
Wenn Du glücklich sein willst, dann...
- ...verdiene viel Geld und mache Karriere.
- ...heirate, setze Kinder in die Welt, baue Dir ein Haus mit Garten, fahre regelmäßig in den Urlaub, kaufe Dir einen großen Fernseher sowie ein Auto.
- ...hinterfrage nichts und konsumiere fleißig.
- ...sei immer nett, freundlich, optimistisch und selbstsicher.
- ...schaue nicht in den Spiegel und reflektiere nicht Dein Leben!
- ...mache jeden Tag das Gleiche. Immer. Und immer wieder.
- ...sei nicht kritisch, authentisch oder ehrlich!
- ...suche Dir einen Lebenspartner mit dem Du das alles machen kannst. Ansonsten: bleib alleine.
Wer nicht nach diesen Narrativen leben will, ist wahlweise ein Querulant, Nörgler, Spinner oder Eigenbrötler.


Warum nennt man einen Flüchtling, der in Deutschland angekommen ist, eigentlich weiterhin einen Flüchtling? Ist er jetzt nicht ein Angekommener?
Gehe ich in die örtliche Bibliothek zu den Bereichen Soziologie, Psychologie, Philosophie und/oder Politikwissenschaft, so gibt es dort heute primär Lebensratgeber-Bücher, Biografien, Pop-Kultur, emotionale Stellungnahmen, polemische Streitschriften und Trend-Literatur. Schriftliche Werke, die dabei helfen könnten, das große Ganze zu verstehen, Sachverhalte präzise, wissenschaftlich und analytisch zu hinterfragen sowie Strukturen, Verstrickungen und Gesetzmäßigkeiten zu erkennen, sind in öffentlichen Bibliotheken immer seltener, werden in der Schule erst gar nicht und in der Universität ‑wenn überhaupt- nur als »Bulimie-Wissen« gelehrt.
In letzter Zeit begegne ich immer mehr Menschen, die sich unangreifbar machen wollen. Immer freundlich. Höflich. Lächelnd. Aalglatt. Weichgespült. Ohne Ecken und Kanten. Die mit Allerwelts-Phrasen und Small-Talk-Platitüden um sich werfen. Sie verbergen ihre ehrliche Meinung, auch bei Nachfrage. Sagen nicht, was sie wirklich denken und fühlen. Sie wollen sich alle Möglichkeiten und Optionen offen halten. Sie wissen ja nicht, wann sie jemanden mal gebrauchen, also für eigene Zwecke benutzen könnten. Sie lügen und schweigen, um Konflikten aus dem Weg zu gehen.
Die Daumenschrauben der Finanzindustrie werden weiter genüßlich angezogen. Und zwar bei jedem. Ohne meine Zustimmung wurde jetzt beispielsweise mein Girokonto-Tarif geändert. Ab dem 1. Dezember soll ich für jede Barauszahlung 30 Cent, für die Benutzung eines Kontoauszugsdruckers 60 Cent und für die Einzahlung von Münzgeld 7,50 Euro abdrücken. Ich packe also mein Geld auf die Bank, sie arbeiten, verleihen und verzocken es und dann wollen sie noch übertriebene Gebühren dafür haben? Eigentlich müssten sie mir dafür Geld geben! Ich überlege gerade ernsthaft zu kündigen und die Bank zu wechseln, vermute aber, dass die Tarife sich mittlerweile überall ähneln werden. Warum sollte ich mein Geld eigentlich überhaupt noch zur Bank tragen?
Auch wenn das wieder ein typisches Mann-Frau-Spaltungsthema sein mag, so muss ich mich heute über die immer wieder auftauchenden Trennungsfloskeln auslassen. Ähnlich wie bei den
Als...