Unerwünschte Fragen

In einem vergessenen Lager im Oktober 2016 entdeckt

Brettspiel: In einem vergessenen Lager im Oktober 2016 entdeckt.

  1. Wer hat Macht und weshalb?
  2. Warum ist Eigentum, Vermögen und Besitz weltweit so extrem ungleich verteilt? Und ist das ein Naturzustand oder gibt es Möglichkeiten, diesen Zustand zu verändern?
  3. Wer hat welches Interesse? Welche geopolitischen Ziele verfolgen Israel und die USA? Was wollen Banken und Konzerne? Warum wird das in den Leitmedien nicht thematisiert?
  4. Wenn Lohnarbeit in der Regel Selbstentfremdung und eben nicht Selbstverwirklichung bedeutet, warum gibt es dann noch immer einen so weit verbreiteten Lohnarbeits‐Fetisch?
  5. Warum sind Kapitalismus und Krieg so untrennbar miteinander verbunden?

Wer sich allein nur diesen Fragen stellt, wird schnell zu einem Populisten, Verschwörungstheoretiker, Antisemiten, Spinner, Aluhut oder Antiamerikaner erklärt.

7 Gedanken zu “Unerwünschte Fragen

  1. »Wer sich allein nur diesen Fragen stellt, wird schnell zu einem Populisten, Verschwörungstheoretiker, ...«

    Es gibt auch üble Demagogen, die Fragenstellern bescheinigen, dass sie lebensfremd seien und das Interesse verfolgen andere Menschen lieber leiden zu lassen.

    Jetzt meine Sicht zu den fünf Fragen:
    Im Zeitalter der Krümel‐Diskussionen, sind diese Fragen tatsächlich unerwünscht. Trotzdem könnte man wahrscheinlich Bücher zu allen schreiben. Meine Kurzfassung:
    Eine »Tauschgesellschaft« mit hierarchischen Strukturen, einer doppelten Buchführung (Sumerer), einem Rechtssystem, welches auf Schuld‐ und Sachenrecht der (römischen) Sklavenhalter beruht und einem verzinsten Schuldgeldsystem (spätes Mittelalter) wird immer die gleichen Probleme erzeugen, wie man sie heute beobachten kann.
    Der gewinnorientierte Handel bringt den Wettbewerb und die Konkurrenz in die »Wirtschaft«. Mein Gewinn ist Dein Verlust. Du schuldest mir etwas und ich nehme Dir Dein Eigentum. Wenn Du kein Eigentum (mehr) hast, wirst Du für mich arbeiten müssen, um mit Deinem Lohn (Deine Schuldzinsen bezahlen zu können und) »meine« Produkte und Dienstleistungen zu kaufen, welche Du produzierst. Wenn Du von vornherein kein Eigentum oder Vermögen hast, kannst Du Dir bei mir Geld »leihen« und garantierst mit Deiner »Arbeitskraft«, dass Du den Kredit nebst Zinsen begleichst. Du bekommst also nicht nur Kredit, sondern arbeitest auch für mich.
    So eine Gesellschaft muss zwangsläufig in Unfrieden leben. Überall. Die Gewinner eines solchen Gesellschaftsmodells werden ein Interesse entwickeln, das diesen Zustand und ihre Machtposition erhält und/oder verbessert. Vielleicht sind die Hintergründe Unmenschlichkeit und Boshaftigkeit o.ä. Vielleicht ist es auch Ratlosigkeit, weil man nicht weiß, wie man aus dieser Nummer raus kommt. Fakt ist, dass die Rezepte, welche zum Zustand führten, ihn nicht aufheben können.
    Dass die Leitmedien nur begrenzt oder lückenhaft über Zusammenhänge berichten, sollte nicht verwundern. Sie sind selbst Player des Wettbwerbssystems oder von einflussreichen Playern abhängig.

    »Die unheilvolle Neigung, über die Dinge nicht mehr nachzudenken, sobald sie nicht mehr zweifelhaft sind, hat die Hälfte aller menschlichen Irrtümer zu verantworten.«
    Blaise Pascal

  2. »Welche geopolitischen Ziele verfolgen Israel und die USA?«

    Warum fragst du nicht:

    »Welche geopolitischen Ziele verfolgen Simbabwe und die USA?«

    Oder:

    »Welche geopolitischen Ziele verfolgen Aserbaidschan und die USA?«

    Oder wolltest du eigentlich fragen, welche geopolitischen Ziele »die Juden« verfolgen?

