Der Anschlag (57)

Alle privaten und öffentlichen Massenmedien in Deutschland wollen ab sofort nicht mehr die Meinung von Industrie, Kapital und Werbeindustrie verbreiten, sondern investigativ und kritisch berichten. So wollen sie regelmäßig große Listen und Tabellen über Unternehmen veröffentlichen, die Gelder veruntreuen, kriminell und korrupt handeln, Gifte in die Natur kippen sowie Massenentlassungen betreiben. Außerdem wollen sie täglich neutral‐positiv über alle Protest‐ und Streikaktionen sowie Demonstrationen berichten, die in ganz Deutschland stattfinden. :JAJA:

Das Bundesinnenministerium will nach dem Vorbild von Lima, der peruanischen Hauptstadt, in allen großen Städten Deutschlands große Mauern errichten, die reiche von armen Menschen trennen sollen. »Wir brauchen einen wirksamen Schutz vor Kriminalität«, so der Bundesinnenminister.

Seit rund 17 Jahren ist die Bundeswehr in Afghanistan stationiert. Nach dem Willen der Bundesregierung soll sie dort noch weitere 50 Jahre Mädchenschulen, Brunnen sowie demokratische Schutzwälle errichten. :JAJA:


»Der Anschlag«

2 Gedanken zu “Der Anschlag (57)

  1. Ach, wenn Hofberichterstattung zum Verbrechen erklärt worden wäre, dann wären wohl so ziemlich die meisten aktiven Journalisten (und wie man sie in früheren Jahrhunderten nannte) zu jeder Zeit arbeitslos geworden... (Soll jetzt nicht beschwichtigend verstanden werden — es ist die Sache mal nur nüchtern aus dem Winkel betrachtet, dass es zu allen Zeiten wohl eine Menge »der herrschenden Klasse nach dem Munde reden« gegeben haben wird. Mehr als »unbequeme Wahrheiten aufdecken«.)

    Zu dem mit der Bundeswehr: Das ist ja gerade das Traurige an solchen Missionen. 17 Jahre sitzen die schon an der selben Stelle fest — und planen dann noch auf die nächsten Jahrzehnte mit Open End. Was hat der Tinnef dann gebracht? Kann ja wohl nicht viel gewesen sein, was man in der Zeit zustande gebracht hat, wenn man noch weitere X‐wieviele beschissene Jahre an dem Ort festsitzt...

    Ah, ich glaube, den Witz zum zweiten werde ich mir doch nicht verkneifen...
    Es kann sich ja mal einer eine Überlegung dazu machen wie man die Reichen aus den Städten aussperrt, so wie sie’s gern für all die armen Schlucker haben wollen, deren Anblick sie nicht ertragen wollen.
    Haben ja schließlich in den letzten Jahrzehnten die Innenstädte derart übernommen, dass die Normalbevölkerung sich an den Stadtrand oder in den Speckgürtel zum Wohnen verziehen musste. Die Städte gehören nicht mehr den Bürgern, sondern sie sind nur noch ein Vergnügungspark für die Betuchten, wenn die mal Lust haben, zwei Wochen Urlaub dort zu machen.
    Könnte man also auch mal ein bisschen »Schutz vor Verdrängung« praktizieren. Gleiches Recht für alle...

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