»Die seit mehr als 30 Jahren betriebene Liberalisierung und Deregulierung von Märkten und die Privatisierung öffentlicher Güter haben keineswegs dafür gesorgt, dass Demokratie und Menschenrechte sich weltweit verbreiten und Konflikte friedlich beigelegt werden.«
- Birgit Mahnkopf. »Globalisierung, Armut und Gewalt. In: der Sound des Sachzwangs.« Blätter Edition 2006. S. 31
Anmerkung: Früher wollten wir, dass es unseren Kindern einmal besser geht. Heute wünschen wir uns nur noch, dass es unseren Kindern später nicht schlechter als uns ergehen wird. Und dennoch glauben wir weiterhin daran, dass Wachstum, Beschleunigung, Innovation sowie Produktivitätssteigerung uns zufrieden und glücklich machen können? :wtf:
Manchmal schreibt das Leben die besten (Horror-)Geschichten. Vor nicht allzu langer Zeit begab es sich, dass meine Gastherme, die in meiner Wohnung für Warmwasser und Heizung sorgt, den Geist aufgegeben hatte. Sofort hatte ich meinen Vermieter (der zugleich Eigentümer der Wohnung ist) angerufen. Dieser schickte mir einige Tage später einen Handwerker vorbei. Nachdem der unsympathische Wichtigtuer (»Haben Sie auch die Heizung angestellt?«) mehr als Zwei Stunden an der Therme herum werkelte und auch Ersatzteile einbaute, legte er mir die Rechnung von über 200 Euro vor, die ich in Bar bezahlen sollte. Mein Vermieter versicherte mir, den Betrag später zu überweisen. Der Clou: die Gastherme war immer noch kaputt. Der Handwerker verabschiedete sich und wollte sich einen Tag später noch mal melden. Es müssten weitere Ersatzteile eingebaut werden. Und damit fing der Spaß erst richtig an. 

Die Bundesregierung hat zum 30. Juni 2016 ein neues Gesetz zum Schutz der Binnenwirtschaft beschlossen. Demnach ist jeder Bundesbürger verpflichtet 90 Prozent seines Einkommens für Waren, Produkte und Dienstleistungen auszugeben. Wer spart, dem droht ein Bußgeld von bis zu 90 Prozent des jeweiligen Einkommens.
Nach der Silvesternacht in Köln 2015⁄16 war nichts mehr, wie es vorher war. Pünktlich zum Start des neuen Jahres wurde der rechte, völkische und rassistische Korpsgeist der deutschen Bevölkerung wiedererweckt. Nachdem er sich jahrzehntelang nur selten, vor allem im Stammtisch- und Schrebergarten-Kreis zeigte, erfreute er sich von nun an wieder großer gesellschaftlicher und medialer Beliebtheit. Es durfte endlich wieder laut gehetzt und gezündelt werden. Flüchtlinge galten von nun alle als Sexmonster, die es auf deutsche Frauen abgesehen hätten. Linke, als naive Weltverbesserer, die nichts gegen die kriminellen Ausländerhorden unternehmen wollten. Und Gegner der Todesstrafe waren Unterstützer von Kinderschändern und galten als getarnte Pädophile. Was jetzt nur noch fehlte, war ein neuer, ein moderner Führer.