»Beschäftigte mit bestimmten Persönlichkeitsstörungen sind in Führungspositionen überrepräsentiert und kassieren im Schnitt höhere Löhne. [...] Eine Reihe antisozialer Persönlichkeitsmerkmale erhöht demnach die Chance auf Beförderungen und hohes Einkommen.«
Böckler Impuls Ausgabe 19⁄2017
Anmerkung: Wie jetzt? ich dachte immer, dass die Korrelation stets heißt: wenig Geld gleich wenig Bildung und wenig Empathie (»sozial schwache Schichten«/»bildungsferne Schichten«)? Jetzt kommt raus, dass die sozialresistenten Schichten, die Reichen, die Karrieristen und Chefs, die eigentlichen Psychopathen sind. Für viele ist das sicher keine brandneue Erkenntnis. Aber schön, dass sich auch mal Ökonomen und Forscher damit beschäftigt haben. :D
» „Aber mein Chef braucht mich!“
» Immer schön die Klappe halten!
» »Ach, wie überraschend: Reiche Menschen sind sozial schwächer«



Seit einiger Zeit arbeite ich nun in einer Grundschule. Vormittags bin ich in einer Jül-Klasse und Nachmittags im Hortbereich. Es ist die schlechtbezahlteste Lohnarbeit, die ich bisher hatte und gleichzeitig die zufriedenstellendste Tätigkeit, die ich in meinen rund 40 Jahren ausgeübt habe. In aller Regel füllt man eine Funktion aus, die nicht erfüllt. Bei der man eine soziale Maske kultivieren und sich langfristig von sich selbst entfremden muss, damit man auf der Lohnarbeit ordentlich funktionieren kann. Aber, um mal ein Wort zu bemühen, dass leider längst von Marketing-Soldaten gekapert wurde: eine Arbeit, bei der man
Diesen Satz bekommen Geisteswissenschaftler, aber auch alle Anderen, die erfolgreich ihr Studium abgeschlossen, aber noch keine Erwerbsarbeit gefunden haben, immer wieder zu hören. Nur wer entscheidet eigentlich, was das »richtige Fach« ist (MINT!?), was man angeblich hätte studieren müssen, um schneller oder eine bessere Lohnarbeit zu finden? Unternehmen, der ominöse Markt, die Politik, die Medien oder die Familie? Alle Anderen wissen es scheinbar regelmäßig nicht nur besser, sondern wollen auch festlegen, was einen zu interessieren hat, ja was man beruflich hätte machen müssen.

In vielen Unternehmen und in der Medienlandschaft gibt es ein vorwiegend negatives Bild von Praktikanten: »Das Werbeplakat sieht ja mies aus. Das war bestimmt der Praktikant!« Oder: »Hat man da wieder den Praktikanten rangelassen?« Sie würden zusätzliche Arbeit verursachen und keine Ahnung haben. Dabei muss jede neue Arbeitskraft in die lokalen Rahmenbedingungen, Strukturen, Absprachen, persönlichen Befindlichkeiten und Mentalitäten eingearbeitet werden. Ganz zu schweigen von technischen Methoden. Vor- und Fachwissen kann zwar helfen, die Einarbeitungszeit zu verkürzen, aber ganz ohne wird es nie gehen. Denn ein wesentlicher Bestandteil jedes Unternehmens sind die Mitarbeiter. Und die muss man immer wieder neu kennen- und mit ihnen umgehen lernen.