
»Wer bin ich, wenn ich bin, was ich habe, und dann verliere, was ich habe?« (Erich Fromm)
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Aus den Nutzungsbedingungen von Facebook. Nur mal so, weil die vermutlich kaum jemand lesen wird. Ist schon eine tolle Sache. Dieses Facebook. :jaja:

Die immer größer werdende Ablehnung gegenüber sachlichen und rationalen Argumenten ist kaum noch zu übersehen. Es wird eigentlich fast nur noch skandalisiert, boulevardisiert und emotionalisiert. Trash-TV, Casting-Shows, Cat Content auf Facebook oder Promi-Todesfälle: alles muss irgendwie Unterhaltung sein, ja unterhaltend wirken. Deshalb finden sachliche Auseinandersetzungen im öffentlichen sowie im privaten Raum immer seltener statt. Wir sind zu Konsum-Entertainment-Robotern konditioniert und degradiert worden. Da machen Analysen von strukturellen Gewalten, Skandalen, Affären, Korruptionen, Kriegshetze, Medienpropaganda und Selbstentfremdungs-Mechanismen einfach keinen Spaß.

Ich habe das nie verstanden. Da geht Mann oder Frau zum Frisör, kauft sich neue Klamotten und/oder macht eine erfolgreiche Diät und sofort reden alle davon, dass er oder sie sich verändert habe. Eine riesige Medien- und Schönheitsindustrie produziert und profitiert von diesem Narrativ. Natürlich ist das Aussehen Teil der individuellen Identität. Aber eben nur ein Teil. Wer sich seiner selbst bewusst sein, also selbstbewusst werden will, erreicht das eben nicht mit dem Konsum von gleichgeschalteter Marken-Identitätsproduktion. Persönlichkeit und Charakter verkommen hier zu kollektiven Konsum-Worthülsen, da sie jeder überall kaufen kann.
Diesen Satz bekommen Geisteswissenschaftler, aber auch alle Anderen, die erfolgreich ihr Studium abgeschlossen, aber noch keine Erwerbsarbeit gefunden haben, immer wieder zu hören. Nur wer entscheidet eigentlich, was das »richtige Fach« ist (MINT!?), was man angeblich hätte studieren müssen, um schneller oder eine bessere Lohnarbeit zu finden? Unternehmen, der ominöse Markt, die Politik, die Medien oder die Familie? Alle Anderen wissen es scheinbar regelmäßig nicht nur besser, sondern wollen auch festlegen, was einen zu interessieren hat, ja was man beruflich hätte machen müssen.
Oft werde ich gefragt, was Selbstentfremdung durch Lohnarbeit eigentlich genau bedeuten soll? Schließlich verdiene man sein eigenes Geld, sei unabhängig, liege niemandem auf der Tasche und man würde sich mit seinem eigenen Job doch auch selbst verwirklichen? Nun zu behaupten, das Gegenteil sei der Fall, empfinden viele nicht nur als absurde und steile These, sondern auch als einen persönlichen Angriff auf ihren Lebensstil. (Lohn-)Arbeit mache doch schließlich unabhängig. Oder etwa nicht?