Presseblick (8)

SpiegelOnline schreibt von einer Studie, die einen »eklatanten Fachkräftemangel in der Pflege« kritisiere. Schon wieder, die Lügen‐Propaganda vom Fachkräftemangel. Bei real existierenden sechs bis sieben Millionen erwerbslosen Menschen in Deutschland (die natürlich alle unqualifiziert sind) vom Fachkräftemangel zu schwadronieren, ist völlig daneben. Es besteht wohl eher einen Mangel an Arbeitskräften, die sich freiwillig für einen Hungerlohn kaputt schuften wollen. Wenn man sich die Zustände in Alten‐ und Pflegeheimen anschaut, ist es kein Wunder, dass die Menschen in Deutschland Angst vorm älter werden haben.

Nachdem Attac recherchiert hat, dass mehr als drei Viertel der »Griechenland‐Hilfsmilliarden« vor allem an Banken, Investoren, an Reiche und Vermögende in Griechenland geflossen sind, ist man sich nicht zu schade, auch weiterhin von »Athen‐Retter«, »Griechenland‐Hilfe«, »Athen‐Millionen« oder »Griechenland‐Retter« zu schwafeln, wie es focus.de beispielsweise macht. Es sind Banken‐und‐Reichen‐Milliarden. Das griechische Volk darf, durch das radikale Spar‐ und Kürzungsprogramm das die EU ihr aufzwingt, vor allem drastische Einschränkungen ihrer Lebensqualität hinnehmen. Das ist keine »Rettung«, sondern eine Katastrophe.

Auf lohas-magazin.de gibt es einen interessanten Artikel über den »moralischen Konsum«. Auch wenn viele Bio‐Öko‐Fair‐Trade‐Besser‐Esser sich ein gutes Gewissen kaufen wollen, so verändert das nicht die wirtschaftspolitischen Zustände in der Welt: »Die Rede vom moralischen Konsum sei nicht viel mehr als Ideologie. Diese Ideologie entspricht der Freiheit des Nilpferdes im Zoo, sich lieber von dem einen als dem anderen Wärter füttern zu lassen«. Gut auf den Punkt gebracht.

Das Handelsblatt fragt: »Warum sind rohstoffreiche Länder oft arm?« und blendet den Neokolonialismus, die Zwangsauflagen von IWF und Weltbank, der EU und den USA komplett aus. So geht Realitätsverdrängung.

Wer die Springer‐Presse nicht als Propagandainstrument einer neoliberalen Wirtschaftselite sieht oder sie nur verharmlosend als »Boulevard« bezeichnet, ohne sich inhaltlich mit dessen Aussagen zu beschäftigen, dem ist nicht mehr zu helfen. Der Artikel »Auch freiheitliche Staaten müssen überwachen« (über 160 kritische Kommentare) auf welt.de ist ein Lehrstück orwellscher Verdrehungspropaganda. Kurz: wenn westliche Nationen ihre Bürger überwachen, schützen sie sich, Autokraten wollen die Opposition ausschalten. Wir demokratisieren Länder, befreien sie und retten die Welt durch humanitäre Einsätze. Andere bombardieren und erobern Länder. Nordkorea, Iran und Venezuela treiben Propaganda, die westlichen Nationen haben eine freie Presse. Wenn in China oder Saudi‐Arabien demonstriert wird, sind es Kämpfer für die Demokratie, in Deutschland sind Demonstranten grundsätzlich Chaoten, die den Verkehr behindern und Randale machen wollen. Fällt jemandem was auf?

4 Gedanken zu “Presseblick (8)

  1. »Es besteht wohl eher einen Mangel an Arbeitskräften, die sich freiwillig für einen Hungerlohn kaputt schuften wollen.«

    Faules Pack ;) . Manchmal frage ich mich, ob die Leute in den Wirtschafts»forschungs»instituten sich nicht schämen. Ich hätte ein schlechtes Gefühl, wenn ich offensichtlich schlechte wissenschaftliche Arbeit pubilizieren müsste.

    »Griechenland‐Hilfsmilliarden«
    Spannen sind die Spiegel Forumseinträge zum Thema Griechenland. Da sieht man wie wenig die Menschen teilweise wissen, oder wissen wollen. Wir sind noch lange nicht von den nationalistischen Idealen weg.

  2. Man schaut sich doch auch keine Kommentare beim Spiegel an, es sei denn, man will schnell schlechte Laune bekommen. Das Ansehen der Kommentare sollte man selbst bei Zeitschriften wie der C’T bzw. Heise Seiten vermeiden. :d

  3. schmierenpresse und falschinformationen sind das eine, die dummheit der leser (kommentatoren) allerdimgs ist noch erschreckender.

  4. ...erstaunlich ist mit welcher Gelassenheit die Griechen z.B. die von Merkel und Co. erlassenen Sparmassnahmen erdulden....

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