Stefan Niggemeier, Journalist und Blogger, bekannt durch seinen Bildblog, fragt in seinem FAZ-Artikel »Journalismus unter Verdacht« vom 2. November 2014: »Manipulieren die Nachrichten die Nachrichten? Hetzt die Presse gegen Putin? Lassen sich Journalisten kaufen? Die Kritik an den Medien in Blogs und Büchern wird immer exzessiver und aggressiver.« Bezeichnenderweise werden in dem Artikel auch keine Kommentare zugelassen. Weiterlesen
Archiv der Kategorie: Medien
ZG-Rückblick: Hass nun endlich auch in digitaler Form käuflich?
Während mein digitaler Unterhaltungskonsum zuletzt eher stagnativ verlief habe ich jüngst sogar spielerisch eine Reise in die Vergangenheit angetreten. Mit dem neuesten Civilizationableger und Legends of Grimrock 2 sind die Spiele die mich seit langem mal wieder ansprechen einerseits die neueste Auflage eines Spiels das uns seit über 20 Jahren mehr oder minder ähnlich immer wieder verkauft wird, andererseits ein Remake eines Rollenspielklassikers der rund ein Vierteljahrhundert auf dem Buckel hat.
Mein werter Kollege Epikur stößt meine Nase derweil darauf, dass am anderen Ende des Spektrums auch noch Dinge passieren. So wird allen die bisher der Meinung waren Computerspiele züchten Amokläufer, nun eine passende Argumentationsgrundlage geliefert. Mit »Hatred« soll ein kommerzielles Spiel erscheinen was allem Anschein nach, einen Amokläufer als Protagonisten aufbietet und das Amoklaufen als einzigen Spielinhalt.
Erzeugen nun Spiele Amokläufer? Und Amokläufe »Killerspiele«? Haben wir dann einen Teufelskreislauf? Ist »Hatred« damit das erste Spiel was tatsächlich die Bezeichnung »Killerspiel« verdient? Haben wir es womöglich mit einer Avantgarde zu tun? Oder einfach mit einer sadistischen Perversion als kommerzielles Großprojekt? Weiterlesen
Telefonterror
Variante 1
MV: (Nimmt den Hörer ab. Schweigt.)
Callcenter: »Guten Tag, spreche ich da mit Markus Vollack?«
MV: »Hallo.«
Callcenter: »Ist Herr Vollack am Apparat?«
MV: »Mit wem spreche ich denn?«
Callcenter: »Mein Name ist Sven Müller vom...«
MV: (unterbricht) »Klar, und ich bin Leo Lausemaus. Wie heißen Sie wirklich?«
Callcenter: »Sven Müller. Sind Sie Herr Vollack?«
MV: »Ich heiße Leo Lausemaus.«
Callcenter: (legt auf) Weiterlesen
Presseblick (31)
Windows XP sei eine tickende Zeitbombe, so heise.de. Fast sieben Prozent aller deutschen Rechner würden noch mit dem Betriebssystem arbeiten. Seit Monaten schreiben sich die PR-Huren von Microsoft in den Leidmedien (Welt, Focus, Handelsblatt etc.) die Finger wund, verbreiten Angst und Panik — alles nur deshalb um die Menschen dazu zu bringen, sich endlich ein neues Betriebssystem, natürlich von Microsoft, zu kaufen. Wer ein ordentliches Antivirus-Programm hat, gefährliche Seiten und unsichere E‑Mails nicht öffnet, regelmäßig seinen PC entmistet, keine Cookies zulässt, seinen Temp Ordner und Browserverlauf regelmäßig löscht, ccleaner oder spybot nutzt — der braucht sich von der Panikmache auch nicht groß beeindrucken zu lassen. Würde mich nicht wundern, wenn Microsoft bald ein paar Hacker losschickt, welche die weltweiten Win XP Rechner mit einem Virus infizieren sollen, um auch den letzten Rest davon zu »überzeugen« sich ein neues Windows zuzulegen. Weiterlesen
Wort. Wert. Wirkung.
