Die Bundesregierung hat heute ein neues Gesetz beschlossen. Demnach wird das Wort »hilflos« aus dem deutschen Wortschatz ersatzlos gestrichen werden. Führende Unternehmen, Minister und Wissenschaftler haben sich dafür ausgesprochen. Außerdem belege eine repräsentative Meinungsumfrage, dass es in Deutschland keine »hilflosen Menschen« geben würde. Jedem in Deutschland wird geholfen, sofern er bereit ist, sich zunächst selbst zu helfen. Wer dazu nicht in der Lage oder willens ist, der darf auch keine Hilfe erwarten. Solidarität ist Eigenverantwortung.
Verflüssigte Selbstreflexion
Die Konsumgesellschaft benötigt die Dienste von Absatzspezialisten, welche in allen Künsten der Überredung geübt sind. Unter einem System freien Wettbewerbs ist kommerzielle Propaganda mit allen und jeden Mitteln absolut unentbehrlich. [...] Was nachweislich gut ist, bezogen auf die Wirtschaft, kann für Menschen alles andere als gut sein.
- Aldous Huxley, »Wiedersehen mit der Schönen Neuen Welt«, Piper Verlag, München 1987, S. 54
Anmerkung: Glückliche, kritische und ausgeglichene Menschen sind schlecht fürs Geschäft. Industrie und Wirtschaft haben insofern ein immanentes Interesse daran, die Menschen stets unglücklich, ängstlich und unkritisch zu halten und wenn nötig: sie unzufrieden zu machen. Denn nur wer stets Bedürfnisse, Sorgen und Ängste hat, dem kann man auch erfolgreich etwas verkaufen. Das Schlimmste, was Konzernen und Unternehmen passieren kann, ist, dass immer mehr Menschen beschließen, mit dem was sie haben, zufrieden zu sein.
Die große Kommunikationslüge

by epikur
Vor einiger Zeit hat mein geschätzter Kollege flatter von feynsinn einen Beitrag mit einem beeindruckenden Satz enden lassen: »Kommunizieren ist mehr als senden«. Im folgenden Artikel stelle ich die These auf, dass im vermeintlichen digitalen Zeitalter, in der ein Überangebot an Kommunikationsinstrumenten herrscht, fast ausschließlich nur noch gesendet wird. Die Fähigkeit zuhören zu können, Aussagen zu reflektieren oder gar zwangsfrei offen für neues zu sein, ist gesamtgesellschaftlich gesehen kaum noch vorhanden. Kommunikation wird nicht mehr als ein Akt der zwischenmenschlichen ehrlichen und offenen Interaktion, sondern vor allem als ein Instrument der eigenen Ziele und Interessen verstanden. Weiterlesen
Voll Porno!
Wir leben im digitalen Zeitalter. In einer hochkomplexen, schnelllebigen Welt, in der immer alles komplizierter wird. Das Web hat die Welt kleiner gemacht, die Menschen sind näher gerückt...bla bla sülz — so lauten die üblichen Floskeln. Das untenstehende Video erklärt, weshalb es das Internet wirklich gibt!
Verabredung
Wenn
sich
die gepflegte Ichliebe
mit
der verstörten Empathie
zum Tanzen
verabredet
Ohne
den verwundeten Augenblick
zu vermissen
Dann
streichelt
die ausufernde Egozentrik
die eigene
Unzulänglichkeit
Die Frage ist eine Antwort
In Zeiten der Krise, in der unser Glauben an das kapitalistische System, an Leistungsideologie und Lohnarbeitszwang immer öfter in Frage gestellt wird, suchen viele Menschen nach Auswegen und Lösungen aus dem Dilemma. Es gibt zwar, aus linker Perspektive, wirtschaftspolitische Alternativen und andere Gesellschaftsentwürfe zum Spardiktat der Regierung (Mindestlohn, Einkommensumverteilung, Reichensteuer, bedingungsloses Grundeinkommen, Bankenregulierung usw.), aber ob sich damit die Lebenssituation von Millionen Menschen signifikant verbessert, ist mehr als zweifelhaft.
