Schürfrechte vor Menschenrechte

»In einer Studie des UN‐Beauftragten für Wirtschaft und Menschenrechte, John Ruggie, aus dem Jahr 2008 wurden zwei Drittel aller Menschenrechtsverstöße in 27 Ländern von Unternehmen aus dem Öl‐, Gas‐ oder Minensektor begangen«

- Janna Greve, die dunkle Seite des Rohstoff‐Booms, Blätter‐Ausgabe August 2011, Seite 71

Anmerkung: Staatliche Menschenrechtsverletzungen in China, dem Iran oder Saudi‐Arabien werden in den bürgerlichen Medien in Deutschland oft thematisiert und breit getreten. Weltweite Menschenrechtsverletzungen im Namen der Rohstoffgewinnung industrieller Nationen hingegen eher weniger. Dabei verursacht z.B. die Herstellung eines einzigen Goldrings ca. 20 Tonnen Minenabfall, Blutdiamanten unterstützen Warlords und diktatorische Regime, der Abbau von Uran verseucht lokale Böden und Gewässer usw. Meist werden Menschen wegen des Rohstoffabbaus zwangsumgesiedelt und in den Minen herrschen oft sklavenähnliche Zustände. In zahlreichen Ländern arbeiten auch Kinder in den Minen, die hochgiftige Stoffe einatmen und daran erkranken.

3 Gedanken zu “Schürfrechte vor Menschenrechte

  1. Staatliche Menschenrechtsverletzungen werden auch durch den Staat, d.h. das Böse verursacht. Unternehmerische Menschenrechtsverletzungen sind marktbedingt und somit sind die Unternehmen unschuldig. Im Zweifelsfall ist auch hier der Staat Schuld, da er seine Kontrollpflicht nicht erfüllt hat. So tickt die neoliberale Welt.

  2. Das sind doch alles nur Auswüchse, normalerweise sind Unternehmen ja gar nicht böse, sondern versuchen nur ihre Arbeit zu machen.

    Der Kapitalismus basiert auf der merkwürdigen Überzeugung, dass widerwärtige Menschen aus widerwärtigen Motiven irgendwie für das allgemeine Wohl sorgen werden.“
    John Maynard Keynes, britischer Ökonom

    Man sieht den glänzenden Hochhäusern der Metropolen, den Kathedralen des Kapitalismus, die Toten nicht an, die erforderlich waren, um sie bezahlen zu können.

    Hochglanzbarbarei.

  3. Wo wir grad bei Menschenrechten sind ein kleiner Hinweis:
    Es gibt da ein spannendes Dokumentarfilmprojekt:
    http://www.youtube.com/watch?v=0MWaaK0fDJA

    Ein Filmteam begleitet ein MenschenrechtsSeminar für junge Erwachsene aus Belarus, Deutschland und der Ukraine, in dem die TeilnehmerInnen das nötige Know‐How bekommen um Menschenrechtskampagnen umzusetzen.
    Der Dokumentarfilm soll den Projektverlauf dokumentieren, der Teilnehmer‐Generation ein Gesicht geben und zeigen unter welchen Umständen sie in Zentral‐ und Osteuropa lebt, diskutiert und welche Begrenzungen sie umgibt.

    Es wird noch dringend Geld benötigt um das Projekt fertig stellen zu können. Hier kann man es finanziell unterstützen: http://startnext.de/speak-up

    Übers weiterbloggen würde ich mich freuen...

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