  3. @Ben

    Die »Juden« sind nicht Israel. Simbabwe und Aserbaidschan verfolgen wohl kaum »geopolitische« Ziele, die sind genug mit sich selbst beschäftigt und haben dafür zuwenig Ressourcen. Dann doch eher Frankreich, England oder Russland.

  4. Eben. Die Juden sind nicht Israel. Daher kann man ja so schön »Israel« sagen und der geneigte Leser weiß trotzdem, wer gemeint ist.

    Konkret zur »Geopolitik« Israels: In welche Konflikte ist Israel denn eingebunden, außer mit seinen Nachbarstaaten? Hat Israel jemals militärisch oder wirtschaftspolitisch Einfluss auf Staaten genommen, die nicht in seiner unmittelbaren Umgebung liegen? Simbabwe ist also kein allzu schlechter Vergleich.

    Mir fallen spontan, zwei dutzend andere Staaten ein, die tatsächlich militärisch und wirtschaftspolitisch über die eigene Region hinaus, also »geo»politisch aktiv sind. Mit Frankreich, England und Russland hast du ja selber drei davon genannt.

    Diese chronische Fokussierung auf eines von vielen Ländern lässt tief blicken. Aber bestimmt meinst du es ja nur gut mit Israel!

  5. Kenau, epikur — dü pöhser, verkappter Antisemit...! ;)

    Daher kann man ja so schön „Israel“ sagen und der geneigte Leser weiß trotzdem, wer gemeint ist.

    Nein. Nur, wenn der Leser zwanghaft generell dazu neigt, überall »Antisemitismus« sehen zu wollen! Man kann (vor allem als Atheist) auch ganz einfach »Israel« sagen — und »Israel« (besonders deren rechtskonservative Regierung) meinen! Ein weiterer, feiner Unterschied (auch hinsichtlich Geopolitik, die durchaus nicht auf Imperialismus hinausläuft) ist im Übrigen, dass andere Länder eben nicht mit den USA eine Weltmacht und selbsternannte Weltpolizei im Rücken haben...! Aber die Welt ist halt so viel einfacher, wenn man Kritik an »Israel« mit Kritik an »den Juden« gleichsetzt. Davon ab, dass auch Kritik an »den Juden« erlaubt sein muss! Eine Bevölkerungsgruppe / eine Nation / eine religiöse Sekte (was ist in dem Punkt eigentlich mit linker Religionskritik...?) dogmatisch als »die Guten« einzustufen und jeglicher Kritik mit der Keule »Antisemitismus« zu begegnen, ist da ebenfalls die einfachste Lösung...

  6. @Ben

    Die Siedlungspolitik Israels oder allgemeiner: der Nahost‐Palästina‐Konflikt, in dem die Politik der israelischen Regierung seit Jahrzehnten eine wesentliche Rolle in dieser Region spielt, sowie mit verantwortlich für den Hass auf den Westen ist sollte man nicht unterschätzen. Darüber hinaus sind die USA eben auch ein enger Verbündeter von Israel, liefern Waffen etc. Und wieviel Elend, Leid und Zerstörung die imperialistischen Kriege der USA derzeit oder auch nur in den letzten 15 Jahren (Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien, Somalia, Pakistan etc.) verursacht haben, kann jeder Aufgeklärter selbst nachlesen. Aus diesen genannten Gründen ist die geopolitische Fokussierung dieser beiden Länder nicht unwichtig (und wird von unseren Massenmedien eben gar nicht betrieben!). Auch wenn das »linke Antideutsche« natürlich nicht mögen.

    »Diese chronische Fokussierung auf eines von vielen Ländern lässt tief blicken. Aber bestimmt meinst du es ja nur gut mit Israel!«

    Natürlich bin ich jetzt ein Antisemit, Judenhasser und glaube an die Rothschild‐Weltverschwörung, inklusive NWO. Anstatt ständig den Denunzianten‐Scanner einzuschalten, wäre es zur Abwechslung mal nicht schlecht, auf die politischen Tatsachen zu blicken.

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