
[An der Abmeldung im Schulhort]
Mutter: (schaut nur auf ihr Handy) »Ich möchte meine Tochter Alicia abmelden!«
Pädagoge: »Alicia aus der 3c?«
Mutter: (schaut den Pädagogen nicht an. Glotzt weiter auf ihr Handy.) »Ähm...was?«
Pädagoge: »Meinen Sie Alicia aus der 3c?«
Mutter: (gereizt) »Ja genau, habe ich doch gesagt!«
Pädagoge: »Ok, ist abgemeldet. Einen schönen Tag wünsche ich Ihnen!«
Mutter: (antwortet nicht, tippt etwas auf ihr smartphone ein und geht schweigend weiter.)



In Bus, Bahn, Supermarkt, Schule, Arbeitsplatz und Öffentlichkeit wird per smartphone und Handy über sexuelle Vorlieben gesprochen, Konflikte werden ausgelebt, Beziehungen beendet und es wird über Freunde oder die Verwandtschaft getratscht. Vielen scheint es eine helle Freude zu bereiten, über ihr Privatleben in aller Öffentlichkeit zu sprechen. Mir ist das, nach wie vor, eher unangenehm. Wer mich unterwegs anruft, wird mich dann meist eher unfreundlich und kurz angebunden erleben. Einfach, weil bestimmte Dinge nicht jeden in der Öffentlichkeit zu interessieren haben und ich selbst entscheiden möchte, wem ich was erzähle. Bin ich jetzt neurotisch?