Anstand kostet!

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©epikur (eigenes Werk)

Wer sich sein Gewissen, seine Fairness, seine soziale Gerechtigkeit und sein Mitgefühl bewahren will, muss dafür mit harter Währung bezahlen! Die meiste Kohle macht man, wenn man skrupellos, rücksichtslos und egoistisch ist. Wer sich scheut, auch mal bigott, verlogen und korrupt zu sein, wer nicht professionell lügen kann und will (Marketing, PR, Vertrieb etc.), wer Mühe hat, die eigene Selbstentfremdung nicht als Selbstverwirklichung zu verdrehen — der wird niemals eine steile berufliche Karriere hinlegen können! Weder in der Automobil- oder Pharmaindustrie, in einer Bank, noch in einem Konzern oder irgendeiner anderen Branche, wo man richtig Geld verdienen kann.

Nächstenliebe, Empathie und Mitgefühl sind ökonomisch gesehen nicht nur wettbewerbsschädigend, sondern schlicht nichts wert. Ja, zur Aufrechterhaltung der Arbeitsmoral und zur Mitarbeiterführung wird ein wenig Sozial-Klim-Bim betrieben und/oder gelegentlich gemenschelt. Auch werden die Ideale von Menschen, die in sozialen Berufen arbeiten, rücksichtslos ausgebeutet — all das wird aber nicht mit Euros vergütet. Es spielt zudem in der Management-Ebene, in der Finanzindustrie und auf politischer Ebene kaum eine Rolle. Was zählt, sind Quartalsberichte, Dividenden und Profite. Und weil sich Anstand schlicht nicht rentiert, sondern nur Kosten verursacht, wird auf ihn weitestgehend verzichtet.


» Die ganz normale Ungerechtigkeit
» Marktgerechtigkeit und Verwertungsmoral
» Ohne Haltung

Sexroboter

»Demnach würde ungefähr jeder fünfte Deutsche gerne einmal mit einem Sexroboter schlafen. Über die Hälfte würde es nicht oder nur vielleicht stören, wenn ihr Partner Sex mit einem Sexroboter hätte. [...] Doch nur rund sechs Prozent könnten sich vorstellen, sich in einen Roboter zu verlieben.«

- dpa via gmx-magazin

Anmerkung: Jeder sechste Deutsche mag Blumenkohl mit Käsesauce. Jeder dritte Deutsche hätte gern Dieter Bohlen oder Günther Jauch als Bundeskanzler. Alle 11 Minuten verliebt sich ein Single über Parship. Jeder Deutsche hätte gerne mehr Gehalt. Sci-Fi-Dystopien mutieren immer mehr zu Kindermärchen. Satiren werden von Realsatiren überholt. Vermeintliche Lösungen werden für hausgemachte Probleme angeboten. Und anstatt die Ursachen (Atomisierung, Vereinzelung, Entsolidarisierung) zu verändern, verdient man lieber Geld mit den Folgen. Gibt es auch Sexroboter für Transgender? ;)

Ich. Bin. Krankheit.

Je älter ich werde, desto mehr fällt mir auf, wie viele Menschen sich durch Krankheit definieren. Ich kenne mittlerweile eine stattliche Anzahl an Leuten, die fast täglich jammern, klagen, wimmern und stöhnen. Über Knie‑, Rücken‑, Kopf‑, Magen- oder sonstige ‑vorhandene oder eingebildete- Schmerzen. Es gibt regelrechte Krankheits-Wettbewerbe, bei dem sich die Protagonisten gegenseitig mit dem vermeintlich schwereren Leid übertreffen wollen (Und ja, es sind meistens Frauen!). Ist diese Opferhaltung eine Flucht vor der Selbstbestimmung? Ein Weg für mehr Aufmerksamkeit? Ist es die Angst vor der Freiheit? Oder gar eine subtile Rebellion vor der neoliberalen Eigenverantwortung? Oder macht uns die tolle Lohnarbeit in Kombination mit der tollen Demokratie letztendlich nur alle kaputt? :wtf:


» »Jeder ist seines Krankheit Schmied!«
» »Krebs ist Profit«
» »Neusprech: Krankheit«

Der pädagogische Happen (18)

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Zwei Kinder im Alter von Zehn Jahren spielen und unterhalten sich auf einem Spielplatz.

Felix: »Was machst Du in den Herbstferien?«

Michel-Max: »Ich fliege mit meinen Eltern nach Ägypten.«

Felix: »Boah cool! Aber warst Du nicht gerade in den Sommerferien in Indien?«

Michel-Max: »Ja, und?

Felix: »Ich war noch nie außerhalb von Europa. Meine Eltern sagen, sie haben dafür kein Geld.«

Michel-Max: »Können wir jetzt Deinen Fussball zum Spielen nehmen?«

Felix: »Wieso das?«

Michel-Max: »Weil das ein richtiger Ball ist! Meine Eltern kaufen mir immer nur so Plastikbälle von Aldi. Obwohl ich mir schon lange einen richtig guten Fussball wünsche, bekomme ich ihn nicht!«


» »Der pädagogische Happen«

Verarmt und Vergessen

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Beitrag auf zeitgeistlos.de von roberto j. de lapuente

Finanzielle Armut hat vielschichtige Auswirkungen. Es geht eben nicht nur darum, dass man weniger Geld zur Verfügung hat, sondern auch gesamtgesellschaftlich als überflüssige Ballastexistenz wahrgenommen, ja abgewertet wird. Wer wenig Geld hat, dem werden nicht nur mangelnde soziale Kompetenzen zugeschrieben (»sozial schwach«), der wird nicht nur für dumm erklärt (»bildungsferne Schichten«), nein, der wird auch weniger Freunde finden und in der Schule bei gleichen Leistungen, im Vergleich mit Kindern aus finanziell starken Haushalten, schlechter bewertet werden. Und zur Krönung wird die Massenarmut stets mit der Eigenverantwortungs-Dogmatik verargumentiert.

