Business Intelligence

Die gewerkschaftsnahe Hans‐Boeckler‐Stiftung behauptet im Böckler Impuls 03/2016: »BWL‐Studium: Betriebsräte sind kein Thema.« Die Ausbildungsinhalte von mehr als 50 Studiengängen an 25 Hochschulen wurden hierzu untersucht. Das Ergebnis: Mitbestimmung, Betriebsräte und Gewerkschaften kommen zwar am Rande vor, sind aber kein integraler Bestandteil des BWL‐Studiums. Denn:

»Statt kollektiver Verhandlungen sind marktförmige Beziehungen zwischen Individuen vorgesehen.«

Ich kann das nur bestätigen. Während meines Studiums hatten wir öfter mal lebhafte Diskussionen mit BWL‐Studenten. Für die meisten sind Humanismus, Menschenrechte und ethische Standards nicht nur Fremdworte, sondern auch moralische Handelshemnisse gewesen. Für so einige BWL‐Schnösel ist die Welt ein großer Apfelbaum, bei dem jeder so viele Äpfel wie möglich pflücken will. Nur für sich, versteht sich. Soziale Interaktionen werden als Kosten‐Nutzen‐Matrix, Menschen als Humankapital und Verbraucher‐ sowie Arbeitsrechte als profitstörende Faktoren betrachtet. Für sie besteht die bessere Welt darin, dass der eigene Geldbeutel prall gefüllt wird.

4 Gedanken zu “Business Intelligence

  1. Hm... Das müsste doch allein darin vorkommen, wegen den rechtlichen Aspekten. (Als ein eventueller Betriebsverwalter oder -inhaber muss man das wissen.)
    Aber — was soll man sagen? So ist das in einer Welt, in der man das Recht verdrehen kann und keiner einen aufhält.

  2. Darwins Gesetze schleichen sich immer wieder hintenrum an und zerstören eine »Zivilisation« nach der anderen.
    Hoffentlich kommt entweder bald der nächste Evolutionssprung [üblicherweise verbunden mit der ausrottung des anpassungsunfähigen populationsteils], oder irgend ein Depp wirft einfach die erste Atombombe.
    Auf jeden Fall besser als die systematische zucht zynischer Brut, deren einziger Zweck in der zerstörung gesellschaftlicher Errungenschaften liegt. Diese Typen sind ein Krebsgeschwür!

  3. bwl ist ja auch nicht halb so wissenschaftlich wie bspw. ihr elternteil sozialwissenschaften, geschweige denn wie mint‐fächer. sie wäre es aber gerne. deswegen werden dort bestimmte axiome als quasi naturgesetze verkauft. eigentlich leitet sie sich nur aus anderen wissenschaften ab, die irgendwie im weitesten sinne zum obersten ziel »gewinnmaximierung (nebenbedingung: unternehmenserhalt)« beitragen können.
    dementsprechend sind die inhalte insb. im grundstudium wild zusammngewürfelt. im hauptstudium erhöht man sein theoretisches wissen in bestimmten disziplinen zwar, aber dennoch kann man ohne berufserfahrung, praktika etc. kaum irgendwo ad hoc (innerhalb 3 monaten) anfangen produktiv zu arbeiten.
    man kommt ja bspw. ohne probleme mit abschluss aus diesem studium, ohne ne bilanz lesen zu können, excel/word zu bedienen usw. usf. es gibt da de facto keine mindeststandards, welche überprüft werden.
    des weiteren ist da immens viel bulimie im spiel — einmal auswendig lernen, inner klausur hinschreiben, danach kommts nie wieder vor.
    zusammenhänge zwischen einzelnen fächern? ahwatt.
    bzgl. unternehmensführung / organisationsstrukturen kamen bei uns diverse formen und stellen vor. aber betriebsräte? diverse beauftragte? qualitätsmangement? it? alles pustekuchen.

  4. @Jack. Ich muss den ollen Darwin jetzt doch ein wenig verteidigen. Aus seiner Ecke kamen niemals; »die Gesetze«, die andere in dieser Form daraus ableiten. Das ist ein wenig wie »Alles ist relativ«. Zwischen dem, was Einstein darunter verstand, und dem, was darunter als geflügeltes Wort verstanden wurde, bestehen Differenzen, die einfach gewaltig sind. Bitte nimm dies nicht persönlich,es ist keine Kritik an deinem Kommentar, ich möchte es nur anders formulieren. Das, was aus Darwins »Theorien« gemacht wurde, schleicht sich immer von hinten an. Ein Phänomen, welches wir öfters erleben werden, — und auch in anderer Art und Weise sehen.

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