplatz und stellt die These auf, dass Burnout meist nur eine Depression sei:
»Ein Großteil der Menschen, die wegen Burnout eine Auszeit nehmen, leidet de facto an einer depressiven Erkrankung«
- Prof. Dr. Ulrich Hegerl, Universität Leipzig
Massenarbeitslosigkeit ist systemrelevant
So langsam frage ich mich, weshalb die bürgerlichen Medien die Lüge um die Arbeitslosenzahlen immer wieder reproduzieren? »Die Arbeitslosenzahlen sind gesunken«, »Jobmarkt so stabil wie nie« bzw. »gute Jobchancen im Jahr 2012« schreibt SpiegelOnline am 31. Januar 2012. Dabei kann sich jeder, der einen Internetzugang sein Eigen nennt, bei arbeitsagentur.de ein Bild über die Zahlen machen. Was die Medien über die Erwerbslosigkeit in Deutschland schreiben, berichten und behaupten kann man nur noch als Propaganda bezeichnen. Weiterlesen
Niedriglohnsektor steigt weiter
In einigen ländlichen Regionen Westdeutschlands machen Leiharbeit, Minijobs und Teilzeit fast die Hälfte der Beschäftigungsverhältnisse aus, zeigt die WSI-Datenbank. [...] Danach sank die absolute Zahl der Normalarbeitsverhältnisse von 2008 bis 2010 um 133.000. Ihr Anteil an allen Beschäftigungsverhältnissen in der Privatwirtschaft ging sogar überproportional zurück, von 62,3 auf 61,2 Prozent. Denn zeitgleich nahmen Teilzeit und Minijobs stetig zu, im vergangenen Jahr auch wieder die Leiharbeit, nach einem Einbruch im Jahr 2009.
- Boeckler Impuls, Ausgabe 20⁄2011 der Hans-Boeckler Stiftung
Das RTL-Phänomen
Der Privatsender RTL schafft es, seine Zuschauer an sich zu binden. Wer mehr als drei RTL-Sendungen pro Tag schaut, guckt meist keinen anderen Kanal mehr. Zugegeben, meine Einschätzung ist eine sehr subjektive Betrachtung. Wenn ich jedoch mein privates Umfeld betrachte, dann gibt es für so einige keinen anderen TV-Sender mehr als RTL. Dabei bringt der Privatsender Formate, die jedem halbwegs gebildeten Menschen die Achselhaare zu Berge stehen lassen. Weiterlesen
