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Seit jeher gibt es ein großes Paradoxon: wer als Arbeiter seine »Aufgaben« fleißig, gewissenhaft, schnell und effizient erledigt, bekommt als Belohnung für seine tolle Leistung in aller Regel: noch mehr Arbeit. Ob im Büro, im Dienstleistungssektor, im sozialen Bereich, in der Produktion, auf dem Bau oder im Vertrieb — überall freuen sich die Chefs über Angestellte, die ihre Arbeit zügig, aber natürlich auch gewissenhaft, also ordentlich erledigen. Die Mitarbeiter hingegen, würden sich über mehr Gehalt, einen früheren Feierabend oder einen Tag mehr Urlaub als »Belohnung« freuen. Das wird in der Regel für zügige Arbeit aber eben nicht gewährt.
Die Folge dieser »Mitarbeiter-Behandlung« ist letztlich das exakte Gegenteil von Produktivität und Motivation. Denn: diese sehr weit verbreitete, kontraproduktive Lohnarbeits-Dynamik motiviert die Mitarbeiter letztlich nur, langsamer zu arbeiten, Dienst nach Vorschrift zu erledigen und eben nicht mehr als nötig zu machen. Weil die Wenigstens Lust verspüren, noch viel mehr als ihre Kollegen zu schuften. Gleichzeitig wirft die Jobcoacher- und Berater-Industrie ständig mit tollen Vokabeln um sich: Leistung, Motivation, Effektivität, Produktivität. Ohne auch nur einmal solche essentiellen Widersprüche zu thematisieren.

Es gab früher keine steigenden Mieten, ansteigende Strom- oder Gaskosten. Die Löhne und Gehälter waren alle angemessen, fair und großzügig. Der gesellschaftliche Reichtum wurde gerecht verteilt. Finanziell armen Menschen, wie Obdachlosen, Erwerbslosen, Asylanten und so weiter wurde viel geholfen. Es gab keine mediale Hetze oder gelebte Menschenverachtung, beispielsweise gegenüber Hartz4-Empfängern. Es existierte keine Lügen‑, Kauf‑, System‑, Lücken‑, Produkt- oder 
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Der Evolutionsforscher Jochen Wengele hat eine Studie veröffentlicht, die beweisen soll, dass Russen in Wahrheit gar keine Menschen, sondern Ratten sind. Insofern will man ihnen die Menschenrechte aberkennen. Die USA und die NATO finden das gut.
Seit einiger Zeit bin ich nun unverschuldet erwerbslos. Nun darf, soll und muss ich mich offiziell schämen, ducken, schlecht fühlen, verteidigen und rechtfertigen. Und zwar ständig und überall: in der Familie, bei Freunden und den sogenannten Sachbearbeitern. Warum, wieso und weshalb es nur so weit kommen konnte, wird gefragt. Betroffenheit wird geheuchelt. Verachtung versteckt. Und soziale Überlegenheit empfunden. Man gehöre schließlich noch dazu. Erwerbslosigkeit wird hierzulande nicht als ein vorübergehender Zustand begriffen, sondern als persönlicher Makel. Als Sünde und Ketzerei. Gegenüber dem Gott des (Arbeits-)Marktes und der hart arbeitenden (Rest-)Bevölkerung. Wer sich jedoch nicht primär durch seine Lohnarbeit definiert, der ist auch halbwegs in der Lage ‑selbst in der Erwerbslosigkeit- seine Würde und sein Selbstbewusstsein zu bewahren. Allein das empfinden viele Lohnarbeiter schon als absolute Dreistigkeit. Wer erwerbslos ist, hat depressiv zu werden.
Lohnarbeit, Ernährung, Wohnungseinrichtung, Haus, Garten, Auto, TV-Programm, Selbstoptimierungs-Sport, Facebook, smartphone, Geld, Familien-und-Arbeitskollegen-Getratsche, Kinder, WhatsApp, Alltags-Gedöns — Das sind die Themen, die den Deutschen bewegen. Immer. Überall. Und sowieso. Alles andere ist ja sooo anstrengend. Der radikale Rückzug ins Private, das neue Biedermeier, paart sich mit dem Lohnarbeits-Fetisch, einem vorauseilenden Gehorsam gegenüber dem
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