Windows XP sei eine tickende Zeitbombe, so heise.de. Fast sieben Prozent aller deutschen Rechner würden noch mit dem Betriebssystem arbeiten. Seit Monaten schreiben sich die PR-Huren von Microsoft in den Leidmedien (Welt, Focus, Handelsblatt etc.) die Finger wund, verbreiten Angst und Panik — alles nur deshalb um die Menschen dazu zu bringen, sich endlich ein neues Betriebssystem, natürlich von Microsoft, zu kaufen. Wer ein ordentliches Antivirus-Programm hat, gefährliche Seiten und unsichere E‑Mails nicht öffnet, regelmäßig seinen PC entmistet, keine Cookies zulässt, seinen Temp Ordner und Browserverlauf regelmäßig löscht, ccleaner oder spybot nutzt — der braucht sich von der Panikmache auch nicht groß beeindrucken zu lassen. Würde mich nicht wundern, wenn Microsoft bald ein paar Hacker losschickt, welche die weltweiten Win XP Rechner mit einem Virus infizieren sollen, um auch den letzten Rest davon zu »überzeugen« sich ein neues Windows zuzulegen. Weiterlesen
Archiv der Kategorie: Medien
Wort. Wert. Wirkung.
Werbung kann in unsere Gedanken tröpfeln, unsere innere Ruhe zersetzen oder auch unser Unterbewusstsein manipulieren. In der Regel ist sie jedoch verdammt dämlich, sinnbefreit und kontextlos. Häufig werden positiv besetzte Begriffe aus dem Assoziations-Baukasten verwendet, Plastikbuchstaben und Gummiwörter eingesetzt sowie Worthülsen-Domino gespielt. Ganz ähnlich wie in der Politik. Dennoch halten sich nicht wenige PR- und Marketing-Soldaten für extravagante, kreative Zeitgeister, die stolz von sich behaupten, dass sie mit der Sprache jonglieren und Kunstwerke produzieren würden. Weiterlesen
Filmzitate raten VIII
Aus welchem Science-Fiction-Film aus dem Jahr 1981 stammt dieses Zitat?
»Das ist eine ganze Maschinerie, die arbeitet, weil jedes Schräubchen genau das tut, was von ihm erwartet wird. Ich hab herausgefunden, dass ich ein Schräubchen bin, das falsch funktioniert. Es gehört doch aber auch irgendwie zum Programm. Das ist meine kleine dreckige Arbeit in der dreckigen Maschine.«
Digitale Premiumexistenzen
Nachdem ich mich bereits ausführlich über die sogenannte »Shitstorm-Bewegung« ausgelassen, sowie die These aufgestellt habe, das Social Web bedeute eben nicht zwingend ein mehr an qualitativer Kommunikation und Vernetzung, sondern sei vor allem eine Plattform zur Selbstinszenierung und Selbstbestätigung (gebt mir Likes!) – so möchte ich mich heute mit den Inhalten auseinandersetzen. Also damit, was die Facebook-Jünger so gerne tausendfach teilen. Und was sie komplett ignorieren. Weiterlesen
Der Gratis-Schwindel
Ist man noch relativ jung, sagen wir, so unter 10 Jahren, spielt das Thema Geld nicht zwingend die Hauptrolle im Alltag. Familie, Freundschaften, gemeinsame Spiele und Unternehmungen, Schule und Hobbys sind meist deutlich wichtiger. Mit zunehmendem Alter ändert sich das radikal. Partys, Kino- und Restaurantbesuche im Jugendalter erfordern Kohle. Sobald man das Elternhaus verlassen hat, sieht man dann das Leben vor lauter Kosten nicht mehr: Miete, Strom und Gas, Lebensmittel, Telefon und Internet, Kleidung, Kosmetik, Haushaltsgeräte und Möbel, Versicherungen, Bus- und Bahnfahrkarte oder Auto, Rundfunkgebühr und so weiter. Die Geldbeschaffung wird zum zentralen Thema der eigenen Existenz. Umso verführerischer werden dann die ständigen Versprechungen von: kostenlos, gratis und umsonst. Weiterlesen
