Wahlplakate 2013 — Teil 1: CDU

Am 22. September sind Bundestagswahlen und die Straßen sind bereits zugemüllt mit Phrasen, Versprechungen, Lügen und Verdrehungen. Ich habe einige Wahlplakate fotografiert und möchte sie hier kurz kommentieren. Beginnen wir mit der CDU.

Hier wird die schwäbische Hausfrau beschworen, nachdem sparen (also kürzen) gut für die Zukunft sei. Ganz so, als würden die heutigen Kürzungen und Sparverordnungen unseren Kindern etwas nützen. Das Bild suggeriert, die Partei würde an die nächste Generation denken, sei vorausschauend und zukunftsorientiert (Stichwort: Generationengerechtigkeit). Das Paradies wird in eine unbestimmte Zukunft verschoben.

Gleichzeitig wird versucht die Solidarität besonders stark zu betonen: »weil wir an morgen denken« und »gemeinsam erfolgreich« sind. Wobei erfolgreich? Die beschworene Solidarität spielt auf die Hilfszahlungen für Griechenland an. Das gemeinsame Europa, eine solidarische EU, die in Not füreinander da sei. Die Rettungsmilliarden für Griechenland sind vor allem an Banken und Vermögende in Griechenland geflossen. Das griechische Volk darf, mit Auflage der CDU geführten Bundesregierung und Frau Merkel, durch eine radikale Kürzungspolitik, bluten: Rentenkürzung, Lohnkürzung, Massenentlassung, Kürzungen bei der Gesundheitsversorgung und so weiter. Auch in Deutschland wird auf ALG 2 — Empfänger (verbal und gesetzlich) eingedroschen, Reiche und Vermögende hinterziehen Steuern in Millionenhöhe, eine Zwei‐Klassen‐Medizin wurde etabliert, die Armut steigt rapide an und die CDU unterstützt und fördert das alles. Um das zu kaschieren, wird die Zukunft (»weil wir an morgen denken«), statt die Gegenwart thematisiert.

Okay, Kai Wegner. Eher unbekannt. Mein erster Eindruck war, der ist Arzt oder Pfleger und der Junge zeigt ihm, wo das Bundestags‐Pöstchen ist. Auf seiner Homepage (nicht verlinkt) sagt der Politiker zu dem Plakat: »Deshalb lasse ich mir von Nick etwas zeigen, denn die Welt aus Kinderaugen zu entdecken, eröffnen einem neue Perspektiven. Was er mir gezeigt hat, bleibt aber unser Geheimnis«. Nick, das ist sein Sohn. Hier wird also sein Sohn für den Wahlkampf benutzt und er inszeniert sich als familienfreundlicher Politiker. Typisch und nichts neues, schon hundert mal so gesehen. Mutti Merkel und Papi Wegner.

Auf beiden Plakaten gibt sich die CDU, die Arbeitgeber‐Partei, besonders kinder‐ und familienfreundlich. Die Partei, die für mehr Flexibilität und Lohnzurückhaltung der Arbeitnehmer (die manchmal auch Eltern sind) eintritt, die das dreigliedrige Schulsystem vehement verteidigt sowie das Elterngeld gekürzt hat. Wenig überzeugend.

6 Gedanken zu “Wahlplakate 2013 — Teil 1: CDU

  1. @rainer

    Richtig. Passend zum Thema:

    Unbekannte verschandeln Merkel‐Plakate
    Etwa 150 von 250 Plakaten zum Besuch der Kanzlerin am 26. August in Ilmenau sind von Unbekannten manipuliert worden. Sebastian Lenk, Sprecher der CDU Thüringen, schätzt den reinen Sachschaden auf etwa 1000 Euro.

    Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass zu diesem Artikel keine Kommentare möglich sind.

    Quelle

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