Lohnarbeit

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© epikur

Seit jeher gibt es ein großes Paradoxon: wer als Arbeiter seine »Aufgaben« fleißig, gewissenhaft, schnell und effizient erledigt, bekommt als Belohnung für seine tolle Leistung in aller Regel: noch mehr Arbeit. Ob im Büro, im Dienstleistungssektor, im sozialen Bereich, in der Produktion, auf dem Bau oder im Vertrieb — überall freuen sich die Chefs über Angestellte, die ihre Arbeit zügig, aber natürlich auch gewissenhaft, also ordentlich erledigen. Die Mitarbeiter hingegen, würden sich über mehr Gehalt, einen früheren Feierabend oder einen Tag mehr Urlaub als »Belohnung« freuen. Das wird in der Regel für zügige Arbeit aber eben nicht gewährt.

Die Folge dieser »Mitarbeiter-Behandlung« ist letztlich das exakte Gegenteil von Produktivität und Motivation. Denn: diese sehr weit verbreitete, kontraproduktive  Lohnarbeits-Dynamik motiviert die Mitarbeiter letztlich nur, langsamer zu arbeiten, Dienst nach Vorschrift zu  erledigen und eben nicht mehr als nötig zu machen. Weil die Wenigstens Lust verspüren, noch viel mehr als ihre Kollegen zu schuften. Gleichzeitig wirft die Jobcoacher- und Berater-Industrie ständig mit tollen Vokabeln um sich: Leistung, Motivation, Effektivität, Produktivität. Ohne auch nur einmal solche essentiellen Widersprüche zu thematisieren.

Unerwünschte Fragen

In einem vergessenen Lager im Oktober 2016 entdeckt

Brettspiel: In einem vergessenen Lager im Oktober 2016 entdeckt.

  1. Wer hat Macht und weshalb?
  2. Warum ist Eigentum, Vermögen und Besitz weltweit so extrem ungleich verteilt? Und ist das ein Naturzustand oder gibt es Möglichkeiten, diesen Zustand zu verändern?
  3. Wer hat welches Interesse? Welche geopolitischen Ziele verfolgen Israel und die USA? Was wollen Banken und Konzerne? Warum wird das in den Leitmedien nicht thematisiert?
  4. Wenn Lohnarbeit in der Regel Selbstentfremdung und eben nicht Selbstverwirklichung bedeutet, warum gibt es dann noch immer einen so weit verbreiteten Lohnarbeits-Fetisch?
  5. Warum sind Kapitalismus und Krieg so untrennbar miteinander verbunden?

Wer sich allein nur diesen Fragen stellt, wird schnell zu einem Populisten, Verschwörungstheoretiker, Antisemiten, Spinner, Aluhut oder Antiamerikaner erklärt.

Früher war alles besser

frueher_titelEs gab früher keine steigenden Mieten, ansteigende Strom- oder Gaskosten. Die Löhne und Gehälter waren alle angemessen, fair und großzügig. Der gesellschaftliche Reichtum wurde gerecht verteilt. Finanziell armen Menschen, wie Obdachlosen, Erwerbslosen, Asylanten und so weiter wurde viel geholfen. Es gab keine mediale Hetze oder gelebte Menschenverachtung, beispielsweise gegenüber Hartz4-Empfängern. Es existierte keine Lügen‑, Kauf‑, System‑, Lücken‑, Produkt- oder Gleichschaltungs-Presse. Sie berichteten stets sachlich, unabhängig und objektiv. Journalisten waren nicht Mitglied in transatlantischen Netzwerken, wie beispielsweise der Atlantikbrücke. Mit Griechenland und Syriza ist solidarisch umgegangen worden. Auch völkerrechtswidrige Angriffskriege oder gar Kriegs- und Lügenpropaganda hat es in Deutschland nie gegeben. Weiterlesen →

Kranke Gesellschaft

»Wir alle sind krank. Die einen, weil sie keine Arbeit haben. Die Anderen, weil sie Arbeit haben.«

- Volker Pispers

Anmerkung: In unseren bürgerlichen Massenmedien wird jedoch vor allem nur darüber gesprochen, dass Erwerbslosigkeit krank machen würde. Sie würde Depressionen und Süchte verursachen. Wer sich nicht der Zwangsverwertung und der Selbstentfremdung durch Lohnarbeit unterwerfe, sei sinnentleert und unglücklich, so der Tenor. Dabei wird gerade auch die große Mehrheit der Bevölkerung durch ihre Lohnarbeit krank und kaputt.

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Weitere Anforderungen:

  • Identifikation mit neoliberalen Werten, dem Geldadel und mit notleidenden Banken.
  • Eine angemessene Menschenverachtung gegenüber Erwerbslosen, Rentnern, Behinderten, Flüchtlingen, Migranten, Zigeunern und Ausländern.
  • Die Überzeugung, dass der islamistische Terror (und nicht die weltweiten Finanzmärkte, der industriell-militärische Komplex in den USA oder die Großkonzerne) die einzig wahre Bedrohung für die Menschheit ist.

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Du musst funktionieren!

funktion_titelAls...

Mutter
Vater
Kind
Liebespartner
Lohnarbeiter
Steuerzahler
Konsument
Freund

Der Zwang zur lebenslangen Selbstentfremdung und die Hingabe zur konsumorientierten Identitätsproduktion gelten als gesunder Geisteszustand. Wer nicht mehr mitmachen kann oder will, wer auf die ureigenen Bedürfnisse hören und nicht mehr primär für die Interessen anderer Leute instrumentalisiert werden möchte, sei krank und brauche psychiatrische Behandlung. Frei und authentisch im Neoliberalismus ist, so zu sein, wie andere Dich haben wollen und nicht, wie Du gerne sein möchtest! Kultiviertes Doppeldenken als soziale Norm und Alltags-Realität.

