Rund 50.000 Haushalte sind im Berliner Südwesten seit Samstag, dem 4. Januar ohne Strom. Grund dafür sei ein Brand-Anschlag. Keine Toilette. Kein Fahrstuhl. Kein Kühlschrank. Keine Heizung. Kein Licht. Keine S‑Bahn. Keine Ampeln. Kein Supermarkt. Keine Banken. Nichts geht mehr. Der »Blackout« soll fast eine Woche dauern. Im internationalen, gleichgeschalteten Mediengewitter von »Trumps brutalem, völkerrechtswidrigen und unprovozierten Angriffskrieg auf Venezuela« (oder nicht?) geht das leider unter.
Was wurde ich vor Jahren noch überall belächelt und ausgelacht, wenn ich den Leuten erzählt habe, dass man sich auf solche Szenarien wenigstens ein bisschen vorbereiten sollte. Kerzen. Taschenlampen. Batterien. Heizdecken. Winter-Schlafsack. Ausreichend Wasser und Lebensmittel. Power Bank. Ich sei ja so ein »rechter Verschwörungs-Prepper«, der an »die Zombie-Apokalypse« glauben würde. Tja. ![]()
https://media-control.de/robert-habeck-mit-seinem-buch-kleine-helden,-gro%C3%9Fe-abenteuer.html
https://www.youtube.com/watch?v=d‑diB65scQU&list=RDd-diB65scQU&start_radio=1
Der Putin/die AfD/der Trump/die Ungeimpften ... ist so ein Teufel!
Mal schauen, was nach dem Stromausfall alles dauerhaft kaputt ist. Es soll ja Minusgrade geben. Hätten die Menschen wenigstens Trollgehirne, dann könnten sie die nächsten Tage dazu nutzen, mal über die Politik(er) und deren Prioritäten nachzudenken.
Statt selbst an Erkenntnis arbeiten und Fehler zugeben lieber einen externen Feind definieren und immer so weiter machen. Scheint in unserer narzisstischen und normopathischen Gesellschaft der Standard zu sein.
Da das wirklich vorhersehbar war und nicht der letzte Vorfall bleibt, hab ich mich auch lieber etwas vorbereitet.
Gleichzeitig ist diese Krise mal wieder ein Lackmustest, wie sehr man sich in solchen Situationen auf Behörden und Politik verlassen kann:
»Stromausfall in Berlin: Totales Staatsversagen«
Nämlich gar nicht! Wer glaubt, Staat und Politik würden dann schon helfen, der irrt. Wenn es also in Zukunft zu kriegsähnlichen Situationen kommen sollte, es wieder einen Stromausfall gibt oder gar Plünderungen stattfinden sollten — geht mal lieber davon aus, dass Politik und Behörden gnadenlos überfordert sind.
Wie sollte es auch anders sein, wenn der neoliberale Habitus seit Jahrzehnten alles kaputt spart und kürzt. Wer wenigstens das (!) nicht aus der »C‑Pandemie« gelernt hat (derweil werden wieder Krankenhäuser und Kliniken geschlossen!), dem ist nun wirklich nicht mehr zu helfen.
Und ja: am Ende sind natürlich auch Trump, Putin und die AfD für all das verantwortlich. Wer sonst.
Die letzte große Kanzlerin der Herzen wusste auch noch guten Rat:
https://www.rnd.de/politik/merkels-tipps-fur-kalte-klassenraume-kniebeuge-und-handeklatschen-7CQJ345YWBPYAYWPIFYLKNTGDM.html
Da nicht für...
Cui bono: Diese Frage wird wieder mal nicht gestellt. Mir fallen da spontan die Spannungsfallfetischisten ein.
Hier gibt es angeblich das Bekennerschreiben von der »Vulkangruppe«. Keine Ahnung, was ich davon halten soll. Also ob es echt ist, mit einer KI geschrieben wurde oder ob hier was »getestet« werden soll. Ich halte alles für möglich und bleibe skeptisch.
Ein Anschlag auf die kritische Infrastruktur eines Landes ist und bleibt Terrorismus und verursacht in jedem Fall immer große menschliche Schäden. Politik und Medien scheint das aber eher weniger zu interessieren. Wie man an NS2 auch gesehen hat.
Die schauen lieber schnell nach, ob es von »linker« oder »rechter« Seite kommt und/oder ob man hier nicht wieder Trump, Putin oder die AfD verantwortlich machen kann. Haltung ist alles.
»Keine Ahnung, was ich davon halten soll.«
Warten wir doch erst mal auf den Ausweis.
Der wird sicher schon mit Hochdruck gesucht.
