Heute keine Kritik

Ihr habt jetzt echt mal genug genörgelt! Ihr kleiner, möchtegern‐elitärer‐Blog‐Netzwerk‐Haufen. Ihr denkt echt, Ihr seid was Besseres, hm? Dabei seid Ihr nur abgefuckte Klugscheißer, Besserwisser und Pseudo‐Politiker. Ständig nur am Meckern, wie schlecht doch alles ist. Zumindest müsst Ihr in Deutschland nicht hungern. Geht doch mal nach Afrika, denen geht es wirklich schlecht. Seid froh, dass es euch so gut geht, hier in Deutschland. Wenn Ihr wenigstens mal sagen würdet, wie man es besser machen kann, aber nein, nur am Dauer‐Kritisieren. Typisch, diese linksverbohrten Gutmenschen‐Dogmatiker! Ihr seid Träumer und Spinner. Wir sind nicht bei »wünsch Dir was«, sondern bei »so isses«.

Das Leben in Deutschland ist nicht scheiße. Was glaubt Ihr, warum die ganzen Ausländer zu uns wollen? Weil es Ihnen hier besser geht. Ja genau! Und Ihr schimpft ständig auf das System, die Medien, die Politiker, die Banken und die Wirtschaft. Ihr könnt doch sowieso nichts ändern! Also genießt das Leben! Zieht euch »Transformers« rein, trinkt dazu eine leckere kalte Coca Cola und esst Popcorn. Oder Ihr schaltet den Fernseher ein und schaut ein wenig RTL. Ihr werdet sehen, euch geht es sofort besser. Wenn nicht, geht am Wochenende mit euren Kumpels saufen und Party machen.

Sich ständig mit den Ungerechtigkeiten der Welt zu befassen, macht doch nur schlechte Laune. Ja, es gibt sie, dem stimme ich sogar zu. Aber man kann doch sowieso nichts dagegen tun, also warum seine Zeit damit verschwenden? Denkt endlich mal positiv! Es ist schließlich alles nur eine Sache der Einstellung, wie beispielsweise mit dem Job. Wer nur negativ denkt, der ist auch selbst schuld, wenn es ihm schlecht geht. Er also z.B. keine Arbeit findet.

Fangt endlich an, das Unrecht in der Welt zu lieben! Genießt es, wenn Ihr in der Tagesschau hört, dass andere Menschen grausam verreckt sind. Ergötzt euch an dem Leid, dem Elend und der Armut anderer. Geilt euch daran auf, wenn Menschen fertig gemacht werden, beispielsweise von Dieter Bohlen bei »DSDS«, im Dschungelcamp oder bei brutalen Ego‐Shootern. Dann merkt Ihr, wie gut es euch eigentlich noch geht.

6 Gedanken zu “Heute keine Kritik

  1. Lächle und sei froh , es hätte schlimmer kommen können.
    Und ich lächelte und war froh , und es kam schlimmer.

  2. Das Ausbleiben von Anerkennung. Wie so oft blidet sie die Wurzel von Zwist. Hier ist der eine nicht vollständig genug sozialisiert. Der andere hingegen schon. Ersterer mokiert sich daher über die Welt, in der er lebt. In seine Seele ist die Ordnung der Welt nicht so vollständig eingegangen, dass er ihre Aktivitätspfade mit geringer Reibung vollziehen könnte. Seine Vollzüge sind durchzogen von Sinninterferenzen, Mangelerfahrungen und Strebungswidersprüche. Zweiterer hingegen hatte mehr Glück in diesem Sinne. Die Stromlinien sind hier glatter, es bestehen mehr Homologien zwischen seinen Lebensimpulsen und denen, die die äußere Welt in sich trägt. Was hier so grob gesagt wird, ist natürlich bei jedem anders. Die zahllosen Elemente eines Lebens, wie es von jedem gelebt wird, sind ebenso zahllos verschieden gewichtet und angeordnet in Mosaiken des Lebens. Aber als opake Grobcolorierung mag das ja oder das nein zur Welt, in der man lebt, dennoch gelten. Die Gründe für ein ja oder ein nein mögen unterschiedlichst sein. Jedoch halten es die einen mit einen ja zur Welt, während die anderen das nein favorisieren. In der Tat scheint nur dies so zu sein wie es ist. Vom ja oder vom nein zur Welt muss man notgedrungen sagen, dass es sich um Sichten handelt. Auf einer zweiten Ebene muss man auch sehen, dass beide es schwierig haben: der erstere mit seinem nein erträgt es kaum, dass ein ja zur Welt herausgesagt wird. Innerlich türmt sich der Wunsch nach Harmonie mit der Welt auf, still und von unten her. Endlich einmal froh in einer netten Welt zu leben. Das ist nicht angenehm. Und es ist verständlich, dass dies nicht angenehm ist. Hingegen beim anderen mit seinem ja bricht mit der Anhörung des nein der Wunsch durch, seine nichtkonformen Gluten endlich einmal zu einem Feuer entfachen zu können, freier sein zu können. Das ist auch nicht angenehm. Wer merkt, dass ihm die Konformität viel Kraft abverlangt, der hat wenig Kraft übrig, die Ansage, dass er ein falsches Leben lebe, auch noch zu verarbeiten. Er will das nicht hören, er landete höchstens in einer losen Hilflosigkeit. Auch das ist mehr als verständlich.

  3. »Wer merkt, dass ihm die Konformität viel Kraft abverlangt, der hat wenig Kraft übrig, die Ansage, dass er ein falsches Leben lebe, auch noch zu verarbeiten.«

    Guter Satz , das könnte der Hauptgrund sein für den Haß so Vieler auf Progressive , Gewerkschafter , Intellektuelle und auf Kritik im allgemeinen.

    Verständlich , naja , es gibt kein Recht auf Konformismus.

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