Werbung kann in unsere Gedanken tröpfeln, unsere innere Ruhe zersetzen oder auch unser Unterbewusstsein manipulieren. In der Regel ist sie jedoch verdammt dämlich, sinnbefreit und kontextlos. Häufig werden positiv besetzte Begriffe aus dem Assoziations-Baukasten verwendet, Plastikbuchstaben und Gummiwörter eingesetzt sowie Worthülsen-Domino gespielt. Ganz ähnlich wie in der Politik. Dennoch halten sich nicht wenige PR- und Marketing-Soldaten für extravagante, kreative Zeitgeister, die stolz von sich behaupten, dass sie mit der Sprache jonglieren und Kunstwerke produzieren würden. Weiterlesen
Filmzitate raten VIII
Aus welchem Science-Fiction-Film aus dem Jahr 1981 stammt dieses Zitat?
»Das ist eine ganze Maschinerie, die arbeitet, weil jedes Schräubchen genau das tut, was von ihm erwartet wird. Ich hab herausgefunden, dass ich ein Schräubchen bin, das falsch funktioniert. Es gehört doch aber auch irgendwie zum Programm. Das ist meine kleine dreckige Arbeit in der dreckigen Maschine.«
Digitale Premiumexistenzen
Nachdem ich mich bereits ausführlich über die sogenannte »Shitstorm-Bewegung« ausgelassen, sowie die These aufgestellt habe, das Social Web bedeute eben nicht zwingend ein mehr an qualitativer Kommunikation und Vernetzung, sondern sei vor allem eine Plattform zur Selbstinszenierung und Selbstbestätigung (gebt mir Likes!) – so möchte ich mich heute mit den Inhalten auseinandersetzen. Also damit, was die Facebook-Jünger so gerne tausendfach teilen. Und was sie komplett ignorieren. Weiterlesen
Der Gratis-Schwindel
Ist man noch relativ jung, sagen wir, so unter 10 Jahren, spielt das Thema Geld nicht zwingend die Hauptrolle im Alltag. Familie, Freundschaften, gemeinsame Spiele und Unternehmungen, Schule und Hobbys sind meist deutlich wichtiger. Mit zunehmendem Alter ändert sich das radikal. Partys, Kino- und Restaurantbesuche im Jugendalter erfordern Kohle. Sobald man das Elternhaus verlassen hat, sieht man dann das Leben vor lauter Kosten nicht mehr: Miete, Strom und Gas, Lebensmittel, Telefon und Internet, Kleidung, Kosmetik, Haushaltsgeräte und Möbel, Versicherungen, Bus- und Bahnfahrkarte oder Auto, Rundfunkgebühr und so weiter. Die Geldbeschaffung wird zum zentralen Thema der eigenen Existenz. Umso verführerischer werden dann die ständigen Versprechungen von: kostenlos, gratis und umsonst. Weiterlesen
Presseblick (30)
Auf bernerzeitung.ch gibt es einen interessanten, philosophisch-soziologischen Artikel über »die Vergottung des Selbst«. Der vermeintliche Individualismus sei »Selbstdesign und spätmoderner Seelenersatz«. Der Ich-Kult, Egoismus und die Selbstliebe seien Ersatzbefriedigung für authentisches Glück geworden. Im Grunde wird hier nichts fundamental neues für fleißige ZG-Leser erzählt (z.B. Massenindividualität), aber dennoch ist der Beitrag gut geschrieben und zusammengefasst: »Der Mensch scheint irreversibel abhängig von den digitalen Selbstverlängerungen und Hilfsorganen seiner Techniken und Medien, seiner medialen Verortung und Selbstdarstellung.«
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»Mit Massenmedien ist eine Demokratie nicht möglich«
...behauptet Volker Pispers und widerspricht damit jedem Lehrbuch. Er begründet seine These, dass die Massenmedien einzig und allein nach Quote und Auflage schielen und somit jedem »Furz«, jeder Nichtigkeit und jedem Nichtwissen ihre Aufmerksamkeit widmen. »Die Freiheit des Ignorierens hat uns die Diktatur des Boulevard genommen!« Der Clip ist zwar etwas älter, aber immer noch hochaktuell.