Man könnte zur Abwechslung doch mal das Narrativ verbreiten, dass die Wertschätzung eines Menschen nicht an seinen finanziellen Status geknüpft werden darf! Selbstwert und Selbsbewusstsein sollten nicht mehr an der Höhe des Kontostandes gemessen werden! Aber dann würden ja sämtliche Karriere-Psychopathen, Chef-Narzissten und Lohnarbeits-Fetischisten eine ernsthafte Sinnkrise bekommen. Und das darf natürlich nicht sein! Denn eine menschenverachtende Profitmaschinerie ist ohne Psychopathen nicht überlebensfähig.


» Armut schwächt die sozialen Beziehungen
» Lehrer trauen sozial schwachen Schülern weniger zu
» Beiträge zum Thema Armut

Das Verschwinden der Hobbys

Ein Hobby, dass kaum noch ohne Leistungs-, Konkurrenz- und Wettbewerbsdenken ausgeübt wird: Fussball

Ein Hobby, dass kaum noch ohne Leistungs‑, Konkurrenz- und Wettbewerbsdenken ausgeübt wird: Fussball

Laut wikipedia leitet sich das Wort Hobby von »hobby horse« (Steckenpferd) ab. Es ist eine zweckfreie Tätigkeit, die kein direktes Ziel hat, außer der eigenen Entspannung, Zufriedenheit und Freude zu dienen. Im Zeitalter der neoliberalen Selbstoptimierung, in der wirklich jede Tätigkeit einen persönlichen Vorteil und Nutzeneffekt generieren muss, ist es wenig verwunderlich, dass immer weniger Menschen einer Freizeitbeschäftigung nachgehen, die auch Mut zu Schwäche und Fehlern erfordert. Aber selbst ein Teilzeit-Leben ‑neben dem Erwerbsleben- ohne Leistungsdruck, Wettbewerbsdenken und Haben-Habitus können sich viele überhaupt nicht mehr vorstellen. Zwischen optimieren und konsumieren gibt es aber mehr, als nur die schnöde Lohnarbeit. Weiterlesen →

Der Anschlag (48)

anschlagNachdem Israel die Todesstrafe für Terroristen einführen will, möchten Frankreich, England und Deutschland diese exzellente Idee noch erweitern. Sie planen, die Wiedereinführung der Todesstrafe, die Ausweitung auf weitere Zielgruppen sowie die Vollstreckung deutlich zu beschleunigen. 10 Millionen Nutzer auf Facebook finden das gut.

Die Gaming-Industrie möchte ab Sommer 2018 neue Bezahlmodelle einführen. Demnach soll jeder Spieler auf PC und Konsole für das Laden eines Spielstandes jeweils einen Euro bezahlen. Der Pressesprecher von Electronic Arts bezeichnete diesen Vorstoß als »innovativen Kundenservice«.

Laut einer unabhängigen (und politisch wertneutralen) US-Studie soll Russlands Präsident Putin, jeden Abend ein Katzenbaby in seiner Badewanne ertränken und mit Vorliebe kleine Hunde-Welpen mit seinem Auto überfahren.

»Hauptsache Arbeit!«

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Mutter: »Endlich hast Du Arbeit gefunden!«

Sohn: »Möchtest Du nicht wissen, was und wo ich jetzt arbeite?«

Mutter: »Och, eigentlich ist mir das fast egal! Nach so langer Zeit bin ich nur froh, dass Du jetzt eine Arbeit hast! Denn das bedeutet, dass Du jetzt Dein eigenes Geld verdienst und finanziell unabhängig bist. Von daher: Glückwunsch!«

Sohn: »Nach dieser Logik könnte ich ja auch Waffen für Kindersoldaten produzieren, Drogen verkaufen oder für die Mafia arbeiten?«

Mutter: »Aber die Mafia tötet Menschen!«

Sohn: »Und Du glaubst, Banken und Konzerne töten keine Menschen?«


» „Wer wirklich arbeiten will, der findet auch eine Arbeit!“
» Der tägliche Lohnarbeitswahnsinn
» Über den gemeinen Erwerbslosen

Kinder in Deutschland; Teil 43: Übergänge

übergänge_titelIm Leben eines jeden Kindes gibt es vor allem zwei große Übergangsphasen: der Eintritt in die Schule sowie der Eintritt in das Arbeitsleben. In der pädagogischen Literatur gibt es primär jede Menge Beiträge und Untersuchungen vom Übergang Kindergarten — Schule. Die Untersuchung von der Schulphase zum Berufsleben scheint meist eher ein wirtschaftspolitisches Thema zu sein.  Beide Übergangsphasen sind für Kinder und Jugendliche entscheidende Wegpunkte. Sehr viel wird und wurde darüber geredet und geschrieben, wie man Kinder in dieser sensiblen Lebensphase unterstützen kann. Was jedoch der Aufprall von gegensätzlichen Werten und Normen bei Kindern verursacht, wird eher selten bis gar nicht thematisiert. Weiterlesen →

Alternativlos.org

alternativlos_orgDer aktuelle Podcast (Folge 41) von Frank und Fefe auf alternativlos.org beschäftigt sich  mit den Themen Bitcoin, KI, Machine Learning und die Frage nach der Verantwortung für technische Entwicklungen. Eine der vielen interessanten Thesen ist beispielsweise, dass eine Erhöhung von technischer Komplexität von Politik und Wirtschaft gerne in Kauf genommen werden, da man hiermit die Verantwortung für technische Fehler und Mängel unsichtbar machen könne. Ein durchaus spannendes und unterhaltsames Gespräch zum Mithören!