(Elternabend in der Grundschule.)
Mutter A: »Wäre eine andere Sitzordnung möglich?«
Mutter B: »Warum machen Sie eigentlich so wenig Ausflüge?«
Mutter C: »Was tun Sie, damit die Kinder ihre Sachen nicht verlieren?«
Vater A: »Was machen Sie bei Konflikten unter den Kindern?«
Vater B: »Mein Sohn sagt, die Musiklehrerin sei immer so streng zu ihm. Und nur zu ihm. Was sagen Sie dazu?«
Vater C: »Weshalb muss meine Tochter immer neben den temperamentvollen Jungen sitzen?«
Und so weiter und so fort.
Lehrerin: »Nun müssen wir leider noch Zwei Elternvertreter wählen.«
(Schweigen der Elternschaft)
Lehrerin: »Wir können das hier leider nicht beenden, bevor wir Zwei Elternvertreter gewählt haben!«
(Schweigen der Elternschaft)
Lehrerin: »Elternvertreter sind nicht nur Ansprechpartner für alle anderen Eltern, sie bekommen auch Einblick in die Schularbeit und dürfen an Schulgremien teilnehmen und partizipieren. Beispielsweise bei der Gesamtelternvertretung mit dem Schulleiter. Die findet auch nur Zwei mal im Jahr statt.«
(Exakt Zwei Eltern melden sich): »Na gut, wir würden das machen!«
Lehrerin: »Sind alle damit einverstanden?«
(Alle Hände gehen hoch)

Deutschland zeigt ‑wieder einmal- seine fest verankerte Kinderfeindlichkeit. Hätte ich hier nicht meinen privaten Lebensmittelpunkt, wäre das schon länger ein Grund für mich, nach Skandinavien auszuwandern. Denn pädagogische, empathische und entwicklungsfördernde Analysen und Perspektiven für Kinder und Jugendliche, können weder Journalisten, Politiker noch viele Erwachsene in Deutschland einnehmen. Sie behandeln Kinder nicht als selbstbestimmte Mitmenschen, die Rechte haben und mit Würde zu behandeln sind, sondern vielfach als Objekte, die man, je nach eigenen Interessen und Bedürfnissen, formen, biegen und benutzen kann.
Die »Schwarze Pädagogik« bezeichnet eine defizitorientierte Beziehungsarbeit, die durch Verbote, Strafen, Erniedrigung und Abwertung sowie verbaler und körperlicher Gewalt, das Kind in die gewünschte Richtung lenken und steuern will. Vielfalt, Individualität, Wertschätzung, Partizipation, Selbstbestimmung, Ganzheitlichkeit — das sind die Werte, die Kinder zu zufriedenen, selbstbewussten und glücklichen Menschen reifen lassen.