Presseblick (30)
Auf bernerzeitung.ch gibt es einen interessanten, philosophisch-soziologischen Artikel über »die Vergottung des Selbst«. Der vermeintliche Individualismus sei »Selbstdesign und spätmoderner Seelenersatz«. Der Ich-Kult, Egoismus und die Selbstliebe seien Ersatzbefriedigung für authentisches Glück geworden. Im Grunde wird hier nichts fundamental neues für fleißige ZG-Leser erzählt (z.B. Massenindividualität), aber dennoch ist der Beitrag gut geschrieben und zusammengefasst: »Der Mensch scheint irreversibel abhängig von den digitalen Selbstverlängerungen und Hilfsorganen seiner Techniken und Medien, seiner medialen Verortung und Selbstdarstellung.«
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»Mit Massenmedien ist eine Demokratie nicht möglich«
...behauptet Volker Pispers und widerspricht damit jedem Lehrbuch. Er begründet seine These, dass die Massenmedien einzig und allein nach Quote und Auflage schielen und somit jedem »Furz«, jeder Nichtigkeit und jedem Nichtwissen ihre Aufmerksamkeit widmen. »Die Freiheit des Ignorierens hat uns die Diktatur des Boulevard genommen!« Der Clip ist zwar etwas älter, aber immer noch hochaktuell.
Presseblick (29)
Auf faz.net wird im Artikel »Pazifismus – ein Abgesang« gefragt:»Welche Rolle spielen die intellektuellen Restbestände pazifistischer Reinkultur?«. Restbestände. Grabbeltisch. Überflüssiger Ballast. So wird der Pazifismus als eine Form von Blockade-Haltung von vermeintlich Ewiggestrigen abgewertet. Wer für Frieden ist, fördert letztlich den Krieg, so die Unterstellung. Ja, der ist auch für Leid, Zerstörung und Tote verantwortlich: »Ich möchte nicht, dass Menschen sterben für die Reinheit meiner Philosophie, meines Pazifismus« — wird Rupert Neudeck zitiert. Nach dieser Logik haben alle Diktatoren und Tyrannen in der Geschichte der Menschheit ihre Kriege gerechtfertigt. Weiterlesen
Filmtipp: Planet der Affen – Revolution
Der zweite Teil der neu aufgelegten Planet der Affen – Reihe ist kein Action‑, sondern ein Antikriegsfilm. Er ist voll gepackt mit aktuellen Vergleichen (beispielsweise zur Ukraine-Krise) und einer derben Zivilisationskritik. Der Film ist ein Plädoyer für den Pazifismus – ein für Hollywood eher seltenes Projekt, in Zeiten der weltweit geführten US-Kriege um Rohstoffe und Rohstoffwege (Irak, Afghanistan, Libyen, Syrien, Ukraine etc.). Ganz im Gegenteil fungieren heutzutage viele Blockbuster als Anheizer und Einpeitscher von Kriegen wie beispielsweise die Transformers-Reihe (großzügig vom US-Militär gesponsert).
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Presseblick (28)
Kindheit
Im Jahr 2013 wurden von den Behörden in Berlin fast 10.000 Verfahren wegen Kindeswohlgefährdung eingeleitet, berichtet die Berliner Morgenpost. Bei zwei Drittel der akuten Fälle geht es vor allem um Vernachlässigung. Kinder leiden demnach eben nicht am häufigsten unter Missbrauch (3,9 Prozent), Gewalt oder Drogen (wie es RTL und die Springer-Medien so gerne skandalisieren), sondern schlicht daran, dass sie ständig wegorganisiert und allein gelassen werden. Lohnarbeit, Konsum und Karriere stehen bei den meisten Erwachsenen an erster Stelle. Für die Kinder bleibt dann wenig Zeit. Weiterlesen