Letztendlich sind viele, solcher linkspolitischen Vorschläge, aus der Motivation heraus geboren, den letzten Rest des verfaulten Systems irgendwie noch zu retten. Auch wenn diese Massnahmen vorerst wichtige Methoden darstellen, um noch mehr Leid zu verhindern. Was wir dennoch dringend brauchen sind grundsätzliche Fragen. Weiterlesen
Der Neue beim Dschungelcamp!
Sex Internet facebook RTL
Werter Leser,
ich bin ein suchmaschinenoptimierter Text ohne Sinn und Verstand. Ich schreibe nicht für Sie, sondern für eine Maschine. Ferner, ich täusche Ihnen natürlich vor, als hätte ich wahnsinning wichtigen CONTENT, als würde ich etwas zu sagen haben. Aber in Wahrheit schreibe ich ausschließlich für GOOGLE. Und um dort besser gefunden zu werden, gibt es das sog. SEO (»Search Engine Optimization«). Dieses besagt, dass ich im Blog- und Artikelnamen sowie im Text KEYWORDS unterbringen muss, um ein besseres PAGERANKING erzielen zu können: RTL, YOUTUBE, FACEBOOK, AMAZON, BILDER, GELD, EBAY, ARBEIT, SEX und so weiter.
Insofern ist »www.zeitgeistlos.de« für die Suchmaschinenoptimierung eine schlechte Wahl, denn wer gibt dieses Wort schon bei google ein? Besser wäre: »www.zeit-berlin-geist.de«. Außerdem rät mir SEO auf Wortschöpfungen, Neologismen und Gedichten zu verzichten. Kreativ ist nur das, was SEO erlaubt, d.h. was Menschen bei GOOGLE eingeben. Wichtig sei die ONPAGE- und OFFPAGE-OPTIMIERUNG einer Seite. Bitte benutzen Sie mich und setzen Sie BACKLINKS.
Herzlichst,
Ihr bezahlter SEO-Autor
Warm eingebettete Spaltung
Die indische Schriftstellerin und Globalisierungskritikerin Arundhati Roy hat in der August Ausgabe der »Blätter für deutsche und internationale Politik« (kurz: »Blätter«), einen interessanten Gedanken formuliert:
Im Universum der NGO’s wird alles und jedes zu einem Thema, zum separaten, professionell abzuarbeitenden Einzelproblem und Einzelinteresse. [...] Diese Art der Förderung hat die Solidarität in einer Weise aufgesplittert, wie es keiner Repression je gelingen könnte.
- Arundhati Roy, »Der Imperialismus der Wohltäter«, Blätter Ausgabe August 2012, S. 72
»Das musst Du positiv sehen!«
1. Wenn Du einsam bist oder seelische Probleme hast...
2. Wenn Du unter dem Leistungsdruck zusammenbrichst...
3. Wenn Dein Chef Dich von oben herab behandelt oder mobbt...
4. Wenn Politiker, Geschäftsleute und Werbetreibende Dich täglich belügen und betrügen...
5. Wenn Du Dich ein Leben lang für Andere kaputt geschuftet hast und dann eine Armutsrente bekommst...
6. Wenn Du ständig Überstunden machen musst und keine Zeit mehr für Familie und Freunde hast...
7. Wenn Du als chronisch kranker Mensch, als körperlich oder geistig Beeinträchtigter, als Erwerbsloser, als Rentner oder als vermeintlicher Ausländer ignoriert, diffamiert oder beleidigt wirst...
...dann sei nicht unzufrieden oder unglücklich. Wehre Dich nicht! Sei immer gut drauf! Belaste Deine Umwelt nicht mit Deinen Problemen! »Du darfst nicht alles gleich so negativ sehen!«
Zwangsoptimismus als Herrschaftsinstrument.

