Trash‐Dating

Es war einmal...

Es begann mit Helmut Kohl, Leo Kirch und RTL: die ersten Kulturpessimisten beschworen den Untergang des kulturellen Abendlandes. Dann folgten »Tutti Frutti« und später »Big Brother«. Danach wurden wir mit »Dschungelcamp«, Casting‐Formaten sowie inszenierten Nachmittags‐Talk‐Shows beglückt. Heidi Klum punktete zwischendurch mit »Germanys Next Kotzmodel«. Jedes Mal arbeiteten sich sog. »Medienexperten« an den Phänomenen der massenmedialen Verblödung ab und waren sich sicher: noch niedriger kann das Niveau nicht mehr sinken. Sie alle wurden eines Besseren belehrt. Billig produzierte »Pseudo‐Dokusozialsoaps« fluteten die Nachmittags‐ und Abendprogramme der privaten TV‐Sender. Der Fremdschämfaktor hat aktuell einen neuen Höhepunkt erreicht: »Trash‐Dating‐Shows«. Inszenierte Formate bei denen man nicht nur viel nackte Haut sieht (geil, geil, geil, sabber! :SICK: ), sondern wo sich die Protagonisten auch -in aller Öffentlichkeit‐ angraben und miteinander rum machen sollen:

»Naked Attraction«
»Adam sucht Eva«
»Bauer sucht Frau«
»Love Island«
»The Bachelor«
»Undressed«

Ich freu mich schon auf die kommenden TV‐Highlights: »Natursekt und Kaviar«, Pimmel‐Battle« sowie »Rent a Slut«. :SHOCK:

4 Gedanken zu “Trash‐Dating

  1. Dazu kommen noch die fast täglichen »Tatort hier« und »SOKO dort«! Deutschland ein einziger krimineller Sündenpfuhl. Da traut sich Oma Schlabutzke nicht mehr aus dem Haus.

  2. @ altautonomer

    Das stimmt... Die TV‐Krimi‐Flut — als wenn deutsches TV (und auch Film) nur noch dazu fähig wäre, solches hervorzubringen. (Und selbst das tun sie noch nicht einmal unbedingt qualitativ — es wirkt alles immer so streif, oberlehrerhaft, lediglich auf zeitgenössischen Kontext bezogen und nicht auch mal auf etwas, was schon länger zurückliegt, aber immer noch gültig ist. Inklusive ihrer stetigen »alles geht immer gut aus — sie kriegen die Täter«-Enden.)
    Wenn es so viele SOKOs mal in der Realität geben würde, wenn irgendwo ein (noch so kleines) Verbrechen passiert...
    Auch dass es im Trash‐TV als »Blaulichtreport« auftaucht, sagt sehr viel darüber aus, wie viel psychologisches Einlullen da im Spiel ist.

    @ Juri Nello
    Der wirklich erschreckende Teil bei Kalkofe sind immer vielmehr die Original‐Clips, die so live über den Äther gegangen sind.
    Wobei dabei auch der gezeigte Inhalt von YouTube, mittlerweile und zu Recht, nicht gut bei weg kommt.

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