Absurde Arbeitslogik

  • Wer raucht, hat mehr Pause. Wer nicht raucht, darf mehr arbeiten.
  • Wer mit seinen Kollegen nicht tratscht und lästert, mit dem wird weniger geredet.
  • Wer seine Arbeit schnell und effizient erledigt, bekommt als Belohnung noch viel mehr Arbeit.
  • Wer klüger, fleißiger und leistungsfähiger als der Chef ist, wird weg gelobt oder weg gemobbt.
  • Wer innovative oder kreative neue Vorschläge bringt, stört die etablierten Strukturen.

Leistungsgesellschaft. G‐e‐n‐a‐u.


»Der tägliche Lohnarbeitswahnsinn«

7 Gedanken zu “Absurde Arbeitslogik

  1. Die letzten Punkte sind die Entscheidenden. Das mit dem Rauchen dürfte sich so ziemlich erledigt haben, da die Zeit als Pausenzeit gestempelt werden muss (zumindest in jeder ostdeutschen Klitsche) und mit der Mittagspause verrechnet wird. Verstöße dagegen (vergessen des Stempelns) werden mit Abmahnungen bis zur Kündigung geahndet.

  2. Bzgl. Rauchen stimme ich Juri zu. Und Nichtraucher können sich (wenn auch im Gebäude) ebenfalls ziemlich viel von der Arbeit abhalten lassen. Bspw. Tratsch und Klatsch stundenlang ohne ausstempeln. Oder Inet surfen...

  3. O8:00 Uhr‐ Amtszeit beginnt!
    Kaffee kochen!
    08:30 Uhr‐ mal sehen, ob »Kunden« da sind.
    Sch...! Schon wieder alles voll!
    09:30 Uhr‐ Kaffee kochen!
    10:00 Uhr‐ Sch..! immer noch ›n Haufen »Kunden«!
    11:30 Uhr‐ der Haufen ist nicht kleiner geworden!
    Mittag!!!
    14:00 Uhr‐ Gott sei Dank, die meisten »Kunden« haben sich verkrümelt.
    15:00 Uhr‐ Kaffee kochen!
    15:30 Uhr‐ da haben doch tatsächlich zwei »Kunden« zu viel Geduld gehabt‐ saure Miene, stille Flüche! (nicht bei den »Kunden«!)
    16:00- der Hammer fällt! Schnell ausstempeln‐ mach doch keine Überstunden, bin ja nicht blöd, werden eh nicht bezahlt!
    Das Ganze von Dienstag, Montag gibt’s nicht, bis Freitag 12:00 Uhr mit Ausnahme vom Mittwoch (»Studientag« {Kaffee kochen}).
    Wo?
    Amtsstuben!

  4. Ach ja, die armen Rauche, die Verfolgten der 2010er‐Jahre. Fängt ja schon damit an, dass sie nicht mehr überall die Luft verp... äh ihre Zigaretten genießen dürfen. Haben doch immer Rücksicht genommen auf andere, immer gefragt, ob es jemanden stört. Und dann werden sie vom Gesetz zur Rücksicht gezwungen.
    Und diese militanten Nichtraucher, die nur Quatschen, Tratschen, sich den Mund zerreißen. Ehrlich: Raucher sind wirklich viel produktiver. Klar, sie haben ja weniger (Lebens)zeit, da muss effizienter gearbeitet werden. Nichtraucher haben ja keine Ahnung.

    Ihr tut mir richtig leid.

    Die letzten drei Punkte unterschreib ich. Leistung spielt in unserer Leistungsgesellschaft keine allzu große Rolle. Meine letzten vier Jobs (in den letzten 15 Jahren) kamen nur durch Beziehungen zustande. Hunderte Bewerbungen waren für die Katz‹. Und demnächst werde ich 50, da brauch ich erst recht keine Bettelbriefe an Personalchefs mehr schreiben.

  5. @ Musil
    Ohne irgendwelche Sympathien auszubreiten...
    Problematisch an dieser Hetzjagd auf den Arbeitsplätzen ist insofern, wenn jemand seinen Rosenkranz oder seinen Teppich herausholt und im Namen der Religion für ein Gebet eine Pause selbständig macht, dann traut sich kein Arbeitgeber, was dagegen zu sagen, aus Angst, demnächst steht ihm eine Meute Anwälte ins Haus, die ihm finanziell und imagemäßig die Hosen ausziehen von wegen »religiöser Diskriminierung«.
    Handelt es sich aber bloß um einen Raucher, dann sieht man das als pauschale Einladung, den Leuten im Betrieb das Rauchen zu verbieten, weil sie angeblich dadurch zu viele unewünschte Extra‐Pausen machen. Rauchen ist schließlich keine Religion, sondern gilt mittlerweile als persönliche Schwäche, daher hat es auch keine Grundrechte, gestattet werden zu müssen...

  6. @matrixmann

    « Rauchen ist schließlich keine Religion, sondern gilt mittlerweile als persönliche Schwäche, daher hat es auch keine Grundrechte, gestattet werden zu müssen...«

    Du sagst es ja selbst: Rauchen ist keine Religion! Deshalb hinkt dieser Vergleich auch vorne und hinten. Davon abgesehen, gibt es in Bayern auch so einige evangelische und katholische »Bräuche«, die während der Arbeitszeit abgehalten werden. ;)

  7. @Epikur

    Ich bin irgendwann mal selbst auf diesen dummen Vergleich gekommen. Ist schon einige Zeit her...
    Einem Raucher wird persönliche Schwäche und Böswilligkeit attestiert, wenn er seiner Gewohnheit nachgehen will, aber steht irgendwer da um, nach eigener Aussage, »zu beten«, dann ist man seltsamerweise wiederum dabei, demjenigen das als »Menschenrecht« zuzustehen, und da stehen dann auch ganze Anwälte Gewehr bei Fuß bereit, um einen Gerichtsprozess zu führen, sollte sich ein Arbeitgeber daran stören. Obwohl technisch beim Beten auch nichts anderes bei herauskommt als dass sich diejenigen Extra‐Pausenzeit nehmen (wenn sie’s nicht gerade ausschließlich in den regulären Pausenzeiten machen).
    Sehr, sehr seltsame Doppelmoral, das...

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