@Holger
Ich glaube, Politik und Medien sind sich der Tragweite der Krise überhaupt nicht bewusst. Es wurde tatsächlich angekündigt, dass für mehrere 10.000 Haushalte der Strom frühestens erst ab Donnerstag wieder laufen soll.
Hier wird es mit Sicherheit viele Tote (Senioren, Erfrierungen etc.) geben. Plünderungen werden vermutlich in einigen Tagen stattfinden. Platzende Wasserrohre. Elektronische Geräte, die nach der tagelangen Kälte nicht mehr funktionieren. Und so weiter.
Von den tausenden von traumatisierten Kindern und Familien, Krankenhäusern, Pflegeheimen etc. die tagelang im Dunkeln sitzen, nicht zur Arbeit, nicht zur Schule gehen können — ganz zu schweigen.
Das Ganze wird, meines Erachtens, gerade massiv unterschätzt.
Ich halte das Bekennerschreiben dieser Vulkangruppe durchaus für authentisch. Die selbe Truppe hatte sich ja bereits im letzten Jahr zu Anschlägen auf die Berliner Stromversorgung bekannt. Für mich ist das Problem grundsätzlich hausgemacht, es ist der konsequente Bumerang für eine jahrelange bewusst gesteuerte Klimapanik. Irgendwann nehmen ein paar Möchtegern-Anarchos das halt auch ernst. Und merken gleichzeitig, dass die Sache für das olivgrüne Establishment nichts weiter als ein Wahlkampfthema ist, während sie selbst in Privatjets zu ihren teuren Klimakonferenzen fliegen und inzwischen sogar die Rüstungsindustrie als „nachhaltig“ labeln. Die aufgekratzten Aktivist*innen (m/w/d) nehmen das dann jetzt eben selbst in die Hand, ganz in der Tradition der „Propaganda der Tat“ … In diesem Sinne wird das ganz sicher auch nicht die letzte Aktion gewesen sein, freut euch schon mal drauf!
Spätestens in der nächsten Woche erwarte ich dann die ersten Berichte darüber, dass die ganze Aktion höchstwahrscheinlich von Putin finanziert wurde … danach dann entsprechend wieder die Stärkung der grünen Rüstung in Richtung Moskau etc. … Clownswelt in full Action also.
Die Unfähigkeit der Berliner Politik, auf solche Anschläge entsprechend vorbereitet zu sein oder zumindest halbwegs angemessen darauf zu reagieren, zeigt nur wieder einmal, was für eine überalimentierte Gurkentruppe das ist. Alle wissen das. Und werden das nächste Mal doch wieder brav zur Wahlurne laufen – in der kleinbürgerlichen Hoffnung, das Kandidat XYZ vielleicht dann doch etwas weniger gurkig ist und das Ruder in ihrem Sinne herumreißt.
@ epikur
»Ich glaube, Politik und Medien sind sich der Tragweite der Krise überhaupt nicht bewusst. ... Das Ganze wird, meines Erachtens, gerade massiv unterschätzt.«
Da würde ich dir diesmal nicht zustimmen.
Im Gegenteil glaube ich sogar, dass in diesem Moment unzählige Wortverdreher und Journutten fieberhaft am »wording« arbeiten.
Die zu erwartenden Opfer sind denen scheissegal.
Der Fairness halber: Beiden Seiten, die davon politischen Profit rausschlagen könnten.
@Holger
Schauen wir mal, ob das »Wording« und die »Schuldzuschreibungen« (Putin, Trump, AfD, whatever) noch helfen, wenn es die ersten Toten gibt.
Jetzt beschweren sich schon die Tagesspiegel-Journalisten, dass rund 19 Schulen drei Tage länger geschlossen bleiben. Hallo, Ihr Berlin-Mitte-Öko-Hipster-Muttis? Schon mal auf die Idee gekommen, dass die Schulen auch keinen Strom haben?
Nchtrag: Erlebnisbericht vom »Betonflüsterer«. Ich wohne weder im betroffenen Gebiet, noch habe ich dort Freunde/Verwandte.
Die Schuldigensuche hat sich wohl erledigt:
https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2026/01/berlin-suedwesten-stromausfall-vulkangruppe-bekennerschreiben-brandanschlag.html
Es sind offenkundig dieselben, die die Teslafabrik lahmlegen wollten. Leider keine Rechtsextremisten oder Querdenker oder Reichsbürger. Wieder mal.
Ergänzung, aus der Zentrale des Hasses:
https://de.indymedia.org/node/565575
@Sascha
Danke. Aber ich hatte das auch schon in den Kommentaren weiter oben verlinkt. Wo bleiben hier eigentlich die Distanzierungen zu diesen »Linken« von unseren Grünen?
