Zum Amoklauf in Aurora

Was soll ich dazu sagen? Alles wiederholt sich und es nimmt kein Ende. Im Jahre 2006 schrieb ich über den Amoklauf von Robert Steinhäuser und das die Ursachen in Politik und Gesellschaft zu finden sind. Das soziale Miteinander und der gesellschaftliche Frieden werden seit Jahren abgebaut. Leistungsdenken sowie knallharte Selektionsverfahren in Schulen und Unternehmen lassen jede öffentliche Wertediskussion lächerlich aussehen. Im März 2009 hat es dann gleich drei Amokläufe gegeben. Die Medien, die hier Teil des Problems sind, denn sie geben den Jugendlichen die »Chance« wenigstens einmal gehört zu werden, freuen sich über ihre Headlines. Die Amokläufe sind weder Zufall, noch geschehen sie aus dem Affekt heraus. Sie sind das Symptom einer kranken und kalten Gesellschaftsordnung.

10 Gedanken zu “Zum Amoklauf in Aurora

  1. Keine Frage, für die Betroffenen solcher Taten ist es furchtbar (für Opfer und Täter)...aber für alle anderen scheint es ein Segen zu sein. Politiker können sich durch Mitgefühl und Polemik hervortun und im Idealfall die Umstände nutzen um ein paar restriktive Gesetze zu verschärfen. Die Medien haben ihren Auflagesteigernden Hype. Und das Publikum kann sich an allen noch so unwichtigen Details aufgeilen und hat über Tage Gesprächsstoff von den tollen Sondersendungen ganz abgesehen wo munteres drauf‐los‐spekulieren als brandheiße Informationen gehandelt werden ... kurz: Amokläufe sind ein Segen für unsere Gesellschaft und das sagt wohl einiges.

    Wir amüsieren uns zu Tode und
    wir informieren uns zu Tode.

  2. »Das Symptom einer kranken und kalten Gesellschaftsordnung«! Mir kommen die Tränen. Schon bei den alten Griechen war dieses Gejammer zu hören...

  3. Da bleibt einem nur noch der Sardonismus, denn das Leben schreibt Nummern, da können Monty Python nur davon träumen: Die USA hat sofort rechtliche Schritte dagegen unternommen und BATMAN‐KOSTÜME verboten...
    Ach, es wurde auch gesagt, dass der Täter durchaus suspekt war, denn er hatte kein Facebookprofil und das ist in unserer Zeit natürlich schon verdächtig. So jemand muss etwas zu verbergen haben...

  4. »Sie sind das Symptom einer kranken und kalten Gesellschaftsordnung.«

    Genau so ist es.

    Millionen leiden darunter , Einzelne haben dann das Pech , daß alle denkbaren Faktoren gegen sie stehen und keiner für sie.

    Moral ist halt relativ , klar , man sollte nicht töten , es ist aber auch unmoralisch , Leute auszuschließen , wenn sie nicht selber genug Mist bauen , und es widerlich , genau auf diejenigen loszugehen , die ohnehin schon angeschlagen sind , etwa durch ne miese Familie.

    Und dann immer dieses Gequatsche von den ordentlichen bürgerlichen Verhältnissen , aus denen die Amokläufer kommen , und wie überraschend das dann wäre ...
    Als ob nicht längst klar wäre , daß hübsche Fassaden nicht das Geringste aussagen über die Verhältnisse dahinter.

  5. Auch ich hab mich mit dieser sehr traurigen Thematik seit längerem auseinandergesetzt.

    Unsere Zeit bzw. das System hat diese grausamen Menschen generiert. — Diese Schritte können nicht mehr rückgängig gemacht werden.
    Zutreffend ist das amerikanische Wort für den Tod; — the point with no return -

    Ein ausgezeichnetes Buch zu diesem Thema möchte ich empfehlen:

    .......damit mich kein Mensch mehr vergißt ! Warum Amok und Gewalt kein Zufall sind, Götz Eisenberg

    hierin wird klar und deutlich, daß Amokläufe und andere Ausprägungen von Gewalt nicht vom Himmel fallen.

  6. @Herrje
    Herrje, — die Griechen, kannten auch das Sklaventum. Wenn da keiner gejammert hätte, wärst du heute vielleicht einer davon. Pech gehabt.

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