Der Anschlag (32)

anschlag_teaserDer Evolutionsforscher Jochen Wengele hat eine Studie veröffentlicht, die beweisen soll, dass Russen in Wahrheit gar keine Menschen, sondern Ratten sind. Insofern will man ihnen die Menschenrechte aberkennen. Die USA und die NATO finden das gut.

Nach einer gemeinsamen Initiative deutscher Arbeitgeberverbände hat das Bundesbildungsministerium den Startschuss für eine Reihe neuer Studienfächer gegeben. Darunter: Duckmäusertum, Arschkriecherei und vorauseilender Gehorsam. Das Ministerium plant, diese Fächer in verschiedene »Moral-Management-Module« aufzuteilen.

Der Chefökonom der Deutschen Bank macht für die Milliardenverluste des eigenen Finanzinstitutes, die deutsche Bevölkerung verantwortlich. Weil nicht jeder Bürger ein Konto bei der Deutschen Bank habe, müsse diese nun auch komplett für die Schulden in Höhe von 200 Milliarden Euro aufkommen, so der  Wirtschaftsexperte.

Erwerbslos – Na Und?

erwerbslos_titelSeit einiger Zeit bin ich nun unverschuldet erwerbslos. Nun darf, soll und muss ich mich offiziell schämen, ducken, schlecht fühlen, verteidigen und rechtfertigen. Und zwar ständig und überall: in der Familie, bei Freunden und den sogenannten Sachbearbeitern. Warum, wieso und weshalb es nur so weit kommen konnte, wird gefragt. Betroffenheit wird geheuchelt. Verachtung versteckt. Und soziale Überlegenheit empfunden. Man gehöre schließlich noch dazu. Erwerbslosigkeit wird hierzulande nicht als ein vorübergehender Zustand begriffen, sondern als persönlicher Makel. Als Sünde und Ketzerei. Gegenüber dem Gott des (Arbeits-)Marktes und der hart arbeitenden (Rest-)Bevölkerung. Wer sich jedoch nicht primär durch seine Lohnarbeit definiert, der ist auch halbwegs in der Lage ‑selbst in der Erwerbslosigkeit- seine Würde und sein Selbstbewusstsein zu bewahren. Allein das empfinden viele Lohnarbeiter schon als absolute Dreistigkeit. Wer erwerbslos ist, hat depressiv zu werden. Weiterlesen →

Brotlose Künste

kein geld_titelLohnarbeit, Ernährung, Wohnungseinrichtung, Haus, Garten, Auto, TV-Programm, Selbstoptimierungs-Sport, Facebook, smartphone, Geld, Familien-und-Arbeitskollegen-Getratsche, Kinder, WhatsApp, Alltags-Gedöns — Das sind die Themen, die den Deutschen bewegen. Immer. Überall. Und sowieso. Alles andere ist ja sooo anstrengend. Der radikale Rückzug ins Private, das neue Biedermeier, paart sich mit dem Lohnarbeits-Fetisch, einem vorauseilenden Gehorsam gegenüber dem Chef sowie einem allgemeinen Desinteresse an allem, was nicht im eigenen Filter-Erlebnis-Radius liegt. Wir wurden erfolgreich umerzogen. Zu infantilen und einfältigen Krämerseelen. Zum Homo Neoliberalicus.

Als intelligent, klug und schlau gelten heute Menschen, die wissen, wie man Geld macht oder zu Geld kommt. So seien Fussball-Profis, die keinen anständigen Satz formulieren können, beruflich erfolgreiche Rapper, die Bullshit labern sowie ehrgeizige Models, die keine Prozentrechnung können, intelligente Zeitgenossen. Schließlich haben sie Kohle. Money. Moneten. Bildung sei schließlich nur dazu da, später ein besseres Gehalt zu bekommen. Mittel zum Zweck. Insofern ist es nur folgerichtig und angemessen, wenn Afrikanistik, Kunstgeschichte, Philosophie, Germanistik und all die anderen Klugscheißer-Wissenschaften immer unwichtiger werden. Zusammenhänge erkennen, Ursachen analysieren und bestehende (Eigentums-)Verhältnisse in Frage stellen, ist überflüssig und unerwünscht.

Arbeitsscheue. Drückeberger. Faulenzer.

faulenzer_titelDie Faulheit gilt in westlichen, industrialisierten Breitengraden als moderne Todsünde. Wer keine Leistung zeige, wenig motiviert und nicht fleißig sei, wer im Müßiggang oder in der Langsamkeit verharre, wer zu viel nachdenke, der sei nicht nur unmodern und unzeitgemäß, sondern eine überflüssige, ja verachtenswerte Ballastexistenz. Die kapitalistische Wachstumsdynamik braucht Menschen, die sich dem Dogma des höher, schneller, weiter – Prinzips unterwerfen. Denn für den Kapitalismus gibt es kein zurückblicken und kein stehenbleiben,  sondern nur den endlosen Zwang des »weiter so!«, der Rohstoffausbeutung und der Geldvermehrung. Nur wer hart arbeite, habe sich in seiner Freizeit einige Stunden Nichtstun verdient. Wobei auch alle Freizeitaktivitäten als belangloses Gedöns angesehen werden, die nicht ökonomisch verwertbar seien oder der Selbstoptimierung gewidmet werden. Weiterlesen →