Am Ende sollte man das Spiel der Instrumentalisierung, wie es Holger oben schon angesprochen hat, aber nicht mitmachen. Hier leiden massiv rund 50.000 Menschen, denen es am Ende scheissegal ist, ob rechts, links, mitte, AfD, Putin blabla. Die wollen nichts weiter als ihre Grundbedürfnisse.
@epikur
Danke für den Hinweis, habe ich wohl überlesen (Credits an Holger). Ich halte das Schreiben für authentisch, weil es im Wortlaut den früheren Anschlägen ähnelt, in Inhalt und der erwähnten Intention. Und ja: wo sind jetzt die Demos dagegen (liebe Omas, Queere und UnsereDemkraten)? Allmählich sollten die sich mal Gedanken darüber machen, wem sie hier den Steigbügelhalter spielen.
50 Meter von Aya Velázquez Zuhause entfernt beginnt das Stromausfallgebiet. Sie zeigt auch ein paar Bilder. Apokalypse Now.
Nachtrag: Kleine Begegnung mit dem Bürgermeister, der erstmal stundenlang auf Tauchstation war.
Marcel Luthe hat den Berliner Senat schon 2019 eindringlich auf den mangelnden Katastrophenschutz hingewiesen.
Ich bin zwar weit weg von Berlin, aber ich hab für Notstrom vorgesorgt und das hat sich auch schon bewährt. Und mein Notstrom fährt mich sonst auch durch die Gegend, statt untätig im Keller rum zu stehen. Und damit kann ich sogar Strom holen fahren.
Ich halte beide Themen: Venezuela und Blackout Berlin für erstaunlich unterrepräsentativ. So wie in unsere Presselandschaft Themen ignoriert werden, man spart sie nicht ganz aus, berichtet aber kaum und skandalisiert nicht.
Trotzdem hat der erste Samstag im Jahr folgende Erkenntnisse gebracht:
1. Venezuela: wer jetzt noch glaubt Trump sei kein menschenverachtendes A*loch, der für die Macht der Reichen über Leichen und Recht geht, dem ist nicht mehr zu helfen, soll bitte nach drüben gehen. Blackouts sind in US-amerikanischen Städten übrigens recht häufig. Trump wird daran nichts ändern. Ich kann das Geseiere vom Trump als armes Medienopfer nicht mehr hören. Über 80 Tote !, weil Venezuela sein Öl nicht an die USA verschleudern will und weil sie versuchten den Gewinn gleichmäßiger unter die Bevölkerung zu verteilen. Aber Maduro ist ja vom Busfahrer zum Präsidenten aufgestiegen, das geht natürlich gar nicht.
2. Berlin Blackout: Dieses ist ein derartiges Staatsversagen, dass es die Schlagzeilen dominieren müsste. Tatsächlich fast gar nicht. Das idiotische »effektive« Sparen der McKenizes und wie die BWLer und Berater alle heißen, besser ein paar Euros für die Reichen sparen, als Ungemach für Nichtreiche zu verhindern, eine Woche kein Strom ist billiger als Notfallmaßnahmen einschließlich Personal vorzuhalten. Wo unterscheidet sich Kai Wegner von Donald Trump, eigentlich gar nicht, nur Trump hat mehr Macht und Kai kommt etwas intelligenter rüber ..
Und niemals vergessen: Die Linken sind schuld! Die Linken sind Schuld! (sonst gewinnen die noch die Berlinwahl und müssten aufhören Linke zu sein)
@Kakapo3
Das übliche Links-Rechts-Spaltungsspielchen will ich nicht mehr mitmachen. Denn das fördert nur Lagerdenken und Doppelmoral.
Wenn man einen Präsidenten entführt und militärisch ungefragt eingreift, ist das Terror. Wenn man rund 50.000 Menschen im kalten Winter tagelang vom Strom abschneidet, ist das Terror.
Mich kotzt es langsam an, dass jeder nur noch danach guckt, ob es »links« oder »rechts« war und dann wird wahlweise relativiert, verharmlost oder es sogar insgeheim begrüßt. Nein, verdammt noch mal! Hier leiden Menschen! Das sollte das einzige Kriterium sein!
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Davon abgesehen: wenn bei einem Kabelbrand schon 50.000 Haushalte tagelang vom Strom abgeschnitten sind, rund 2.000 Gewerbe stillgelegt werden, was soll hier bitte »kriegstüchtig« gemacht werden? Da fallen drei Bomben und dann war es das. Niemand braucht hier mehr eine »Armee«.
Wir haben keine Bunker mehr, die Straßen sind marode, keine Notfallpläne, in den Krankenhäusern sitzt man jetzt schon 5 Stunden im Wartebereich etc. etc. Jahrzehnte gelebter Neolberalismus trägt endlich Früchte.
»Nein, verdammt noch mal! Hier leiden Menschen! Das sollte das einzige Kriterium sein!«
Ja.
Wie bestellt, so geliefert: der Social-Media-Berater der Linkspartei, »Der Dara«, glaubt, dass Russland und die AfD hinter dem Blackout in Berlin stecken.
Statt Fakten und Empathie gibt es wieder nur Feindmarkierung, Haltungsgewäsch und Moralisierung. Gähn.
Es gibt noch ein paar weitere Eindrücke aus dem Blackout-Gebiet:
Hier.
Hier.
Hier.
Nach rund vier Tagen noch kein Wort vom Bundeskanzler oder vom Bundespräsidenten dazu. Wenn noch Irgendjemand einen Beweis gebraucht hat, dass die eigene Bevölkerung den Politikern sprichwörtlich am Arsch vorbei geht: hier ist er.
(zum letzten »hier«)
Also klar, dass man im Ausfallgebiet keinen Mobilfunknetzempfang hat, wenn auch die Masten mangels Strom ausgefallen sind. Aber wozu braucht man noch batterie- oder kurbelbetriebene Uralt-Radios? Meine Billig-Smartwanze hat ein UKW-Radio drin.
Und der Typ hat zwar einen Generator, aber viel nützen scheint der ihm wohl auch nicht. Er müsste ihn wohl dauernd laufen lassen um die Heizung und das Haus mit Strom zu versorgen. Das scheint wohl wenig praktikabel zu sein, wegen Lärm, Abgase und Spritverbrauch (Wirkungsgrad <30%). Da Lob ich mir mein E‑Auto, das mit ca. 80% Wirkungsgrad leise, ohne Abgase problemlos stundenlang Notstrom liefert und mit dem ich auch noch Strom holen fahren kann.
Leider absehbar, aber ich wette, die Altmedien werden das klein halten, relativieren, verharmlosen oder verschweigen:
»Stromausfall soll erste Todesopfer gefordert haben – zwei Frauen gestorben«
Reporter der Berliner Zeitung offenbaren, wie leicht Anschläge auf die kritische Infrastruktur weiterhin sind. Außer heiße Luft zum Thema »Sicherheit« passiert gar nichts:
»Nach Stromterror: Zehntausende Berliner Haushalte weiterhin ungeschützt«
Wär ja auch was ganz Neues wenn Politik und Verwaltung im Interesse der Bürger handeln würden. Wo kämen wir auch da hin? Hauptsache der Tennisplatz ist weiter gut beleuchtet und die Halle warm.
Auch nach dem »Blackout« gibt es kaum Finanzen und/oder große Krisen-Vorbereitungen. So geht »Katastrophenschutz« und »Vertrauensaufbau«!
Woher soll auch das Geld für das eine und das Vertrauen für das andere kommen, wenn das Land Berlin einen Großteil seiner Schulden dem durch die schwarze CDU maßgeblich mitverursachten Bankenskandal zu verdanken hat und der regierende Bürgermeister von eben jener schwarzen CDU in der Katastrophe lieber Tennis spielt als Bürgernähe zu demonstrieren?
Mag man sich gar nicht vorstellen wie Deutschland »kriegstüchtig« werden soll. Die Ukraine ist es nach knapp vier Jahren Krieg mit Russland und zig Milliarden »Unterstützung« aus dem Westen immer noch nicht. Und schon ein relativ kleiner Terroranschlag hat gezeigt wie verwundbar eine Stadt wie Berlin ist. Mag man sich gar nicht vorstellen, was passiert wenn hochpräzisionsgesteuerte Drohnen oder gar »Haselnüsse« die Strominfrastruktur von Deutschland im Winter treffen ... da können wir uns schon mal warm anziehen ...
Heutzutage braucht man eben keine Flächenbombardements oder gar Atombomben mehr um ein Land an den Rand des Zusammenbruchs zu bringen; es genügt die Energieinfrastruktur insbesondere Strom, ohne den nichts geht, gezielt lahm zu legen.
Ja, ich verwechsle das immer: Mit »kriegstüchtig« meinen unsere Politchauvinisten »möglichst viel Steuergeld der Rüstungsmafia in den Rachen werfen« und nicht wirklich in einem hochintensiven Konflikt bestehen zu können.